18. März. Deputationen beim König. 17
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beim Arm und sagte: „So weit sind wir nun gekommen,
aber wie weit wir noch kommen werden, wissen wir freilich
nicht.“1)
Sämtliche Minister waren auf das Schloß beschieden
worden, um ihre Entlassung zu vernehmen. Graf Krnim?)
gleichfalls, um als Ministerpräsident ein neues Ministerium
zu bilden.
Es folgt eine Erzählung der Saene vor dem Schlosse zack
der, Spenerschen Zeitung“, an die sich das Folgende anschiießt.
Der König fordert herrn v. Minutolis) auf, auf den
Balkon hinauszutreten und den draußen Dersammelten mit-
zuteilen, daß der König nun Ruhe wünsche; die Uönigin
sei unwohl. Gegen diesen Befehl deprezierte aber der Dolizei-
präsident und äußerte, er sähe sich hompromittiert, wenn
man dieser Kufforderung nicht nachkäme. Der Ruf „Mi-
litär zurück“, wozu sich auch der „Minister abtre-
ten“ gesellte, wurde immer dringender, so daß man sich
entschließen mußte, in Bereitschaft gehaltene Truppen kommen
zu lassen, um den Schloßplatz zu säubern. Es sollte dies
aber mit Dermeidung des Gebrauchs der Waffen geschehen;
es rückte daher von der Stechbahn aus eine Eskadron Dra-
goner en ligne im Schritt, ohne das Gewehr aufzunehmen,
auf dem Dlatze vor, gleichzeitig eine Kbteilung Infanterie
in einer debandierten Linie aufgelöst, die zurückweichenden
Menschen dicht vor sich treibend. Ich sah und hörte vom
1) In dem ursprünglichen Tagebuche ist der Wortlaut kürzer:
„Wohin wir noch kommen, wissen wir freilich nicht".
1) Adolf Heinrich Graf v. Arnim-Boytzenburg. Er war von
1842—1845 Minister des Innern gewesen.
) Polizeipräsident.
Graf Waldersee, Erinnerungen. 2