Full text: Bismarck Die gesammelten Werke. Band 6b. (6b)

662 Verhandlungen mit Eugenle. Hintergründe von Lultpolbs Schritt. 
*2002. Telegramm an den Botschafter in London 
Grafen von Bernstorff. 
[Konfept von der Hoand des Vortragenden Rats Abeken.] 
Versailles, den 12. Januar 1871. 
Wenmn die Verhandlungen mit der Kaiserin rechtzeitig u einem Ergebniß führen 
sollten, Jo wäre es möglich, die Anerkennung des letzteren bei der Capitulation von Paris 
zur Bedingung unfres Eingehns auf letztre u machen. Gelingt es, so wäre für beide 
Tbeile eine nicht zu unterschätzende Bürgschaft gewonnen-. 
Seine Mafjestät der König schreibt mir soeben", daß bei Le Mans ein großer Sieg 
erfochten. Details fehlen noch. 
*2003. Telegramm an den Gesandien in München 
Frelherrn von Werthern. 
[Cigenhändiges Konzept.] 
Auf Bismarcks Telegramm vom 11. Januar (siehe Nr. 2000) hatte Werthern am 
12. geantwortet, dah der Schritt des Prinzen Luitpold das Aesultat namenlosen Drängens fämt- 
lier baprischer Prinden auf den König Ludwig II. sei. Bismarck telegraphierte darauf an 
Werthern noch gleichen Cages: „Fragen Sie die drei Minister, welche hier waren, ver- 
traulich, ob sie mit der Sache dekannt wären“. Nach Wertherns Antwort vom 13. versicherten 
alle drei Minister, von der Sache erst setzt erfahren zu baben. Der Versicherung Graf Braus 
wollte Werthern kein Vertrauen schenken, um so weniger: als der Minister dem keltsamen 
Vorschlage des Drinzen Luitpold noch daos Wort redet „Es wäre jur Berubigung der 
Patrioten erwünscht. wenn die Verpflichtung des — der Leursihen Truppen erst bei 
Beginn des Krieges in den Fabneneid auf enen werden könnte“. Bgl. dazu E. v. Wert- 
beimer, Bismarck im politischen Kampf, 
Versailles, den 14. Januar 1871. 
Hier liegen eigenhändige Schreiben des Königs von Baiern an Sleine] Mlojestät) den 
König vom 8. ulnd] an mich vom 9. vor, nach deren Inhalt es mir außer Sweifel üst, daß 
der König Ludwig von dem Schritte des rinzen Luitpold nichts weiß ulnd] denselben 
nicht billigen würde, wenn er darum wüßte. Auch die Ansicht, daß dem Könige die Ab- 
lehnung in der Kammer nicht unangenehm sei, ist mit seinen Briefen ganz unverträglich. 
Brau, mag sein. 
2004. Zmmedioatberischt. 
[Kontept von der Hand des Prui#e#ten des undeskon#leramte 
rü 
Schon in den ““ *J3 na Wilbelms I. uu Bismarchs Immediatbericht vom 
5. Januar r Hiebe, V 1996) war jutage getreten, daß er vor allem an dem Titel „Kaiser von 
Deutschland Feswiiel-. Am 12. Januar hatte Bismarck über die Titelfragen eine Aussprache 
1 atz beruht auf eigenbändiger Korrektur Bismarck 
2 Lererit ado % vom 12. Januar fügte Bis —W diesem Hinweis noch nach: 
Verfolg meines TCelegramms Tr. 195 erbitte ich Ihre Ansicht, wie Persign und Walikao si ** nais 
*7 Ich möchte nicht das eine Drojekt durch das andere beeinträchtigen. Welches Proiekt die meisten 
Areschien. bietet. läßt sich erst im Laufe der Entwicklung beurteilen. Darum wünsche ich Clément Duvernois 
Jelbsi #u pböreg. 493 und Viemarchs primmige Außerung u W. Busch (Caebuchdlätter, 
1. 40: „ Byl ir — de 5, Abeken, S5 dab ver Generalsiab mir nicht zukommen läßt. Da 1t ers selber.7