inzwischen eine kolossale Menschenflut ergossen hatte. Die nachher herausgegebenen Extrablätter kündeten
großen Sieg unserer Truppen über Franzosen und Englämder an.
Ich werde auf dieselben noch einmal ausföhrlicher zurückkommen.
29. August.
Soeben fuhr ein Zeppelinluftschiff über unsere Stadt, dasselbe wurde begeistert von allen Leuten auf der
Straße begrüßt. Es ist jetzt selten, daß man eines zu sehen bekommt.
28. August.
Deutscher herrlicher Siegeslauf. Die englische Armee, der sich drei französische Territorialdivisionen angeschlossen
haben, ist nördlich von St. Quentin vollständig geschlagen und befindet sich in vollständigem Rückzuge
über St. Quentin. Mehrere 1000 Gefangene, 7 Feldbatterien und eine schwere Batterie sind in unsere Hände
gefallen.
Südöstlich von Mezieres haben unsere Truppen unter großen Kämpfen die Maas überschritten.
Unser linker Flügel hat nach neuntägigen Gebirgskämpfen die französischen Gebirgstruppen bis östlich
von Epinal zurückgetrieben.
Der Bürgermeister von Brüssel teilte dem deutschen Kommandanten mit, daß die französische Regierung
der belgischen Regierung in der Offensive nicht mehr helfen könne, da sie selbst in die Defensive gedrängt sei.
Die Deutschen stehen schon bei Cambrai, also nur noch 160 Kilometer vor Paris. Und durch den Sieg
bei St. Quentin nur noch 40 Kilometer vor Paris. Mehrere Tausend Engländer gefangen, das heißt eine
Glanzleistung unserer deutschen Truppen. Infolge der vortrefflichen Arbeit der 42 Zentimeter-Mörser halten
sich unsere Truppen mit langwierigen Belagerungen nicht mehr auf.
Das englische Hilfskorps ist in kurzer Frist dreimal geschlagen worden. Am Semois von Herzog Albrecht
von Württemberg, bei Maubeuge von Generaloberst von Kluck, der außerdem ein vorzügliches Umgebungsmanöver
einleitete, das nun bei St. Quentin so vortreffliche Früchte trug. Sie wollten über Boulogne wieder
über den Kanal, fanden aber keine Zeit mehr hierzu. Ein dreifaches Bravo unseren braven Truppen.
Antwerpen ist eingeschlossen und wird wohl nicht mehr zu lange auf die Einnahme gewartet werden.
Unsere Zeppelinbomben haben mitgeholfen. Wie mag sich der alte Herr der Erfinder der Zeppeline, unser hochverehrter
Graf Zeppelin, ein echter Schwabe, freuen. Wie großen Anteil hat er an unseren guten Erfolgen!
Maubeuge ist vollständig eingeschlossen.
Die Klammern um Verdun, dem Schlüssel des französischen Festungsgürtels, beginnen sich immer fester
zusammenzuschließen.
Welche überaus herrliche Erfolge in einer Zeit von vier Wochen seit der Kriegserklärung.
Kaiser Wilhelm hat dem Staatsministerium nachstehendes Telegramm gesandt:
Die Heimsuchung meiner treuen Provinz Ostpreußen durch das Eindringen feindlicher Truppen
erfüllt mich mit herzlicher Teilnahme. Ich kenne den in schwerer Zeit bewährten unerschütterlichen Mut
meiner Ostpreußen zu genau, um nicht zu wissen, daß sie stets bereit sind, auf dem Altare des Vaterlandes
Gut und Blut zu opfern und die Schrecknisse des Krieges standhaft auf sich zu nehmen.
Das Vertrauen zu der unwiderstehlichen Macht unsers heldenmütigen Heeres und der unerschütterliche
Glaube an die Hilfe des lebendigen Gottes, der dem deutschen Volke in seiner gerechten Sache
und Notwehr bisher so wunderbaren Beistand geleistet hat, werden niemand in der Zuversicht auf baldige
Befreiung des Vaterlandes von den Feinden ringsum wanken lassen.
Ich wünsche daher, daß alles, was zur Linderung der augenblicklichen Not in Ostpreußen, sowohl
der von ihrer Scholle vertriebenen als auch der in ihrem Besitz und Erwerb gestörten Bevölkerung geschehen
kann, als ein Akt der Dankbarkeit des Vaterlandes sogleich in Angriff genommen wird. Ich
beauftrage das Staatsministerium, im Verein mit den Behörden des Staates, den provinziellen und städtischen
Verbänden und den Hilfsvereinen auf den verschiedenen Gebieten der Fürsorge durchgreifende
Maßnahmen zu treffen und mir von dem Geschehenen Meldung zu machen.
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