Full text : Reden und Aufsätze aus dem Kriege.

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durch  Absetzung  von  den  bewilligten  Krediten  vorgenommen  wird,
das  dürfen  Sie  wie  in  den  früheren  Jahren  der  Reichsfinanzverwaltung
  überlassen.  Wichtig  und  wesentlich  erschien  mir  nur,
dass  die  nach  so  vielen  Mühen  endlich  eingeführten  Grundsätze
einer  planmässigen  Schuldentilgung  auch  jetzt  in  der  Kriegszeit
und  für  die  künftige  Friedenszeit  aufrechterhalten  werden;  und
ich  glaube,  mich  hierin  mit  dem  hohen  Hause  ın  Uebereinstimmung
zu  befinden.

Für  die  Kriegsanleihen  selbst  haben  wir  allerdings  von  einer
Tilgung  abgesehen.  Das  ıst  ein  Punkt,  der  natürlich  der  Regelung
nach  dem  Friedensschluss  überlassen  bleiben  muss.

Sie  finden  ferner  bei  dem  Etat  der  Reichsschuld  einen  sehr
starken  Mehrbedarf  für  die  Verzinsung,  einen  Mehrbedarf  von
nahezu  einer  Milliarde  Mark.  Das  erklärt  sich  daraus,  dass  die
Reschsschuld,  die  beim  Ausbruch  des  Krieges  rund  5  Milliarden
Mark  betrug,  inzwischen  auf  rund  15  Milliarden  Mark  angewachsen
ist,  und  dass  sie,  wie  Ihnen  schon  die  neue  Kreditforderung  zeigt,
weiter  wachsen  muss,  wenn  der  Krieg  länger  andauert.  Das  Erfordernis
  für  die  Verzinsung  der  Reichsschuld  steigt  also  durch  die
Inanspruchnahme  der  Kriegskredite  in  ganz  ausserordentlichem
Masse.  Es  ıst  das  derjenige  Posten  des  ordentlichen  Budgets,
welcher  vorläufig  durch  den  Krieg  am  meisten  betroffen  wird.
Auch  hier  haben  wir  geglaubt,  nicht  darauf  verzichten  zu  sollen,
solange  wir  das  können  —  zurzeit  können  wir  es  noch!  —,  die
Zinsen  auch  für  die  Kriegsschuld  in  den  ordentlichen  Etat  einzustellen.
  Ich  war  der  Meinung,  dass  wir  auch  in  Kriegszeiten  nach
Möglichkeit  vermeiden  müssen,  auf  die  schiefe  Ebene  zu  kommen,
dass  Schuldenzinsen  wieder  aus  Schulden  bezahlt  werden.

Wie  sich  nun  die  Verhältnisse  bei  der  Reichsschuld  späterhin
gestalten  werden,  das  hängt  ganz  und  gar  von  dem  Kriegsausgang
und  von  den  Friedensbedingungen  ab.  Wir  werden  nicht  darauf
verzichten  können,  und  wir  denken  nicht  daran,  darauf  zu  verzichten,
  dass  unsere  Feinde  —  abgesehen  von  allem  anderen  —
uns  für  den  materiellen  Schaden  aufkommen  müssen,  den  sie  mit
diesem  frevelhaft  angezettelten  Kriege  angerichtet  haben.

Meine  Herren,  ich  darf  mir  nicht  versagen,  das  tote  Gerippe
des  Haushaltsentwurfs  für  1915,  das  ich  Ihnen  bis  jetzt  vorgetragen