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in der Regel mehr in der Mathematik und den Naturwissenschaften,
meistens auch in den neueren Sprachen, haben den Vorzug des
Stoffreichthums und gewähren einen unmittelbaren Zugang zu der
Wirklichkeit des heutigen Lebens —, aber (mit selbstverständlichen
Ausnahmen auf beiden Seiten) das Gymnasium führe im allgemeinen
feine Schüler doch zu größerer Freiheit und Selbständigkeit
des Geistes, während die Realschule vorzugsweise die Receptivität
pflege, gewähre eine liberalere Bildung und rege meistens ein wissenhafcliches
Streben in höherem Grade an als die Realschulen.
Zu den Ursachen dieser Berschiedenheit gehöre allerdings auch
die Natur der Lehrobjecte: bei den Realschulen überwiege die Unterweisung
in den Gegenständen nothwendiger Gesetze, in den Gymnasien
das Gebiet des freien und individuellen Geisteslebens und
die ethischen Unterrichtsmittel. Aber es gebe noch andere Ursachen:
der Lehrer habe in den Realschulen nach mehr als Einer Seite
eine schwierigere Aufgabe vor sich als der Gymnasiallehrer, sowohl
in dem Schülermaterigl wie im Unterricht selbst; die Methodik des
Realschutunterrichts sei noch viel weniger ausgebildet, und anderes
derzl., mehr. Die Unterrichts= und Prüfungsordnung habe auf
diese. Schwierigkeiten hingewiesen, und wo man nach ihrem Geifte
verfahren, seien die guten Wirkungen nicht ausgeblieben. Aber der
pädagogische Sinn des Zusammenwirkens Aller zu Einem Zweck,
und die wissenschaftliche Selbstverläugnung, welche z. B. die Behandlung
des lateinischen Unterrichts in Realschulen verlange, werde
nicht selten vermißt; die Vereinzelung des Fachlehrerwesens sei vorherrschend
geworden.
In dem vielfachen öffentlichen Meinungsaustausch über die
Realschulen, so führte Referent weiter aus, könne man eine dreifache
ichtung unterscheiden: .
. Die eine Meinung gehe dahin, die Realschule sei gut, wie sie
sei; aber sie müsse noch vervollkommnet werden und die Gleichstelung
mit dem Gymnasium sei noch weiter zu verfoulgen. Eine
zweite Anffaffung halte die Realschule, wie dieselbe gegenwärtig sei,
nicht für gut; wan befürworte von dieser Seite, die Riealschule auf
ihren ursprünglichen Begriff zurückzuführen und in derselben das
moderne Culturleben wieder in den Vordergrund zu stellen. Eine
dritte Meinung sage, die Realschule tauge nichts, sie sei eine Verfirrung,
von der zurückgekommen werden müsse. '
Howdiefem dritten Standpuncte werde geltend gemacht, es sei
durch die Schöpfung der Realschule ein verderblicher Dualismus in
unsere Bildung gekommen und ein Riß in dem öffentlichen Schulwesen
und in der nationaten Bildung entstanden; die Realschule
nthalte keine auf das Ideale Ferichteten Bildungselemente und
entwickele nur den auf das Mechanische gerichteten. Verstand.
„Refrrent war jedoch der Meinung, daß das. Rebeneimander. von