Full text : Der Betrug am deutschen Volke.

Revolutionsreife.  95

Das  große  Heer  der  Arbeiter  aber,  auf  welche  sich  die  Revolution  und  die  Macht
der  Revolutionsregierung  stützt,  jene  Volksschicht,  welche  angeblich  reif  genug  sein
soll,  um  ein  Reich  wie  Deutschland  zu  beherrschen,  erwies  sich  als  nicht  einmal  reif
genug,  um  die  Notwendigkeit  der  Arbeit  auch  in  einem  Arbeiterstaat  einzusehen,
und  bar  jeder  Ahnung  von  dem  Zusammenhang  zwischen  Preis  der  Arbeit,  Preis
der  Ware  und  wirtschaftlichen  Lebensmöglichkeiten.  Für  die  wirtschaftliche  und
politische  Lage  Deutschlands  fehlte  jede  Spur  von  Verskändnis,  für  die  überwältigende
Mehrheit  der  Arbeiter  war  die  Revolution  eine  Art  Lohnstreik  mit  noch  wirksameren

itteln  als  sonst.  Beim  Baubeginn  des  Walchenseekraftwerkes  in  Bayern  meldeten
  sich  am  ersten  Tage  60  Ingenieure  und  zwei  Arbeiter,  am  zweiten  Tage
750  Ingenieure  und  immer  noch  zwei  Arbeiter.  Von  den  über  100  ooo  Aräkslosen
  der  Stadt  Berlin  meldeten  sich  bei  dem  Schneefall  zur  Weihnachtsleit
  im  ganzen  17  Mann.  Bergbau  und  Industrie  schätzen  den  Leistungsausfall
hegen  die  Sommermonate  auf  3o—§o00,  d.  h.  in  einer  Stunde  der  6  oder  8  sündigen
Arbeitsschicht  leistet  der  revolutionierte  Arbeiter  bei  ungeheuer  gesteigerten  Löhnen
ungefähr  um  ein  Driekel  bis  um  die  Hälfte  weniger  als  in  einer  Stunde  der  früheren
rostündigen  Arbeitszeil.  Alle  Voraussagen  von  der  erhöhten  Arbeitsfreudigkeit
ei  kürzerer  Arbeitszeit,  besseren  Lohnbedingungen  und  demokratischer  Regierungsweise
  haben  sich  als  eitel  Schwindel  erwiesen.  Die  Verschuldung  war  schon  vor
tiedensschluß  durch  die  demokratische  Mißwirtschaft  auf  rd.  200  Milliarden
Mark  gestiegen,  der  Wert  der  Mark  im  Ausland  bereits  auf  35  Pf.  gesunken,
und  immer  flehender  lauteten  die  Bitten  nicht  des  alten  „vermorschten“  Regierungsspstems,
  sondern  der  neuen  sozialdemokratischen  Herren  an  ihre  Arbeiterwähler,
  sie  möchten  doch  Deutschland  mit  ihrer  Arbeitsscheu  nicht  völlig
er  Hungersnot  und  dem  Jusammenbruch  ausliefern.  Vor  dem  Krieg  konnten  sich
ie  Gewerkschaften  und  die  politischen  sozialdemokratischen  Organisationen  nicht
genug  ihrer  Verdienste  rühmen,  in  die  Arbeiter  neue  Jucht  und  Ordnung  gebracht
und  sie  zu  brauchbaren  Werkzeugen  im  Staatsgefüge  ausgestaltet  zu  haben,  und
err  von  Bethmann  und  die  Seinen  konnten  nicht  oft  und  nicht  tief  genug  darauf
meinfallen;  nun  sollten  die  Herren  die  Probe  aufs  Exempel  machen,  und  jammervolles
  Versagen  war  das  Ergebnis.  Die  Sozialdemokratie  in  den  Gewerkschaften
und  außerhalb  hat  die  Arbeiter,  wie  sich  auch  dem  Blindesten  offenbaren  dürfte,
um  sozialdemokratischen,  viele  Rechte  begehrenden  Staatsgegner,  nicht  aber  zum
ichtbewußten  Staatsbürger  erzogen.  Zu  letzterem  ist  sie  auch  gar  nicht  imstande,
weil  sfaatsbürgerliche  Erziehung  ohne  nationale  völkische  Gesinnung  nicht  möglich
ist.  Die  politisch  Organisierten  hören  nicht  auf  die  Eberts,  Scheidemanns,  Noskes,
sondern  auf  die  Radeks  und  ihre  jüdisch-deulschen  Agenten;  der  Einfluß  der  Gewerkhaften
  ist  übergegangen  auf  die  Soldaten=  und  Arbeiterräte,  die  von  einem  Sinn
ur  Staats=  oder  Gewerkschaftsordnung  so  gut  wie  nichts  verspüren  lassen.
Die  übrigen  Volkskreise  erwiesen  sich  als  nicht  viel  weniger  unreif.  Voran  die
bürgerliche  Presse,  soweit  sie  nicht  in  der  Vertretung  der  alljüdischen  Interessen
eine  gewisse  Folgerichtigkeit  bewahrke.  Was  war  das  für  ein  hilfloses  Hin=  und  Herchwanken
  während  des  Krieges  und  erst  recht  während  der  Revolution!  Ganz
venige  Jeitungen  hatten  eine  feste  Haltung  und  verfügten  über  Schriftleitungen,
ie  eigenes  Urteil  besaßen,  wußten,  was  sie  wollten  und  eine  binie  einzuhalten  veranden.
  Einmal  merkte  man  den  Einfluß  der  alljüdischen  Jeitungen  durch;  dann
hatte  offenbar  die  Regierung  oder  das  Generalkommando  einen  Wink  gegeben,  dahwischendurch
  verspürte  man  die  Anordnung  eines  Parteihäuptlings  oder  den  Wunsch