VIII. Die Kriegsleistung der Frauen 243
Ehrenamtliche und besoldete Mitarbeit der Frauen in der Wohl-
fahrtspflege von 45 Großstädten
(ohne Kriegswohlfahrtspflege).
A. Ehrenamtliche Arbeit.
1910 1913 Zunahme Zunahme
Zahl der Zahl der 1910 - 1913 Zahl. der 1910—1915
Frauen Frauen Frauen
Armenpflege 1697 2 086 23 % 2 623 55 %
Waisenpflege 4645 659 594 42% 7224 55%
Deputationen, Kommissionen 58 205 254 % 253 336 %
Schulverwaltung Schulpflege 104 238 129 % 334 221%
Schulpflege 46 - 62 35%
Wohnungspflege 16 47 194 % 64 300 %
6 520 9216 41 % 10 560 62 %
B. Besoldete Arbeit.
Armen-, Waisen-, Säuglings-
pflege 325 478 47 % 609 87%
Arbeitsnachweis 80 130 63% 153 91 %
Polizeipflege 15 23 53 % 36 140 %
Wohnungspflege — 7 — 17 143 %
Schulpflege 9 44 389 % 82 811%
429 682 59% 897 109 %
Kriegszweck noch nicht planmäßig zusammengefaßt, so doch in ausreichender
Fühlung miteinander, um schnell— von heute auf morgen — diese Zusammen-
fassung schaffen zu können. Und ferner: die feste Beziehung zu den Gemeinde-
verwaltungen, die Gewöhnung der Frauen an die Arbeit im gemeindlichen
Verwaltungsapparat. Über die Bedeutung und Größe dieser beiden Faktoren
geben die beigefügten Tabellen Auskunft (S. 243 bis 245).
c) Als in den letzten Julitagen des Jahres 1914 den kommenden Ereig-
nissen ins Auge gesehen werden mußte, fühlte der orstand des Bundes
deutscher Frauenvereine selbstverständlich die Verpflichtung, die ihm an-
geschlossenen Vereine in irgendeiner Weise planmäßig in den Dienst der
inneren Mobilmachung zu stellen. Um so mehr, als neben den Aufgaben,
die schon vorher als Gebiet der Vaterländischen Frauenvereine festlagen
— vor allem Verwundetenpflege und Truppenversorgung —, andere große
soziale Kriegsprobleme ins Auge gefaßt werden mußten: die Erschütterung
des Arbeitsmarktes und die kommenden Schwierigkeiten der Lebensmittel-
fürsorge. Zugleich war klar, daß die Mitarbeit an diesen Aufgaben nur im
engsten Anschluß an die Gemeindeverwaltungen geschehen könne, die Zu—
sammenfassung aller in Betracht kommenden Organisationen verlange und
die zweckmäßigste Arbeitsteilung voraussetze.
So ließ der Vorstand des Bundes schon am Tage vor der Mobilmachung
an seine Vereine die Aufforderung herausgehen, ihre Kräfte geschlossen der
Gemeindebehörde zur Verfügung zu stellen für folgende Aufgaben: Mit-
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