IV
aufgebot den an Ideale glaubenden, Rechtlichkeit und Gesetzlichkeit
vermutenden Eltern entrissen werden, um an ihnen eine Vergiftung
des Blutes vorzunehmen, die Krankheit im Gefolge haben muß.
wenn sie richtig wirken soll, die den Eltern minderwertige, geschädigte,
ja sogar aus dem Leben beförderte Geschöpfe zurück läßt, ohne sich
dafür verantwortlich zu fühlen. Und das gegen den Willen der
Eltern, gegen Gesetz und Verfassung und obgleich alle die, welche
sich impfen ließen, nach der Theorie ihrer Lehre bereits vor Pocken
geschützt find, also durch ungeimpfte kleine Kinder niemals in Ge-
fahr geraten könnten — wenn eben diese Theorie Wahrheit wäre.
Das aber ist's! Sie ist nicht Wahrheit, sie ist Wahn, sie ist Lug
und Trug. Diesem ungeheuerlichen Dogma werden alljährlich Tausende
geopfert an fröhlichen Kinderherzen, an lachenden Kinderstimmchen
und an jubelnden Mutterfreuden. Gibt es etwas wahnwitzigeres?
Gibt es etwas verbrecherischeres 7 Hieran ist die Aerzteschaft ins-
gesamt mitschuldig, weil sie nicht aufsteht und erklärt: „So lange im
Gesetz der Zwang nicht enthalten ist. erklären wir uns gegen die
jetzt üblich gewordenen Zwangsimpfungen. Es geschehe nach dem
Gesetz von 1874, wonach jeder zur Impfung aufgefordert wird, es
auf seine Gefahr hin unterlassen kann und dafür eine einmalige
Strafe zahlt. Die Zwangsabimpferei ist eine schmachvolle Handlung
für jeden Arzt, für den gesamten Stand.“ In der preußischen
Verfassung heißt es: „Die Wissenschaft und ihre Lehre ist frei.“
Das brachte vor bald 100 Jahren der hervorragende, berühmt ge-
wordene Leibarzt des Königs von Preußen, Professor für Pathologie
und Therapie an der berliner Univerfität, Staatsrat und Ober-
medizinalrat Dr. Hufeland mit den Worten zum Ausdruck:
„Freiheit des Denkens — Freiheit der Wissenschaft, dies ist
unser höchstes Palladium und muß es bleiben, wenn wir weiter
kommen sollen! Keine Art der Despotie. keine Alleinherrschaft,
kein Druck von Glaubenszwang. Selbst die Regierung darf in
wissenschaftliche Gegenstände nicht eingreifen, weder hemmend,
noch eine Meinung ausschließlich begünstigend. Denn beides
hat, wie die Erfahrung lehrt, immer nur der Missenschaft
Schaden getan. Nur Prüfung durch Erfahrung, durch Rede
und Gegenrede, durch fortgesetztes freimütiges Untersuchen; also
nur die Zeit kann und wird sicher das Wahre von dem Falschen.
das Brauchbare von dem Unbrauchbaren sondern!=
In diesen Worten liegt Edelgefinnung, liegt wahrer Arztesgeist.
Wie heruntergekommen, wie entartet und verroht muß es daaeaen