Bevölkerung aus den Ketten der Knechtschaft zu befreien. In dieser Richtung muß man auch das Heil der
Nachbarn Rußlands, sowie den Frieden Europas und Asiens in Betracht ziehen. Auch die Siege Österrreich-Ungarns
und Deutschlands haben unter diesem Gesichtspunkt eine große Bedeutung. Die Tätigkeit der Türkei
erweckt Hoffnungen nicht bloß bei der Bevölkerung des Türkischen Reiches, sondern auch bei den Türken und
Muselmanen in Rußland, die den Martern der Tyrannei ausgesetzt sind.
In dem Aufruf wird ferner dargelegt, daß eine Bevölkerung von 30 Millionen Menschen in der schönen
Ukraine, die den Martern der russischen Unterdrückung unterworfen ist, Heil erwartet. Ihr Onomanen,
heißt es weiter, kennt uns. Die Geschichte sah uns oft zusammen am Schwarzen Meer kämpfen. Unsere Kosaken
genossen den Schutz Euerer Padischa. Wir hoffen heute die historisch beglaubigte Verbindung wieder
aufleben zu lassen. Die Ukraine, die nach der Niederlage Rußlands die Russen auf ihre natürliche Grenze,
und das ist Moskau zurückdrängen wird, wird ihre Freiheit und Unabhängigkeit wieder erlangen und ewig
mit der Türkei verbunden bleiben, weil die Vereinigung dieser beiden Kräfte gegen das Moskowitertum unerläßlich
ist.
Wir begrüßen von ganzem Herzen jeden Schritt, den die Türkei gegen den Feind tun wird, um die Ukraine
zu retten. Die türkische Armee wird in ihrem Kampfe gegen die fremde Regierung und ihren falschen Panslawismus
unsere aufrichtige Liebe finden.
Ein Kriegsliederbuch für unsere Truppen, das im Auftrage des Kultusministers von einer Kommission
ausgearbeitet worden ist, ist in über einer halben Million Exemplaren aus Mitteln des Ministeriums dem Heere
überwiesen worden.
Newyorker Blätter veröffentlichen Briefe von Soldaten der englischen Kolonialarmee, die jetzt an Stelle
der regulären Armee in England Garnisondienste versieht. In diesen Briefen beklagen sich die Soldaten bitter,
daß sie schwere Erdarbeiten verrichten müssen. In einem Umkreise von zwanzig Meilen ringsum London
werden Gräben ausgehoben und Erdschanzen und Verteidigungswerke angelegt. Ferner seien auch entlang
der ganzen Küste Verteidigungswerke angelegt.
Als deutsche Helden kennzeichnen holländische Blätter die deutschen Matrosen, die in dem Torpedogefecht
den Tod fanden. Es heißt: Die deutschen Matrosen hätten sich heldenmätig gewehrt, und so lange
gefeuert, bie sie und ihre Kanonen buchstäblich unter Wasser verschwanden. — Der Berichterstatter der Times
hat an einem englischen Zerstörer ernstere Schäden über der Wasserlinie festgestellt.
Die Portugiesen in Berlin scheinen schon, wie seinerzeit die Japaner, einen Wink erhalten zu haben,
denn seit zwei Tagen verlassen sie Berlin.
Aus Warschau sind sämtliche Verwundeten in das Innere des Landes gebracht worden.
Obgleich die Wehrordnung die Pastoren, welche ein geistliches Amt bekleiden, vom Dienst mit der Waffe
ausschließt, so befinden sich doch mchrere Pastoren im Felde in ihrer ehemaligen militärischen Charge. Einige
sind auch als Feldgeistliche eingestellt, wie überhaupt aus ganz Deutschland von beiden Konfessionen.
22. Oktober.
Amtlich meldet das Große Hauptquartier: Die Kämpfe am Yserkanal dauern noch fort. Elf englische
Kriegsschiffe unterstützten die feindliche Artillerie. Östlich Dixmuiden wurde der Feind zurückgeworfen. Auch
in der Richtung Ypres drangen unsere Truppen siegreich vor.
Es ist einwandfrei festgestellt, daß der englische Admiral, der das Geschwader vor Ostende befehligt
nur mit Mühe von der Absicht, Ostende zu beschießen, durch die belgische Behörde abgebracht wurde.
Die Kämpfe nordwestlich und westlich Lille waren sehr erbittert, der Feind wich aber auf der ganzen Front
langsam zurück.
Heftige Angriffe aus der Richtung Toul gegen die Höhen Thieucourt wurden unter schwersten Verlusten
für die Franzosen zurückgeworfen.
Auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatz folgen Teile unserer Truppen dem weichenden Gegner in der Richtung
Ossowice. Mehrere hundert Gefangene und Maschinengewehre fielen in unsere Hände.
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