Full text : Lehr- und Lesebuch oder die Vaterlands- und Weltkunde.

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und  bie  Heiligfeit  feines  Wandels  ergriff  vie  Gemüther.  Viele  Tprachen:
Er  ift  ein  Prophet!  Andere:  Er  ift  Elia3  oder  ein  anderer  der  Propheten,
  von  den  Zodten  auferftanden!  Manche  glaubten  und  befannten,
  Daß  er  jei  Chrijtug,  der  Sohn  bed  Tebendigen  Gotted.  Aber  die
Hohenpriejter  und  Schriftgelehrten  und  Pharijäer,  deren  Hartherzigfeit,
Unglauben,  Heugheler  und  GSelbitliugt  er  mit  vollem  Ernfte  ftrafte,
fingen  bald  an,  ihn  zu  hajfen,  und  dad  um  jo  mehr,  je  merfficher
der  Einfluß  war,  Den  er  auf  Die  Herzen  ded  Volfed  gewann.  Sie
wollten  einen  Mejfins,  der  fie  vom  Soche  der  Römer  befreien  und  fie
zu  Herren  der  Welt  machen  würde,  —  feinen  Heiland.  Sie  be:
Ihloffen  feinen  Tod.  Mber  zu  fterben  zur  Berföhnung  der  Melt  als
das  Lamm  Gottes,  weldhes  der  Welt  Sünde  trägt  und  wegnimmt,
al3  ein  Sühnopfer  für  unjere  Sünde,  wenn  feine  Stunde  gefommen
wäre,  und  damah  aufzuerjtehen  in  feiner  Kraft  al8  der  Yürft  Des
Leben3,  Damit  er  der  Welt  das  Leben  gäbe,  das  war  der  Endzmwer
feiner  Erjcheinung.  Auf  daß  die  Schrift  erfüllet  würde,  z0g  er  im
dritten  Sjahre  jeiner  Heilandsthätigfeit  mit  den  BZwölfen  hinauf  gen
Serufalem,  Tehrte  noch  mehrere  Tage  das  Volf  im  Tempel,  aß  mit
den  Seinen  das  DOfterlamm,  jebte  zu  feinen  Gedächhnß  das  heilige
Abendmahl  ein,  ertrug  fein  Leiden  im  Garten  Gethjemane,  Tiek
fich  gefangen  nehmen,  binden,  geißeln,  and  Kreuz  heften,  und  gab  feinen
  Geift  auf,  indem  er  ausrief:  E83  ift  vollbradt!  —  Und  dann
it  er  Hinabgeftiegen  in  Die  Unterwelt,  zu  predigen  feine  Erlöfung
  den  ©eiltern  im  Gefängniß,  und  am  dritten  Tage  tft  er  auf:
eritanden  von  den  Todten,  und  hat  fih  noch  während  AO  Tagen
feinen  Süngern  in  mancherlei  Weife  genffenbaret  ald  den  Lebendigen,
auf  daß  fie  glaubten,  und  ift,  nachdem  er  noch  die  heilige  Taufe
eingefeßt,  vor  ihrer  Aller  Augen  gen  Himmel  gefahren,  wo  er
nun  fißet  zur  Nechten  de8  Vater8  in  der  Herrlichkeit,  Die  er  hatte,
ehe  die  Melt  war,  und  Iebet  und  regieret  ın  Cwigfeit.

12.  Die  Pflanzung  der  chriftlichen  Kirche.

Diejenigen,  welche  an  Chriftum  gläubig  geworben  waren,  jollten
nicht  für  fich  allein  flehen,;  der  Herr  wollte  fie  in  einer  heiligen
Gemeinde  vereinigen,  und  dDiefe  Öemeinjehaft  der  Heiligen  jollte
das  Licht  und  das  Salz  der  Welt  fein.  Zehn  Tage  nach  feiner
Himmelfahrt,  am  Pfingftfeite,  al8  Die  Sıhaar  der  Gläubigen  zu  Serus
falem  einmüthig  im  Gebete  verjammelt  war,  da  geihah,  maß  er
verheißen:  —  er  goß  aus  den  heiligen  Geijt  über  fie,  unter  einem
Braufen,  ald  wenn  ein  gewaltiger  Wind  mwehte,  und  Yeuerzungen  jah
man  auf  ihren  Häuptern,  und  fie  redeten  in  mancherlei  Sprachen,
zum  Reichen,  Daß  des  Herrn  Lob  in  aller  Völker  Zungen  verfünbigt
werden  folle.  Und  al  diefe  munderbare  Begebenheit  eine  große
Menjchenmaffe  herbeisog,  da  trat  Petrus  auf,  und  verfündigte  ihren,
hier  fei  nur  wollenket,  was  Gott  durch  den  Mund  der  ropheten
verheißen  habe  von  dem  Geift,  Den  er  über  alles  Sleifch  ausgteßen