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(die Haare waren nicht) gekräuselt oder gebufft worden
Simpl. 1, 65. puffen als Name eines Brettspiels (vol.
puff): da ist im bretspiel . das puffen, ticktack, lurtschspiel
Wesenigk böse Spielsieben (1702) 15.— Puffer, m.
der da pufft, schlägt, stößt: Name einer kleinen Pistole,
schopics minimi generis Steinbach; Name eines auflanfenden
Gebäcks; elastische Vorrichtung zur Verhütung
eines Zusammenstoßes, namentlich an Eisenbahnwagen;
im Gewehr: in diesen (Gummicplinder der Patronenhülse)
greift mit einem stifte der eiserne puffer, von
dem die schläge des schlagbolzens aufgefangen werden
Instruct. 81. — pufsicht, puffig, bauschig: puflige haare,
ärmel.
Puh, Interjection des Widerwillens: puh! es ist
grimmkalt Schiller Fiesko 4, 3; der Geringschätzung:
puhl federleicht 1,2; der Eile, des Schnaubens: puh.
das heiszt gelausen Benedix ein Lustspiel 1, 1.
Puls, m. 1) Herz= oder Aderschlag; mhd. puls (als
Masc. und Fem.), aus dem lat. Arztewort schon des
Altertums pulsus (arteriarum) aufgenommen: pulsus
adernpuls, der puls, die pulsz, die polsz Dief.; Bezeichnung
seiner Kraft und Thätigkeit, im Sing.: starker,
Schwacher, voller, weicher, harter puls; wie dann solchs
der wolerfarn arzt Erasistrat an könig Antiochi puls
erkannt Garg. 12; der puls ist wirr, der athem schwer
Lenau 502; der puls schlägt, fliegt, stockt; der puls
fängt sehr heftig an zu schlagen Gellert Loos 2, 3;
vereinzelnd, nach dem Orte, wo der Schlag fühlbar ist:
puls der hände, fusze, der schläfe, des herzens; der gehemmte
puls der hände schlug ganz sacht und langsam
an Schwieger geharn. Venus 132; daher im
Rlur.: meine pulse hinken Grabbe 1, 118; alle meine
pulse fliegen Kind Freischütz; pulse auch von dem gesamten
vor= und rückschlagenden Kreislaufe des Blutes:
dasz ihm die freiere brust mit reineren pulsen geschlagen
Goethe Herm. u. Dor. 6; sei dieser ängstliche
krampf vorbei, so äuszere sich die kraft der natur
wieder in gewaltsamen pulsen W. Meister 8, 2; ich
fühle meine letzten pulse stocken Körner Rosam.
5, 11; — örtlich gefaßt, Stelle, wo man den Pulsschlag
fühlt, namentlich an der Handwurzel: an den puls greifen.
er fühlte ihm an den puls Steinbach; mit dem pulse
des kranken, den ich . mit einer horchenden miene
hielt Rabener 3, 139; versteht das pülslein wohl zu
drücken Goethe Faust I; Plur. pulse von den klopfenden
Adern: das blut in seinen pulsen quillt und kocht
Freiligrath 1, 164; der drang nach that und abenteuern,
der wild durch meine pulse weht Strachwitz
Ged. 3; — bildlich: einem an den puls fühlen, allouen
tentare Steinbach; einer übersetzung aus alten
sprachen an den puls zu fuhlen Lessing antigqu. Briefe
56; zeitmessend: o, eines pulses dauer nur allwissenheit!
Schiller Karl. 3, 2; konnt er nicht wen'ge pulse
länger leben? Tell 4,2; übertragen auf die belebt gedachte
Natur und Schöpfung: wie der puls der natur
itzt so jugendlich klopft! Hölty 66; wie lebensglut
im lenz alle pulse der todten schöpfung munter
macht Schiller 5, 76; könnt ich euch fühlen, tiefste
pulse der natur! Grabbe2, 46; das jahr ist alt geworden,
starrend stocken seine pulse Grillparzer
3, 10; auch sonst in Bildern: wenn man den innern
puls der secle unruhig pochen hört Hauff 11, 25;
handlung ist der welt allmächtiger puls Platen Od.
31; dein puls, du stolzes Genua, ist erschlafft Heyse
1, 2841. 2) puls, nach mittellat. pulsus campanarum,
Anschlagen der Glocken, Läuten, landschaftlich namentlich
in Mitteldeutschland: erster, zweiter, dritter puls;
mit dem letzten puls zur kirche gehen; schles. pulst:
drei pulste läuten, per tria intervalla pufsare eamnanas
Steinbach. — Zusammensetzungen zu 1: Pulsader,
k. Schlagader: piels##s pulsader Dief.; wenn nur
keine pulsader verletzt ist! Gellert Loos 3,7; bild-Puffer
— Pulsader.
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lich: die Weichsel war die letzte grosze pulsader des
lebens für die republik (Polen) Moltke 2, 134. —
Pulsgreifen, u. das Greifen des Pulses: wann ein medicus
mit pulsgreifen zutastig wer Garg. 15. — Pulsschlag,
m. Schlag des Pulses, der Herzader, pulsus arkeriarum
Stieler; den pulsschlag fühlen, die pulsschläge
zählen; jeder pulsschlag in mir ist lebenswonne
Heyse 9, 320; zeitmessend: mit jedem pulsschlag weicht
der lüfte wehen Körner Rosam. 2,8; so lange noch
ein pulsschlag leben in mir ist Benedix rel. Stud.
2, 8; zählt mit jedem pulsschlag die secunden Heyse
1, 234; übertragen: Deutschlands pulsschlag klopit in
diesem herzen Grillparzer 5, 91. — Pulswärmer, m.
Müffchen zum Warmhalten der Handwurzel.
Pulsen, wie ein Puls schlagen Campe; das nenn
ich heiszes blut: kriegsheere, karavanen! es pulst einher
in sandgen bahnen Freiligrath 2, 121; ein andrer
geist pulst im leben 3, 20; leiser athmend puist der
see Strachwitz Ged. 74. Dafür häufiger mit fremder
Endung pulsieren: das blut pulsiert im körper; in ihm
pulsiert heiszes leben; dasz diese anziehungskraft (der
Erde) sich in einem gewissen pulsiren äuszert Goethe
ital. Reise 1.
Pult, m. nu. Gestell mit schräger Fläche zum Auflegen
von Büchern und Schriften, Lehnwort aus lat.
pulpitum, mhd. pulpit, pulpet, durch verschiedene Zwischenformen
zur heutigen gekommen: Dulpeium pulpit,
pulpet, pulpt, mit Umdeutung auch pulpret, pulbret,
pultprett, endlich pult Dief.; lese-, schreibe-, musik-,
notenpult u. a.; doppelgeschlechtig, so daß das Neutr.
überwiegt: der pult, piuteus Schottel; das pult Steinbach;
man schreibt, es seufzen pult und pressen Cronegt
2, 265; dasz ich . an den pult rannte Goethe
Duiu W. 16; mondenschein . den ich so manche mitternacht
an diesem pult herangewacht Faust I; die pulte
zum quartettspiel stellen. u. a.
Pulver, u. Staub, Körper in Staubform, Lehnwort
aus gleichbed. lat. pulver (Nebenform zu lat. pulvis),
mhd. mud. pulver, nach dem lat. Worte meist Masc.,
das heutige neutrale Geschlecht hat sich ergeben, indem
pulver an Stelle des alten deutschen Ausdrucks daz
stuppe trat (vgl. staub); neben der Schreibung pulver
steht in älteren Quellen pulker Schottel u. a.; die alte
Bed. Staub bisweilen noch im älteren Nhd., als Stoffbezeichnung
ohne Plur.: Archymenides . der macht
im pulver kreisz und 2zy. Brant Narrensch. 66, 20;
er werde verbrand zu pulver und aschen Luther
5, 296 ; noch nachklingend in den Verbindungen etwas
zu pulver zerstoszen (2. Mos. 30, 36), brennen, 2zerreiben,
zu pulver zerfallen, drohend auch einen zu pulver
schlagen; — als Arzteausdruck, gewisse Menge Arznei
in Staubform, mit dem Plur. die pulver: arabischen
zaher und lekritzenpulver Megenberg 376, 8; pulver
verordnen, verschreiben; zwei pulver einnehmen Adelung;
in Zusammensetzungen brech-, magen-. schweiszpulver,
u. a.; übertragen auf ähnliche Zubereitungen in
Apotheken, zahn —. räucher -, riechpulver, auch Nreu-,
putzpulver, auf Gifte: ratten-, mäuse-, insektenpulver;
sie hat diesem engel dieses pulver gemischt Schiller
Fiesko 4, 13; im Dim., ironisch gemeint: einem ein
pülverchen mischen, reichen, ihn vergiften; immer ein
pülverchen mit sich führen, das cinen so im stillen
übern Acheron fördert Schiller Räub. 1,2; diesmal
trägt sie kein weiszes pulverchen in der tasche
CFFMeyer Ang. Borgia 11; — seit dem 14. Ih. übertragen
auf das Gemenge von Salpeter, Schwefel und
Kohle zum Entladen einer Feuerbüchse, das zufrühest in
Staubform hergestellt wurde und dessen Körnung man
erst nachher erfand: palver, pulver in der bussen Dief.;
pulfer auf die pfanne schutten, ein stücke mit pulkfer
laden Stieler; pulver genug, die erde gegen den
mond zu sprengen Schiller Ränb. 2, 3; die büchse
Pulsgreifen — Pulver.