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Wenn man das Bild dieses herzigen Knäbleins im gesunden
Zustande besieht und dann als Leiche nebenan betrachtet, möchte man
sich wahrlich nicht wundern, wenn besonders die Mutter dieses
Kindleins zur Verbrecherin würde — oder dem Wahnsinn verfiele. —
Geitschrift für Erz. u. Unterr., Dezember 1908.)
AUnd bald kamen weitere Meldungen von Impferkrankungen,
darunter noch eine mit tödlichem Ausgange nach 14 Tagen. Inner=
halb 3 Wochen waren 28 Fälle gemeldet; welch eine Menge von
Eiter und Ausschlag habe
ich bei der Besichtigung
zu sehen bekommen!
Kein Wunder, daß auch
nachts im Traum die
Bilder erscheinen und
mir keine Ruhe lassen.
Eine Mutter äußerte:
„Wenn mir mein Kind
stirbt, werde ich zur
Verbrecherin!“
66. HRannover. 1909.
Louis Bäsecke, Han-
nover, Johannishof 4 Ul,
1 Jahr alt, geimpft am
2. Juni 1909. Bei der
Nachschau war der Arm
geschwollen; der Arzt
empfahl zu kühlen; dann
Fieber und Rotlauf,
3 Impfstellen eiterten.
Ende Juni kam ein
großer Ausschlag zum
Vorschein, der auf die Mutter und alle drei Geschwister übertragen
wurde. Nach Aussage der Mutter hat das Kind nie Ausschlag vor
dem Impfen gehabt. Lichtbild vom 17. Juni 1909.
67. Rannover. 1910. Karl Kohlrusch, Wiesenstraße 42, be-
kam außer 4 eiternden Impfstellen, Rotlauf und starke Anschwellung
des Armes bis in die Finger.
68. BRannover. 1910. Heinrich Radke, Glockseestraße 18al,
hatte am 4. Tage nach dem Impfen Fieber, am folgenden Tage fiel