Die Vaterlandsliebe unserer Sozialdemokraten.
1. 1867—1870.
Mit einem kleinen Theile der nachfolgenden Beweise habe ich
Tausende von tobenden „zielbewußten“ Sozialdemokraten in Sachsen,
Thüringen und Westfalen zu betroffenem Schweigen gezwungen, und
dabei mit freudigem deutschem Stolz gewahrt, wie auch in diesen
armen Verführten das deutsche Vaterlandsgefühl sich noch unwillig
regt, wenn man ihnen klar macht und beweist, wie schmählich ihre
Verführer seit einem Vierteljahrhundert an eben diesem Vaterlande
gehandelt haben!
Natürlich rechne ich zu dem, was wir Vaterland nennen, Alles,
was uns Deutschen daran heilig ist: seine Verfassung ebenso wie
die Träger und Hüter dieser Verfassung; unsere Fürsten nicht min-
der, als ihre Regierungen und die Bundes= oder Reichsregierung:
unsern Reichstag ebenso wie unser Heer, welches sein Blut, das
Blut unserer Brüder und Söhne, freudig verspritzt hat, um die
köstliche deutsche Einheit zu begründen! endlich und hauptsächlich
aber unser Volksthum, wie es in zweitansendjährigem, harten und
redlichen geschichtlichem Ringen geworden ist. Bei seinem ersten
weltgeschichtlichen Auftreten schon ward es dem mächtigsten Volke
der alten Welt durch Tacitus als Musterbild vorgeführt in der
reinen Unschuld und Kraft seines Wesens. Von Jahrhundert zu
Jahrhundert ist es in Sitte und Kultur gewachsen, trotz der un-
günstigsten äußeren Verhältnisse, so daß Machiavelli mit seiner
scharfen, erbarmungslosen Wahrheitsliebe, in einem Zeitpunkte tiefen
Verfalls unserer nationalen Kraft, von uns schrieb: „Das deutsche
Volk würde das mächtigste der Erde sein, wenn es seine Macht zu
gebrauchen verstünde.“ Das deutsche Volksthum vereinigt sich in
Alles, was den Deutschen von jeher zum Deutschen gemacht und
ihm als Deutschem werth und heilig gewesen ist und noch ist: seine
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