Full text : Kronprinz Wilhelm. Meine Erinnerungen aus Deutschlands Heldenkampf.

siegesbewußt  lautende  Meldungen,  die  den  unerschütterlichen  Willen  der
Gefechtsführung  erkennen  ließen.  Etwa  um  10°  vormittags  begann  der
Angriff  auf  der  ganzen  Front,  und  schon  um  100  nachmittags  war  der
erbittert  kämpfende  Feind  überall  durch  vorzügliches  Zusammenwirken
aller  Waffen  geworfen.  Nach  der  Erstürmung  der  Därfer  Bleid,  Mussy
la  Dille  und  Baranzy  ordneten  sich  die  Batalllone,  um  ihren  Sieg  durch
ausgieblge  Verfolgung  auszunutzen.  Diese  wurde  dann  bis  zur  Abenddämmerung
  unter  dauernden  Winzelgefechten  fortgesetzt.  Die  hervorragende
Kelstung  des  XIII.  A.  R.  übertraf  noch  die  hohen  vom  GCberkommando
gehegten  Erwartungen,  als  dort  die  erreichte  Linie  von  Grandcourt  über
Tellancourt  ble  gegen  Villers  la  Thevre  eingeseichnet  werden  konnte.
Indessen  hatte  man  im  Armee-ZSauptquartier  lange  Zeit  gespannt  auf
Nachrichten  über  die  Ereignisse  vor  Longwy  gewartet,  dessen  Fall  unter
dem  Windruck  der  schweren  Beschießung  erhofft  wurde.  Als  kelnerlei
VDerbindung  mit  dem  Detachement  ZKämpffer  gelang,  wurde  mittage  mein
persönlicher  Adjutant,  Masor  v.  Müller,  über  Niederkerschen  —  Aubange  —
ZSalanzy  entsandt,  um  unbedingte  Klarheit  über  die  Lage  einzuholen.
Schon  unterwegs  in  Salanzp  erfuhr  er,  daß  die  Infanterle-Brigade  Teichmann
  infolge  eines  feindlichen  sehr  starken  Angriffs  bei  Romaln  schwere
Derluste  erlitten  und  Befehl  erhalten  hatte,  sich  bei  Zalanzy  zu  sammeln.
Beim  weiteren  Suchen  nach  dem  Standort  des  Detachementeführers  in
Richtung  auf  den  waldrand  nördlich  Longwy  länge  einer  dorthin  führenden
Drabtleitung  boten  sich  ihm  alle  nervenerregenden  Bilder  im  Rücken  elnes
modernen  Rampfes.  Generalleutnant  Zämpffer  hielt  das  Wingrelfen  der
52.  Infanterie-Brigade  für  mißlungen  und  hatte  außerdem  Meldung  von
dem  Vordringen  einer  starken  feindlichen  Rolonne  im  Thlers-Tal,  die  er
schon  bel  Longwpy  la  Basseoille  vermutete.  Er  war  daher  in  Sorge  um
seine  Artillerie  und  die  Durchführung  seiner  Aufgabe.  Major  v.  Müller
konnte  ihm  über  die  fortschreitenden  RZämpfe  dee  XIII.  und  VI.  R.  R.
beiderseits  Longwy  berichten.  Die  sehnlichst  erwartete  mntlastung  mußte
also  kommen,  und  die  kritische  Lage  des  Detachemente  bonnte  durchgehalten
werden.  Was  war  geschehen?  Der  Feind  hatte  tatsächlich  den  Versuch
dec  Entsatzes  seiner  Feste  durch  einen  von  starker  Artillerie  unterstützten
Infanterievorstoß  aus  dem  Chiers-Tal  über  Lexy  auf  Romaln  mit  viel
Schneid  unternommen.  Demgegenüber  hatte  General  v.  Teichmann  starbe
Teile  seiner  Brigade  aus  ihrer  bieherigen  Sturmvorbereitung  heraus  nach

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