Die süddeutschen Staaten. 245
feierlichen, eben geleisteien Eid verpflichtet, sondern zugleich auch durch innere
Neigung gedrungen, nach Kräften den Frieden zu wahren im Innern der
Diöcese, und den Frieden zwischen Staat und Kirche. Dabei lebe ich der freudigen
Ueberzeugung, daß bei den hochherzigen Gesinnungen Euer kgl. Majestät
und den erleuchteten Prinzipien Ihrer Regierung die Erhaltung dieses Friedens
nicht allzuschwer sein werde. Sollten aber schwere Zeiten kommen und
drohende Wolken sich zusammenziehen, so werde ich mich mit meinen Bitten
und Sorgen vertrauensvoll an das landesväterliche Herz Eurer Majestät
wenden. Genehmigen endlich Hoöchstdieselben, daß ich mit dem Ausdruck der
tiefsten Ehrfurcht und gewissenhaften Gehorsams zugleich auch die Versicherung
treuer Anhänglichkeit vor Euer kgl. Majestät niederlege."
21. Dec. (Baden). Die II. Kammer nimmt das Militärbudget ohne
wesentliche Abstriche und die Verlängerung des Contingentgesetzes
auf 2 weitere Jahre mit allen gegen die 5 ultramont. Stimmen an.
24. „ (Bayern). Eine kgl. Verordnung spricht die Auflösung der
bisherigen Landwehr, gegen die so viele Klagen bestanden, aus.
— „ (Württemberg). In Folge einiger Neuwahlen zählt nunmehr
die vereinigte Linke (Volkspartei und großdeutsche Demokraten)
46 Stimmen d. h. genau die Hälfte der zweiten Kammer und fast
zwei Drittel aller direct gewählten Abgeordneten, wenn von den
verfassungsmäßig in der Kammer sitzenden (sog. privilegirten) Vertretern
des Adels oder der Ritterschaft und der Geistlichkeit abgesehen
wird.