Full text: Impf-Friedhof.

— 22 — 
Wenn man das Bild dieses herzigen Knäbleins im gesunden 
Zustande besieht und dann als Leiche nebenan betrachtet, möchte man 
sich wahrlich nicht wundern, wenn besonders die Mutter dieses 
Kindleins zur Verbrecherin würde — oder dem Wahnsinn verfiele. — 
Geitschrift für Erz. u. Unterr., Dezember 1908.) 
AUnd bald kamen weitere Meldungen von Impferkrankungen, 
darunter noch eine mit tödlichem Ausgange nach 14 Tagen. Inner= 
halb 3 Wochen waren 28 Fälle gemeldet; welch eine Menge von 
Eiter und Ausschlag habe 
ich bei der Besichtigung 
zu sehen bekommen! 
Kein Wunder, daß auch 
nachts im Traum die 
Bilder erscheinen und 
mir keine Ruhe lassen. 
Eine Mutter äußerte: 
„Wenn mir mein Kind 
stirbt, werde ich zur 
Verbrecherin!“ 
66. HRannover. 1909. 
Louis Bäsecke, Han- 
nover, Johannishof 4 Ul, 
1 Jahr alt, geimpft am 
2. Juni 1909. Bei der 
Nachschau war der Arm 
geschwollen; der Arzt 
empfahl zu kühlen; dann 
Fieber und Rotlauf, 
3 Impfstellen eiterten. 
Ende Juni kam ein 
großer Ausschlag zum 
Vorschein, der auf die Mutter und alle drei Geschwister übertragen 
wurde. Nach Aussage der Mutter hat das Kind nie Ausschlag vor 
dem Impfen gehabt. Lichtbild vom 17. Juni 1909. 
67. Rannover. 1910. Karl Kohlrusch, Wiesenstraße 42, be- 
kam außer 4 eiternden Impfstellen, Rotlauf und starke Anschwellung 
des Armes bis in die Finger. 
68. BRannover. 1910. Heinrich Radke, Glockseestraße 18al, 
hatte am 4. Tage nach dem Impfen Fieber, am folgenden Tage fiel