Full text: Bismarck Die gesammelten Werke. Band 6b. (6b)

Einfall der Franjosen in Baden7? Werthers Beurlaubung. 375 
1619. Telegramm an den Staatsminister Camphausen, z. Zl. in Ems. 
[Eigenbäadiges Konz:ept.] 
Berlin, den 14. Juli 1870. 
lur Station: 11°55 vorm.] 
Ew. pp. Anwesenheit hier ist dringlich. 
R. H. Lord, The Origins of the War of 1870. p. 240. 
*1620. Telegramm an den Gesandten in Karlsruhe 
Grafen von Flemming. 
lEigenhändiges Konzept.] 
In einem Bericht vom 12. Juli (teilweise abgedruckt dei R. H. Lord, p. 212 f. hatte Graf 
Ilemming Sweikel ausgedrückt, ob Bismarcks Zuvorsicht. „dab, ein ngriff aul ni enschler dessen 
Regierungen zur Abwehrung einig und deriltet finden werde“ (ogl 2), mit Bezug auf 
das „Gerüstet--Sein“ ganz begründet sei. Auch in Baden sei gegenüber * möglichen Einfall 
französischer „Sruppen noch hichte gescheben, was unter den Degriff ernstlicher Rüstungen fiele. 
„Och höre, d aß solange aus Preußen nicht das Wort „Mobilmachung' ertönt, bier jedenfalls 
keine auffallenden militärischen Maßregeln ergriffen werden sollen; daß man namentlich 
die nach dem Lager von Sorchbeim zu Schießübungen abgegangene Mastatter Sestungs-Artillerie 
nicht sofort nach NRastatt zurückbeordern, sondern behufs ihrer weiteren Inspektion durch den 
beute angekommenen preußischen General v. Colombier daselbst noch belassen, und daß man die 
vor kurzem wegen der Ernte beurlaubten Soldaten zur Zeit noch nicht wieder einberufen will.“ 
Berlin, den 14. Juli 1870. 
hur Station: 123°6 vorm.] 
Berlicht) 13 erhalten. Ew. wollen die Grloßberjogliche) Reglierung] darauf auf- 
merksam machen, daß unfre Wobilmachung mit der Kriegserklärung so gut wie identisch 
ist. Wir rathen dringend, wenigstens für Sicherstellung der dortigen Artillerie ulnd!] 
Nastatt's ohne Verzug Sorge m tragen. Der König bier erwartet. 
1621. Telegramm an den Botschafter in Haris Frefherrn von Weriher. 
[CEigenhändiges Konzept.] 
Am Mittage des 14. Juli war endlich auch der ausführliche Bericht in Berlin angelangt, 
den Wertber nach leiner Unterredung vom 12. Juli mit dem Herjog von Gramont dem Könige 
erstattet hatte. Siehe den Text des o bei R. H. Lord, S. 200 ff. 
Berlin, den 14. Juli 1870. 
. lxnkstatiomissmittagsJ 
So eben geht mir Ew. pp. Bericht 127 vom 12. c. aus Ems zu. Da Sie leider den 
Auftrag von Gramont angenommen haben, seine Sumuthungen zu übermitteln, so zeigen Sie 
demlelben an, daß ich vermuthe, Sie müßten den pp. Gramont mißverstanden haben, ulnd) 
als Minister des Königs es ablehne, die französischen Forderungen um Vortrage bei 
Sleiner] Wcjlestät) m bringen, so lange sie mir nicht in autbentischem Wortlaute durch 
den Vertreter Frankreichs überreicht werden. Zugleich stelle ich Ew. pp. anbeim, dem 
Herzog von Glramont] zu melden, daß Sleine] Msajestät] der König Ihnen den beantragten 
Urlaub bewilligt babe. Jedenfalls ersuche ich Ew. pp. auf Befehl des Königs, Sich ohne 
Aufschub unter Uebergabe der Geschäfte an Grlaff Solms hierher zu begeben. 
KR. H. Lord, The Origlus of the War of 1870. p. 241 k.