IV. Kriegswirtschaft 105
1912 1913
an t Mill. M t Mill. M
Futtergerste 2 757 000 405 3 087 000 366
Mais, Dari 1 142 000 143 919 000 102
Kleie. 1 606 000 187 1 414 000 130
Reisabfälle 214 000 22 206 000 19
Ölkuchen 794 000 116 820 000 119
Schlempe, Treber, Malzkeime 213 000 28 226 000 28
Diesen aus dem Auslande bezogenen Futtermitteln müssen noch die
aus der Verarbeitung der ausländischen Ölfrüchte gewonnenen Futtermittel
zugerechnet werden, deren Einfuhr oben dargestellt ist. Dagegen sind die
Mengen abzurechnen, die aus Deutschland ausgeführt werden. Diese sind
aber nur bei Ölkuchen von Bedeutung, worin 1912: 264 000 Tonnen
(34 Mill. M.), 1915: 294 000 Tonnen (38½ Mill. M.) ausgeführt wurden.
Hafer ist in die Übersicht nicht aufgenommen worden, weil die heimische
Haferernte in normalen Jahren zur Deckung unseres Verbrauchs ausreicht
und die Hafereinfuhr durch die Ausfuhr ganz oder teilweise ausgeglichen,
bisweilen sogar überragt wird, so 1915, wo einer Einfuhr von 505 000 Tonnen
(60 Mill. M.) einer Ausfuhr von 662 000 Tonnen (93 Mill. M.) gegenüber-
stand, während 1912 die Einfuhr 666 000 Tonnen (92 Mill. M.), die Aus-
fuhr nur 385 000 Tonnen (62 Mill. M.) betrug.
4. Schließlich sei unter den Genußmitteln noch des Tabaks und der alko-
holischen Getränke gedacht. In Tabak haben wir eine starke Einfuhr an
unbearbeiteten Tabakblättern (1912 und 1913 je etwa 80 000 Tonnen im
Werte von 135 Mill. M.), der nur eine winzige Ausfuhr gegenübersteht.
In Zigarren halten sich Ein- und Ausfuhr etwa die Wage, in Zigaretten
überwiegt die Einfuhr (1915: 8 Mill. M. gegen 2 Mill. M. Ausfuhr). Bei
Wein ist die Einfuhr in Fässern von Bedeutung: sie betrug 1915: 128 000
Tonnen im Werte von 54 Mill. M. gegenüber einer Ausfuhr von 9600
Tonnen im Werte von 8½ Mill. M. Bei Flaschenwein und Bier übertrifft
die Einfuhr die Ausfuhr. Bei Weingeist und Likören in Fässern ist die Einfuhr
stärker als die Ausfuhr, während bei Likören in Flaschen einer unbedeutenden
Einfuhr eine Ausfuhr von etwa 15 Mill. M. gegenübersteht.
b) Rohstoffe.
1. An fossilen Brennstoffen ist Deutschland durch inländische Betriebe
so reich versehen, daß sein Bedarf auch ohne ausländische Zufuhr gedeckt
werden kann. Der Steinkohlenbergbau hat in ständiger Steigerung 1913
die ungeheuere Förderung von 100 Millionen Tonnen im Werte von 2,136
Milliarden M. ergeben. Hierdurch konnte nicht allein der heimische Bedarf
befriedigt, sondern es konnten auch große Mengen ausgeführt werden.
1913 belief sich der Ausfuhrüberschuß auf 24 Millionen Tonnen Steinkohlen,
wozu ferner ein Ausfuhrüberschuß von annähernd 6 Millionen Tonnen an
Koks und über 2 Millionen an Steinpreßkohlen tritt. An Braunkohlen wurden
1913: 87 Millionen Tonnen gefördert. Der Mehrverbrauch von etwa 7 Mil-
lionen Tonnen wurde durch Österreich-Ungarn gedeckt.