48 Bayern unter dem Sachsen Heinrich I.
Unter den Dienern der Kirche, welche sich während der kurzen
Herrschaft der Luitpoldinger besonders hervorgethan, stehen oben
an die Bischöfe Tuto von Regensburg, Gerhard von
Passau und Ulrich von Augsburg. Der Bischof Tuto
breitete in Vereinigung mit dem hl. Herzoge Wenzeslaus die
christliche Religion in Böhmen weiter aus, Gerhard förderte
das Christenthum in Mähren und Pannonien, und der
Bischof Ulrich wirkte höchst segensvoll in und um Augsburg.
3Zweites Kapitel.
Bayern unter Amtsherzögen aus dem sächsischen,
bayerischen und luxemburgischen Hause
(948—1026) ).
*§29. Da König Otto I einer vormundschaftlichen
Regierung abgeneigt war und die Herzogthümer überhaupt mit
Gliedern seiner Familie besetzt wissen wollte, so verlieh er das
Herzogthum Bayern nach dem Ableben Bertholds nicht dessen
unmündigem Sohne Hezilo, auch nicht einem der noch lebenden
Söhne Arnulf's I, sondern seinem eigenen Bruder Heinrich 1
(948 — 955), der sich in dem Besitze Bayerns dadurch zu befestigen
suchte, daß er Judith, die ältere Tochter des verstorbenen
Bayernherzogs Arnulf 1, heirathete. Gleich nach dem Antritte
des herzoglichen Amtes fielen die Ungarn zweimal (949, 950)
in Bayern ein, wurden aber die beiden Male empfindlich geschlagen.
Anführer des bayerischen Heeres war der durch seine riesenhafte
*) Während dieser Zeit regierten in Bayern:
Heinrich I1 aus dem sächsischen Hause 948—955.
Heinrich II, der Zänker, aus dem sächsischen Hause 955—976.
Otto von Schwaben 976—982.
Heinrich III oder Hezilo aus dem Hause Luitpolds 983—985.
Heinrich II, der Zänker, zum zweiten Male 985—995.
Heinrich IV aus dem sächsischen Hause 995—1004.
Heinrich V, der Luxemburger, 1004—1008.
König Heinrich II aus dem sächsischen Hause 1008—1017.
Heinrich V, der Luxemburger, 1017—1025.