Full text: Bismarck Die gesammelten Werke. Band 6b. (6b)

518 Friesens Besorgnisse. Kommunikationen der Diplomaten in Paris. 
baben möchten, mu erlassen; und ob etwa aus einer Unterlassung golcher Erklärungen, 
respektive Verwahrungen ein Vachteil für die künftigen Beziehungen des Staats zur Kirche 
erwachsen könnte. 
*1833. Telegramm an den Gesandten in Dresden 
von Eichmann. 
[Konzept von der Sand des Bortragenden Rats Abeken.] 
Nach einem Bericht Eichmanns vom 21. September hatte Minister v. Sriesen aus 
Geitungsartikeln die Belorgnis geschöpft, daß Bapern durch exzeptionelle Bevorzugungen im 
gesamtdeutschen Bunde eine Stellung eingeräumt werden solle, die den glücklich überwundenen 
Dualismus von neuem begründen würde. Das aber, meinte Griesen, würde die schlimmste 
Lölung sein, die der deutschen Srage gegeben werden könnte. Die sächsische Regierung erwartete, 
wie er zu Sichmann sagte, von der Umgestaoltung der Bundesverfaffung „nicht sowohl eine 
Verherrlichung des bayrischen Dartikularismus auf Kosten der Gesamtbeit als eine vorteil- 
baftere und festere Regelung der Partikularrechte aller Mittelstaaten“. Bgl. dajzu auch 
R. Srh. v. Sriefen, Crinnerungen aus meinem Leben, II, 141. 
Ferrières, den 26. September 1870. 
Bericht NAr. 76 vom 21. September erhalten. Was versteht Herr von Griesen unter- 
„vorteilhafterer und festerer Regelung der Partikularrechte aller Mittelstaaten?“ Mit all- 
gemeinen Ausdrücken wird nichts gefördert; man kann nur mit benannten Größen rechnen, 
und es kommt vor allem darauf an, zu ermitteln, welches Herrn von Griesens Vorschläge sein 
würden, und auf welche Verfassungsparagraphen sie sich beziehen:. 
1834. Schreiben an Jules Favre. 
[NReinkonzept.] 
Bei der Annäherung der deutschen Armeen an Paris hatte die Aegierung der nationalen 
Verteidigung beschlossen, in der belagerten Hauptstadt zu verbleiben, jedoch eine Delegation der 
Regierung in Tours einzurichten. Von den Vertretern der Mächte entschlossen sich 
einige — so diejenigen Englands, Österreichs und Ruhlands — nach Tours überzusiedeln. Die 
meisten aber blieben zmnächst in Daris. Mit der Einschließung von Paris, die am 19. so gut 
wie vollendet war (ogl. dazu: Cagebücher des Generalfeldmarschalls Graf von Blumenthal, 
S. 108), wurde nun die von der englischen Regierung bereits am 31. August (ogl. Ar. 1790) 
aangeregte Srage akut, wie die Kommunikation der in Paris verbliebenen Diplomaten mit ihren 
Regierungen sicher zu stellen lei. J. Faore richtete m diesem Zwecks am 25. September ein 
Sschreiben an Bismarck (liehe dessen Text in: Das Staatsarchin, XIX. 2238), das jugleich im 
nteresse der Vertreter der auswärtigen Aegierungen nach dem Beginn eines etwaigen 
Bombardements fragte. Bismarck hatte schon vor Eintreffen dieses Schreibens das Aus- 
wärtige Amt am 25. angewiesen, die Vertreter der fremden Mächte darauf aufmerksam zu 
machen. daß „die Sicherheit des Verkehrs in und aus Paris nur nach Mahgabe der militärischen 
Creignisse bestehe“. 
reignise destee Ferrieres, den 26. September 1870. 
In Beantwortung des Schreibens, welches ich heut von Eurer Exzellen; m erhalten die 
Sbre gebabt habe, bedauere ich, daß militärische Rücksichten mir verbieten, über die Seit 
und die Art des bevorstehenden Angriffs auf die Festung Daris Mitteilungen zu machen. 
1 Durch Bismorcke Frage riesen veranlaßt, dem Bundeskanzler am 29. September durch 
Eichmann % Denkschrift —m–bzen 66P der er seine Sedanken #bePr e Ansostalzung der Bundes- 
verfassung des näheren darlegte. Piehe deren Text bei R. v. Srielen- 2 . # eigenbẽ . 
isz4.IDasReiakoam-tbekubtoufeiaervoaAtthkls bis zu e durch Bismarck elgenhändig vor- 
genommenen Umarbeitung eines ersten Konjeptes von Abekens Hand. 
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