Volltext : Medizinal-Statistische Mittheilungen aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte. Erster Band. (1)

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und  standen  zwischen  den  Zahlen  der  beiden  Vorjahre  (1888:  22,8%  ,  151,6%o,
1889:  24,0%  155,1  %  #  ·

Unter  den  Todesursachen  tritt  eine  Gruppe,  die  akuten  Erkrankungen  der
Athmungsorgane,  besonders  hervor.  Dieselben  veranlaßten  31.8  Todesfälle  auf  je
10  000  Eimvohner,  während  1881/90  nur  27,1,  1888:  26,1,  1889:  26,  7  /%  Personen  hieran
gestorben  waren.  Die  Sterblichkeit  an  diesen  Krankheiten,  deren  Vorwiegen  mit  der
Influenza-Epidemie  der  Jahre  1889/90  im  Zusammenhang  stehen  dürfte,  giebt  daher
dem  Berichtsjahre  ein  besonderes  Gepräge,  ähnlich  wie  das  Vorjahr  ein  solches  durch
die  hohe  Sterblichkeit  an  akuten  Darmkrankheiten  erhielt.  Letztere  führten  1890  etwa
ebenso  viele  Todesfälle,  nämlich  25,5%  oo,  wie  im  zehnjährigen  Durchschnitt  (25,0)  herbei,
aber  bedeutend  weniger  als  1889  (31,8%/00°0).  Den  Brechdurchfällen  allein  erlagen  13,3%%
Personen,  von  denen  12,2  innerhalb  des  1.  Lebensjahres  standen.  Die  Schwndsuchtssterblichkeit
  war  mit  29,7%%  #  verhältnißmäßig  sehr  günstig  (1881,90:  32,5  %0).  Von  den
akuten  Infektionskrankheiten  wiesen  die  Masern  genau  so  viele  Todesfälle,  wie  im  Durchschnitt,
  nämlich  3/2  %/%  alle  übrigen  aber  weniger  Todesfälle  auf.  Für  Diphtherie  und
Croup  betrug  der  Unterschied  zu  gunsten  des  Berichtsjahres  10  (10,1  gegen  11/7),  für
Unterleibstyphus  1,1  (I#6  gegen  2,7),  für  Scharlach  1,1  (20  gegen  3/4),  für  Kindbettfieber
allerdings  nur  O0,  (07  gegen  1,0)  /  Selbst  die  sehr  niedrigen  Sterbeziffern  an
Pocken  (O##s  gegen  0,1)  und  an  Flecktyphus  (0,008  gegen  0,00)  ermäßigten  sich  noch
gegenüber  dem  Durchschnitt.  Die  gewaltsamen  Todesarten  waren  mit  6,0  %  nicht  ganz
so  häufig  wie  im  Durchschnitt  (6,3)  vertreten;  der  Unterschied  betrifft  fast  ausschließlich
  die  Selbstmorde.

Bevor  auf  die  Ergebnisse  des  Berichtsjahres  im  Einzelnen  eingegangen  wird,  sei
noch  kurz  des  Unterschiedes  zwischen  dem  neuen  zehnjährigen  Durchschnitt  und  dem
früheren  von  1878/87  gedacht.  Die  Sterblichkeit  ist  in  den  letzten  Tahren  im  Allgemeinen
viel  niedriger  gewesen  als  früher,  denn  während  von  1880  bis  1886  jährlich  mindestens
249,7%  eo  Todesfälle  verzeichnet  wurden  und  die  Sterblichkeit  bis  zu  270,879/°  stieg,
schwankte  dieselbe  in  den  späteren  Jahren  zwischen  232,)  und  246,3%%%0.  Dementsprechend
betrug  die  Sterblichkeit  1881/90  nur  246.3%  0°6  gegen  258,0  im  Durchschnitt  der  Jahre
1878,87.  Noch  mehr  ist  aber  die  Geburtenhäufigkeit  heruntergegangen,  nämlich  von
360,6  auf  349,7  %%  0,  so  daß  der  Geburtsüberschuß  (169,1  gegen  166,0%  )  zu  ungunsten
des  neuen  Durchschnitts  ausfiel.  Im  Einklang  mit  der  Gesammttsterblichkeit  sind  auch
die  Säuglingssterblichkeit  (24,8  gegen  25,8⅝%)  und  die  Sterblichkeit  der  über  1  Jahr  alten
Personen  (159,1  gegen  166  /0%°%  geringer  geworden.  Was  die  Todesursachen  anlangt,
so  folgen  jene  Ergebnisse,  soweit  das  vorliegende  Material  Auskunft  giebt,  in  erster
Reihe  aus  einem  Nachlaß  der  Schwindsuchtssterblichkeit  (32,5  gegen  34,2%0).  Aber
auch  die  Mehrzahl  der  übrigen  Todesursachen  hat  weniger  Opfer  gefordert  als  in  den
ersten  Jahren  des  anderen  Jahrzehnts,  besonders  Scharlach  (3,/1  gegen  4,5)  und  Unterleibstyphus
  (2.7  gegen  3/4),  in  geringerem  Grade  Kindbettfieber  (1,0  gegen  1,2),  die
akuten  Darmkrankheiten  (25,1  gegen  25,0)  und  die  Selbstmorde  (2,7  gegen  2,9),  noch
weniger  Diphtherie  und  Croup  (11,1  gegen  11,2)  und  Flecktyphus  (0,06  gegen  O##).  Die
Sterblichkeit  an  Pocken  (00),  Masern  (3.2),  durch  Verunglückungen  (3/4)  und  Todtschlag
(0,2)  ist  unverändert  geblieben.  Eine  Zunahme  ergiebt  sich  allein  für  die  Sterblichkeit
an  akuten  Erkrankungen  der  Athmungsorgane  (27/  gegen  27,)).

Gesammtsterblichkeit.  Der  verhältnißmäßig  geringen  Höhe  der  mittleren  Sterblichkeit
  des  Berichtsjahres  entsprechend  war  die  Zahl  der  Orte  mit  einer  Sterblichkeit
von  weniger  als  225,0  auf  je  10  000  Eimwohner  eine  ziemlich  erhebliche,  nämlich  87
gegen  83  im  Jahre  1889  und  allerdings  8in  dem  besonders  günstigen  Jahre  1888.  275,0  %  00
und  darüber  betrug  die  Sterblichkeit  in  41  (1889:51,  1888:  32)  Orten.  Besonders  er-