Nummer 32
Mefenei#er #zeiser
Kittwon, 10 mär) 1018
7——“"/ —.
verband bedeute, sondern daß er schweren Herzens
gefabt worden sei, weil die Armee mict
genügend vorbereitet und das Land durch di
vorhergegangenen Kriege wirtschaftlich und *
nanziell zu erschöpft sei, um sich in einen neuen
Krieg zu stürzen. Die Athener Kriegspresse
bestreitet diese Gründe.
Nach der „Köln. Zeitung“ bestätigt es sich,
daß der Rücktritt Venizelos sich ohne schwere
Erschütterungen vollzog. Die Aussichten auf
Bildung eines Ministeriums, das Griechenlands
neutrale Politik bis auf weiteres fortsetzt, sollen
günstig stehen. Doch meldet das genannte Blatt
aus Athen: Nachdem GZaimis, der vom König
mit der Kabinettsbildung beauftragt worden
war, diese wegen der Weigerung Venizelos’, ihn
bei der Durchbringung der dringendsten Gesetzentwürfe
in der Kammer zu unterstützen, abgelehnt
hat, berief der König Gunaris, der heute
nachmittag seine entscheidende Antwort geben
w#ird. Nach Athener Meldungen verlief die
Kammersitzung, worin Venizelos seinen Rücktritt
ankündigte, kurz und kalt. Die Erklärungen
Venizelos wurden schweigend hingenommen, doch
bereiteten ihm die Abgeordneten der Kriegspartei
am Schluß der Sitzung eine Ovation.
Ueber die Auffassung in Berlin wird gemeldet:
Die Vorgänge in Athen sind mit größter
Vorsicht zu beurteilen. Es wäre ganz verkehrt.
die bedeutende politische Persönlichkeit des Herrn
Venizelos jetzt etwa für abgetan zu halten.
Im Gegenteil muß man mindestens mit der
Moglichkeit rechnen, daß früher oder später der
viel gewandte und populäre Staatsmann wieder
an die Spitze einer hellenischen Regierung
tritt. Auf der anderen Seite hat man sich
in den Kreisen der Dreiverbandsmächte vielleicht
doch ctwas in der Stellung getäuscht, die sich
König Konstantin als siegreicher Führer des
gAriechischen Heeres geschaffen hat. Im übrigen
sind die Vorgänge in Athen wohl dahin aufzufassen,
daß aus inneren und dußeren Rücksichten
die eigentliche Entscheidung vertagt ist.
Griechenland wartet also zunächst die weitere
Entwicklung in den Dardanellen und vielleicht
auch anderswo ab, ehe es sich endgültig entscheidet.
Schon das ist gegenüber den Hoffnungen
der Westmächte ein Gewinn und vielleicht
nicht der einzige, den uns die letzten 48
Stunden gebracht haben.
Der Rücktritt des griechischen Ministerpräsidenten
Venizelos hat in der französischen Presse
Bestürzung hervorgerufen. Man gibt jetzt deutlich
zu verstehen, daß, was auch kommen möge,
der feste Entschluß besteht, die Aktion gegen die
Dardanellen auch ohne Hilfe einer weiteren
Macht durchzuführen. Aus dieser Aeuherung
der „Liberté“ geht hervor, daß man mit der
Möglichkeit rechnet, das neue griechische Ministerium
werde für die Beibehaltung der Neutralität
HEintreten. Die Pariser Blätter messen
der Demission Venizelos große Bedeutung bei
und glauben, daß die öffentliche Meinung Griechenlands,
welche ihren Willen bereits ausdrückte,
sich nicht von dem Wege abbringen
lassen werde, auf dem die wahren Frcunde Grie-Lenland
zu seinem wahren Schicksal führen werden.
Nur daß die wahren Freunde Griechenlands
weder in Pario, noch in London, noch
in Petersburg zu finden sind.
Auch aus Italien liegen bemerkenswerte
Stimmen vor. „Corriere“ meint, die griechische
Kabinettskrise habe lediglich innere griechische
Tragweite, Italiens Daltung könne davon nicht
beeinflußt werden. Die italienische Neutralität
sei dem Dreiverband viel vorteilhafter als
500000 griechische Soldaten, weil sie der Flotte
der Verbündeten gestatte, ihre Operationen gegen
die Dardanellen zu unternehmen, statt im
Inur Rabluetiakrlse In Griechenland.
Unser Bild zeigt oben König Konstantin,
unten links Alerander Zaimis, rechts Venizelos.
Konstantinopel werde auf dem Friedenskongreß
entschieden, wo Italien seine Rechte verteidigen
künne Die „Perseveranza“ billigt den Bechluß
des Königs Konstantin, der auch in Rom
4% ausgenommen werde, als ein Beu#is seiner
vorsichtigen Politik. Jtalien habe noch tiefere
Gründe, um seine bieherige Haltung nicht aufzugeben.
Die Lockungen des Dreiverbandes.
Köln, 68. März. Der Korrespondent der
„Köln. Ztg.“ in Sosia drahtet: (Guten Athener
Nachrichten zufolge hälten die Verbandsmachte
die Sckwierigkeiten des Unternehmens
gegen die Dardonellen unterschäßzt, sähen jetzt
ein, daß ohne eine starke Lanomacht die Erwingung
der Durchfahrt kaum durckführbar
sei und danach seien die Bemühungen der Verbandsmächte
um Griechenland noch eifriger geworden.
Die Angebote an Griechenland wollen
das Aegäische Meer zu einem griechischen Binneusee
machen (1) und die Grenzen zu Lande
bis nahe an Konstantinopel verschieben! Ebenso
weitgehend sind übrigens auch die Angebote
an Italien, das eine mittelafrikanische Macht
werden (mit Frankreich als Nachbar in Tunis!)
und seinen Besitz am Roten Meer befestigen
soll. Bulgarien beobachtet Zurückhaltung, solange
die Nachbarn ruhig bleiben. Tritt Griechenland
in den Krieg ein, so würde dies Bulgarien
nicht teilnahmslos lassen. (Z.)
n n
Die Beschießung der Dardanellen.
Ohne seden Erfolg.
Berlin, 38. März. Von bestunterrichleter
Seite geht dem W. TH. über die Lage an den
Dardanellen die folgende Mitteilung zu: Die
Meldungen der englischen Admiralitat, die von
bedeutenden Erfolgen der Verbündeten bei den
Angriffen auf die Dardanellen zu berichten wissen,
sind augenscheinlich nur darauf berechnet,
einen moralischen Druck auf die Valkanstaaten
auszuuben und bei den Neutralen Stimmung
zu machen. Tatsachlich hal aber noch kein Fahrzeug
der Verbundeten bieher das Minenseld
erreicht, keine einzige Mine iist weggeräumt.
Die Landungsversuche am 5. März bei Kum
Kaleh und Sed il Bahr sind vollig gescheitert.
An beiden Stellen wurden die Angreifer unler
großen Verlusten durch Bajonettlämpse türki
scher Truppen zurückgewmorfen und ins Meer
getrieben. Die inneren Dardanellenforts haben
noch gar nicht in den Kampf eingegriffen.
Die Stimmung in Konstantinopel ist ruhig und
Berlin, 8. März. Der Sonderberichterstatter
des „Berliner Lokalanzeigers“ in den
danellen telegrarhiert: Um 10 Uhr vormittags
tauck en vor der Meerenge 5 große Schiffe auf
und beginnen ihr tägliches Bombardement. Die
schmeren turlischen (Geschutge auf beiden Seiten
der Meerenge antworten nicht einmal auf diese
nuglose Pulververgeudung. Mit einer Landung
haben die Engländer noch weniger Glück. Wo
immer sie auftauchen, werden sie mit empfindlichen
Verlusten ins Wasser geworfen. Bisher
sind mindestens 6000 Granaten schwersten Kalibers
vom Gegner verseuert worden. Ihr Ersolg
waren zwei zerschossene veraltete Werke am
Eingang der Dardanellen, die mit alten Geschütgen
bestuckt waren. Die eigentlichen Dardanellenbefestigungen
sind völlig undersehrt.
.)
Konstantinopel, 8. März. Der Spezialberichterstatter
des Wolfsschen Telegraphen-Bureaus
in den Dardanellen telegraphiert: Am
Freitag war die Beschießung hauptsächlich auf
ein Fort in der Nähe des Schlosses Kilid ul
Bahr gerichtet. An dem Bombardement beteiligten
sich zwei englische Linienschiffe von der
Majesticz und Agamemnon-Klasse. Es wurden
etwa 30 Schüsse abgegeben. Viele davon fielen
zu lurz, explodierten im Meer und warfen dabei
mächtige Wasserwellen auf. Die türkischen
Batterien gaben nur drei Schüsse ab. Eier
davon war ein Treffer und verursachte allem
Anschein nach einen Brand auf ie englischen
Schiffe entfernten sich daraurbhin sofort
und nahmen möglichst große Distanz.
Truppentransporte vor die
ardanellen.
Rom, 8. März. Der „Messagero“ meldet:
Das Paletboot „Tolemaide“ begegnete bei
Malta 22 französischen Truppentransportdampfern,
die von französischen Panzerschiffen begleitet
waren. Sie befanden sich auf der Fahrt
nach den Dardanellen. (3.)
Dae wahre englische (Gesicht.
Haag, 3. März. „Dailn Chronicle“ sagt:
Die Forcicrung der Tardanellen ist nicht nur
eine militarische, sondern auch einc hochpolitisch:
Altion. Die Dardanellen sind ein kleines (ibraltar,
desien Besitz Englands Herrschaft im
Mittelmeer endgüllig macht (!). Rußland beläme
endlich den Weg zum Mittelmeere frei,
nodurch die ins Stocken geratene Zufuhr von
Kriegomaterial wieder ausgenommen rerden
lonnte. Die politische Seite des Problems, an
deisen Losung bald mehr als 250 Kanonengegenwärtig
eine seiner kühnften und großzügig-*
Operationen, deren Erfolg voraus ul
die Gewinnung Nindelten- eines Bundesgeno
sen bedeutet. (3. — Ob der eine Bundes.
genosse wirklich sich einfangen läßt?
Der englische Mord aaschlag gegen
Sk Noger Casemenl.
Hambt urg, 8. März. Anläßlich der Durchreise
Sir Roger Calsements durch Hamburg
gestattete er seinem Begleiter, Adler Christensen.
einem Vertreter des „Hamburger Fremdenblattes“
einige Ausschlüsse über den von dem
englischen Geandten Finolay geplauten Mordanschlag
zu mad en. Außer den bereits belamten
Einzelheilen über de Angelegenbeit gab
Christensen die Deckadreise für seinen Berlehr
mit Findlay an, nämlich die Adresse eines Sieguald
Wiig, Torn#alomeers9ade. 78 II in Chri.
itiania, der englischer Spion ist.
Bemerkenswert ist der Plan, nach dem Casement
in Deutschland beiseite gebracht werden
sollte. Danach sollte Casement, der nur englisch
spricht und auf Christensen angewiesen L
in Berlin auf einen belebten Plan oder in eine
Straße geführt werden, wo viele Mencchen
seien. Mit einem Teil des Geldes, das er er-Bielt.
sollte Cbi#tensen den Pöbdel bestechen.
um dann einen Auflauf zu erregen, in dem er
dann Casement für hinen' englischen Spion bezeichnete.
Casement sei nicht imstande, sich zu
verteidigen, weil er nicht deutsch spreche, es
werde zu einer großen Schlägerei kommen.
In diesem Tumult war der Rat Findlays
— geben Sie ihm dann einen entscheidenden
Schlag auf den Kopf und niemand wird wüssen,
uer den Mann getotet bat. Cbhriftensen tat,
als leuchtete ihm dieser Plan ein und versprach,
sich die Sache zu überlegen. Findlay riet ihm
noch, einen Vertrauensmamn aus Norwegen nach
Verlin zu nehmen und alle Briefe und Dokumente
Casements zu stehlen und sie durch den
betreffenden Mann nach Chriftianio zurüchmschicken.
Die Belohnung von 5070 Pfund Sterling
wird ehrenwortlich defrätigt und Chriftensen
erhält bei dieser Gelegenheit den Geheimschlüssel
zur Himerpforte der englischen Botschaft.
Damit fährt Chriftensen am 15. Dezember
nach Berlin zurück und reist am 25. Dezember
u ieder nach Chriftiania, wo er am 27. eine
Umterredung mit dem Bosschafter hat, dem er
zwei falsche Minenkarten übergibn und mitteilt.
Casement Ichicke sich an, in einer Verkleidung
mit mehreren Offizieren nach Frland zu athen
worauf der Botschafter sehr erregt wird.
stensen fordert eine Erhöhung der versprachenen
Summe auf 10000 Tfund Sterling, und der
Botschafter verspricht, deswegen telegraphisch bei
seiner Regierung anzufragen. Am 2. Januar
abends 11 Uhr, forderte dann Christensen nach
einer erregten Auseinandersehung mit dem brilischen
Votschaffer eine Anzahlung von 25/(7)
Pfund Sterling sowie ein: verläßliche (Sarantie.
andernfalls er sich von dem unsanberen Handel
lossage. Es kommt sogar zu beleidigenden
Acußerungen und Schimpfworten, die Findlan
zu einem Wutanfall reinen. Tanach lahzt er
Ckristensen, der zweimal walrrend der Unter
redung das Haus verlaßt, durch einen Diener
u ieder Lolen. Am nachiten Tage läbt Findlan
den Normeger wmieder zu sich bitten, der energisch
auf seiner Forderung Garantie oder Schluß
besicht.
Da endlich, in die Enge gektricben. schreibt
der Botschafter den fur ihn verhängnievollen
Prief, in dem er Chriftensen 9/770 Pfund Ster-
Milelmeer zu lämpsen. Ueber die endgültigeßwversichtlich, das politische und wirtschaftliche LS schlunde schweriten Kalibers arbeiten, betrifft ling im Namen seiner Regierung zusichert.
NRegelung der Frage der Mecerenge und von hben geht seinen gewohnten Gang. die die Haltung #e Griechenlande. Britanien ah außerdem verspricht er ihm auf Ehrenwort über
lich als einen gunstigen Zufall in, betrachten, Klong das nicht wieder wie ein warnender Habe ich da etwas Torichtes geaußert? Kräfte eines indianischen Lagelohner#. und den
wenn sie ihn heute nicht aufsuchen.“ Zuruf — wie eine Muhnung zu Mißtranen fragte „Ich glaubte annehmen zu i- man dabei noch lie er veradtet al- jenen.
lso doch für einen günstigen Zufall,“ und Vorsicht? Rodewald dacht an die dasßz eint Sennor von der Hautiarbe dieses Wenn Sie ers nicht ein fur allemal mu Ihren
sagte' Rodewaldt lächelnd. „Ich irrte mich da- Worte Don Josés und an das geheimnievolle Musikers immerhin ichon eine hervorragende Freunden verderben wollen. Sennar, 1½2 nehmen
nach nicht, wenn ich annahm, daß Sie,
Sennora, sich aus dem lauten Treiben da
tudtdl! geflüchtet hätten, um hier allein zu
i *
s Treiben da drinnen kümmert mich
nicht denn ich gehöre nicht zu jener Gesellschatt.
Aber Sie find mir noch immer die
Antwort schobdig- geblieben auf meine erste
Frage. Finden Sie nicht, Sennor, daß es ein
schönes Land ist, unfer Argentinien?“
Auch sie wußte also offenbar nicht nur,
daß er ein Fremder war, sondern auch, daß
b erst seit jehr kurzer Zeit hier verweilte.
ber das war am Ende nicht sehr verwunderlich.
da ja in diesem Hause onne Zweifel bereits
von ühm gesprochen worden war. und ,
wie r nach ihrer letzten Aeußerung vermutete,
wohrt eine Gesellschofterin oder dergleichen in
der Familie del Vasco war. Und es machte
ihm Freude, dem Entzücken seines Herzens
gegen elnen Menschen Auedruck geben zu dürfen.
„Wenn ich nach den Eindrücken urteilen
darf. die ich in diesem Hause empfangen, so
Ist eg ohne allen Zweisel das herrlichste Land
Welt,“ rief er mit Wärme. „Aber ich
n0 freilich, daß ich das. Sthönte zuerst
kennen gelernt habe, und daß es von nun
an nur noch Enttanschungen gche wird.“
ie dieses Haus erst wirklich
lennen. tönte es merkwürdig ernst aus dem
dunklen Blattwerk zurück, „so. kennen Sie
das ganze Land. Und ich vermute, daß S
aledann ausgehört haben, es für das Prcukichiie
der Welt zu palten.“
Brieschen vom gestrigen Abend. Die Haufigkeit
dieser Warnungen aber, mit denen man
ihn, den Fremden, so freigebig bedachte, fing
nachgerade an, ihn zu belustigen.
„Und weshalb Jollte 4% mir dann anders
erscheinen, Sennora?“ frag . „Kann eine
Nation liebenswürdigere Eenschofirn und bestechendere
Vorzuge. haben. als sie sich hier so
berzerfreuend offenb
Es ist nicht meine (Gache, Ihnen darauf zu
ontworten, Sennor! So viel nur lassen Sie
mich Ibnen sagen- daß Argentinien ein gefährliches
Land ist Träumer und
Idealisten. Aber,“ ½ sie, noch ehe er
antworten konnte, in einem nz ver ränderten
Tone fort, „entschuldigen Sie rse Unwissenbheit
— ist das nicht Chopin, was man da
drinnen spielt?-Seit
einer Minute drangen durch die offenen
Flugntaren die vollen, weichen Klänge
des Flüge els zu ihnen heraus, und Rodewald!
saoh mit ein Erstaunen, daß der musizierende
Künstler ein allerdings wic die anderen
Kaste 409 tade los elegant gekleideter wollköpfiger
e
Node valdt lauschte eine kleine Weile, um
dann zu antworten: „Allerdings, Sennora, es
ist ein Nokturno von Chopin. Und dieser
dungelsarbias, e Herr da drinnen ist allem Anschein
nach ein Virtuose von nicht geringer Begabung
— wahrscheinlich ein bekannter und
beschügier Zünkiern «
Stat Erwlderung vernahm 8 nur ein
halblautes. msitlic klingendes Lachet
Personlichteit sein müsse, wenn man ihmn Jutritt
in eine so vorehme Gesellichait gewahrt.“
In der dunklen Pflanzengruppe kniiterte
und vaschetier es wie von seidenen Gewandern,
und eine Sekunde später fland die Unbekannte.
von der Rodewaldt bis dahin nichts mehr als
die unbestimmten Umrißlinien ihrer Figur
gesehen hatte, dicht an seiner Seite. Er erkannte
nicht, er vermutet hatte,
sondern ein junges Mädchen von
höchstens stebzehn Jahren wor. Ihre Zierliche,
in ein Kleid von schimmerndem, schwarzem
Atlas gehüllte Gestalt war
linderhaft zart und zierlich. Sie
Mantilla, die ihren Kopf verhüllte, weit über
das Gesicht herabge zogen. und eine schmale.
wunderfein gesormie bräunliche Hand, an deren
Ringfinger ein Brillant funtkelte. hielt das
duftige Spihengewebe unter dem Kinn zu.
sammen, wie wenn sie dem jungen Manne
den Anblick ihres Gesichts nicht angstlich genug
entziehen könnte.
„llm des Himmels willen. mein Herr, lassen
Sie sich's nicht beifallen, eine derartige Aeußerung
vor irgendeinem Caballero aus unvermischtem
spanischem Blute zu wiederholen!
Sie würden ihm damit die schwerste Veleidigung
zusügen. und alles andere konnte er Ahuen
leichter verzeihen als die Vermutung, daß e
mit einem Porb##en auf dem Fuße getellihaft.
licher Gleichberechtigung verkehrt habe. Dieser
Neger ist nichte als ein be zahlter Klavierspieler,
ein verachteier Paria, dessen Talent man sich
#zu Nunen macht, wie elwa die körperlichen
Sie vor allem Ruckiichn aus beren Rasienolz!
Ein menichliches Weien, dern ##rer Meinung
nach nicht vollig zweielle#er Abnammunga imn.
sei es Mann oder Welb. chon oder hal c#-arm
oder reich, und ware auch nhur ronr gend
einem iernen Voriahren her ein Treopien vom
Neger- oder Indiaonerrlut in ieinen Abern, in
für leden Rachkommüng der un fere u Panischen
Erobderer nur #ntn anMulatte und
Gesindel). Man mag ich seinet bedienen, wenn
die Umstande er 1## mu sich bringen. mont
mag es nmußbrauchen oder deitchien, aber man
wird doch uiemals aufboren. er als ein Geschopf
niederer Ganung an zu seben und es gleich
etmas Unreinem mit dem Fußze de seite 11
stoßen, wenn mon jseiner nich: mehr bebor.
Wenn ie aniang in alei ireurgem Tonec.
mit einem klemen zuarkac uluge ge.
sprochen hatte, so haur sich der Aued'uc ihrer
Worte zulet bis zur Leidenischaftlutet ge
steigert; etwas wir gluhender Zorn. wie wilder,
unverjohnlicher Haß schien isch daiin zu offendaren,
und als nodewaldt ernaum all die
zierliche Gestalt binabfah. die er fast um daupteslange
überragte. glaubte er deutlich madrzu
nehmen, wie die kleine vronefarbige Hand.
die den Spitemsshueter, zusammenhielt, in nervöser
Erregung zitter
Die irmprahtemkbnne Unbekannte fing jetzt
an,. ihn lebhafter zu interessieren Eine D1#
nerin mideren Ranges war sie jedensaus nicht.
Dagegen sprach ihre Ausdrucksweise noch mehr,
als der kostbare Edelstein an ihrem züer
(Fortsehung -olyt.)
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