204 Friedrich Wilhelm II., König von Preussen und Danton.
von dem Bedürfniss der Volksgunst, ruhiger seinen Lüsten
fröhnen zu können.
Er und Dumouriez trafen in dieser Suche nach einem König
zusammen. Bei VYalmy und in den nächsten Monaten darauf
dachten sie an die Erhaltung Ludwig’s; im März 1793 vereinigten
sich ihre Entwürfe in Orleans Egalite's ältestem Sohn
Ludwig Philipp, Herzog von Chartres (nachherigem Bürgerkönig),
der bei Valmy das Centrum der Kellermann’schen Armee befehligt
und durch die Eigenschaften des Herzens und des Geistes
sich beim Heer beliebt gemacht hatte. Als Dumouriez nach
seinem Verrath in die Dunkelheit des Privatlebens versank, war
Danton’s Ziel die Spitze in der Regentschaft neben dem Sohn
Iudwig’s.
Sein Äusseres war nach der Schilderung des genannten
Beobachters wild und gebietend, der Körper von starkem
Knochen- und Muskelbau, ohne schwerfällig zu sein. Der
Oberleib war untersetzt, aber von geschmeidiger Corpulenz;
eine hohe Brust, breite Schultern, ein kurzer Hals trugen einen
kleinen runden Kopf mit krausem braunem Haar, den er rückwärts
trug und warf, in der Bewegung eines muthigen Rosses.
Das Gesicht war kräftige Hässlichkeit, die Augen klein, dunkelbraun,
blitzend, — das Charakteristische des Gesichts eine kurze
aufgestülpte Nase, eine mächtige Stirn und die zirkelförmig
über die untere weglaufende Oberlippe, — das Ganze der Person
eine Mischung von Auerochs und ungarischem Vollstier, der
Ausdruck des Vermögens, wie er dem Volk gefällt.
Die Folge der Verhandlungen von Valmy und des nicht
unbemerkt gebliebenen Verkehrs zwischen dem preussischen
Hauptquartier und dem französischen Lager war eine gründliche
Zerrüttung des Vertrauens zwischen den deutschen Alliürten.
Die preussischen Generale kamen mit dem Zukunftsbild einer
französischen Allianz zurück, in den ÖOfficierszelten war der
Bund mit der Republik das Tagesgespräch und der gemeine
Mann ein politischer Raisonneur geworden, — das Alles hot
für Danton’s fernere Thätigkeit einen empfänglichen Boden.