Der Schild im allgemeinen; seine Formen und Farben. 13
ebenso jener Hochmeisterschild, der im Museum Ferdinandeum
in Innsbruck aufbewahrt wird.
In der Regel wurden die Wappenbilder durch Bemalung
mit Farben und durch Pelzwerk, manchmal auch plastisch auf
den Schilden dargestellt; die Bemalung wurde meistens auch
bei den plastischen Bildern in Anwendung gebracht.
Die Heraldik kennt eigentlich nur vier Farben: Rot,
Blau, Grün, Schwarz, und zwei Metalle: Gold (durch
Vergoldung) und Silber. Diese Farben heißen die heral—
dischen Farben oder Tinkturen.
Was die Farben selbst anbelangt, so werden nur ganze
(ungemischte) Farben verwendet: für Rot Mennig oder
Zinnober; für Blau ein reines Himmelblau (Ultramarin,
Kobaltblau); für Grün ein lichter, greller Ton, Grünspan,
Schweinfurtergrün; für Schwarz Ruß oder Rebenschwarz.
Statt der Metalle wurde bei einfacheren Darstellungen wegen
der Ersparnis auch Farbe genommen, statt Gold Schwefelgelb
(Auripigment), statt Silber Weiß (Bleiweiß).
Später fügte man noch einige Farben hinzu: Eisengrau,
Aschfarb, Orangegelb, Fleischfarb usw., die aber ganz unheraldisch
und überflüssig sind. In Spanien erscheint zuweilen
auch Purpur (Kirschrot) als Feldfarbe.
Mit diesen vier Farben und zwei Metallen findet der
Heraldiker in der Regel das Auslangen und greift nur dann
zu sogenannten natürlichen Farben, wenn es die Notwendigkeit
wirklich erheischt, so z. B. wenn er einen braunen Hirsch,
eine rosenrote Rose, eine Hand, einen Menschen in seiner
natürlichen Farbe usw. darstellen will.
In der alten Heroldskunst kommt der Gebrauch der
Naturfarbe nicht häufig vor. Erst neuerer Zeit wendet man
die Natur= oder natürlichen Farben allgemein an. Die Alten
nahmen in der Regel statt derselben die nächstgelegene ganze,
heraldische Farbe. So wurden z. B. Hirsche, Hunde schwarz
oder rot, Löwen meist golden oder rot, Rosen hochrot, menschliche
Körperteile rot oder silbern dargestellt; letztere jedoch
häufig in natürlicher Farbe.