Staatsdienst ein, leitet seit 1872 als Oberingenkeur der Baudepulalion das Ingenieur-
wesen der Siadt Bamburg, bat sel Einlühreng der Dampischills- und Eisenbahn:
hafenguais und sell der Aufschliessung der alten Festungsstadt am der baulichen
Entwickelung seiner Walerstadt unablässig teilgenommen und die Emtwickelung des
Ingenieurwesens aller Kullursiaaten auf vielen Reisen studie. In der Archiekiur
seiner Ingenieurbauten verfolgt er eine sireng konstruktive an mittelalterliche Stilfommen
sih anlehnende Richtung.
Meyer, Georg, Maschineningenieur, geboren am 22. Februar 1834 zu Einbeck, besuchte
1853-57 die Polytechnische Schule im Hannover, war 1858-05 Maschineningenleur
bei der königl. Maschineninspektion der hannoverschen Slaatsbahnen zu Fingen bezw.
hannover, erhielt 1865 die selbständige Teilung der Maschinenstallon Einden, wurde
1567 in den Bezirk der Direktion der Oberschlesischen Eisenbahn versetzt und war
[87675 bei der Eisenbahndirektion in Berlin thälig. 1878 erhielt er einge Professur
des Maschinenwesens an der Bau uud Gewerbeakadenmie zu Berlin, die 1884 als
Cechnische Hochschule mach Zhanlotlenburg verlegt wurde. 1857—38 war er Rekior
derselben, 1877—92 nebenbei als Mitglied im Patentamt ıhälig; seit 1879 Isi er
ausserdem MMifglied des königt, Technischen Prüfungsamtes, seit 1837 audı des Ober
Frifungsamtes. 1390 eıhlelt er dem Titel Geh, Regierungsrat, Er verötlentlichle:
„Brundziige des Eisenbahnmaäschinenbaues" (2. Aufl. 1899) und war Mitarbeiter der
grossen Handblicher von Heusinger v. Waldegg (spezielle Eiserbahnlechnik), Röl
(gesamtes Eisenbahnwesen) und Lueger (Eexikon der gesamten Technik).
Meyer, Hans, Dr. phil., Forschwtgsreisender, geboren am 22. März 18958 in Bildburg-
hausen, studierte 1877—$1 Natıir- und $taatswissenschaflen zu Feipzig, Berlin und
Strassburg, inachte hierauf eine Weltreise, auf der er besonders In Ostasien verweilie,
rail 1584 als Teilhaber in das Bibliographische Institw zu Leipzig, dessen lifterarischer
Leiter er jeizt ist, bereiste 1856 Südafrika und unternahm 18987— 98 vier Expeditionen,
die sich die eingehende Erforschung des Kilima-Ndschare in Ostafrika zur Aufgabe
ıäcdhten. Am 6. Oktober 1859 erklomm er die Kaiser-Wilhelnsplize, den 6010 m
hohen Gipfelpumkt des Kibohratess. Ausserdem erforschle er Tsambara und das
Mawenogebirge: 1895 die Insel Loneriffa. Schrillen: „Die Sirassburger Goldschmiede:
zunfi“ (1881), „Eine Welireise" (1835), „Zum Schneedom des Kilima-ldscharo” (1885),
„Ostalrikanische Gletscherfahrten“ (1800), „Die Insel Conerile“ (1896), „Das deuische
Usikstum" (1398),
Meyer, Konrad Ferdinand, deutsch-schweizerischer Dichter, geboren am 12. Okiober
1525 zu Zürich, + am 28. November 1898 zu Kilchberg bei Zirich, studterte In seiner
Untersiadt Rechtswissenschaft, dann privalim Geschichte, unlernahm Reisen nach Paris
und Halien. Faupiwerke: „Hultens letzte Tage“ (87T, „Engelberg“ (1873), der
Roman, „ilrgen Teratsch” (1876), die Novelle „Der Heilige“ (1880), „Kleine Dovellen“
(3. Aufl. 1839), „Bochzeil des Mönchs" ($. Aufl, 1834), „Die Richterin“ (1835), „Ver
suchung des Pescara“ (6. Aufl. 1800), „Auaela Borgia“ (1891) und die feinsinnigen
„Gedichte (5 Aull. 1882-9, Meister vollendeier Kunst plastisch-Tealistischer
Darstellung.
Eiteyerbeim, Paul, Maler, geboren am 13. Juli 1842 zu Berlin, besuchte die Akademie
daselbst, machte Studienreisen dur Deutschland, Belgien, die Tiederkande und nach
Paris und liess sich damm in seiner Baterstadi nieder, wo er Mitglied der Ahademie
und Professor der Tierklasse am derselben ist, Yon ihm die Gemälde: „Kolländischer
Böcherantiguar“ (1569, Nationalgalerie in Berlin}, „Köhlenmeiler im bayrischen Ge-
birge" (1878, Kunsthalfe in hamburg), 9 Fresken „Jahreszeiten" (Nationalgalerie
in Berlin), „Menagerie* (hamburg, Galerie Behrens und Dresdener Galerie}, „Ent-
stehung der Lohomotive* (1873, sieben Bilder in der Villa Borsig zu Berlin-Moabit),
„Schafschur in Wien“ (1870), Porlräts seines Yalers und D. Ehodowieckis (1387,
INuseum zu Danzig), Bildnis Kaiser Wilhelms I. im Reichgerichf zu Leipzig, zahl.
reiche Löwen» und Fifenbilder: Illusirafionen zu A. Fund und Grmans Fhärchen,
ABE-Buch, grosse Wandmalerelen In verschiedenen Sälen und Uillen in: Berlin.
middendort, Friedrich Endwig, Ingenieur, geboren am 20. INärz 1342 in Barden-
lieh (Oldenburg), 1863-65 Ingenieur der Reiherstieqwerli bei Haanburg, 1865-72
Beirlebsintgenienr bei &. Wallfen & 2o. in Bremen, 1872-00 Oberingenieur und
Prokurani der Aktiengesellschalt „INeser“ in Bremen. {nter seiner Zeitung wurden
alle deutschen Panzerkanonenboole und die Kreuzer „Wachl® und „Jagd” gebaut,
sowie die Küslenpanzer „Beowulf“" und „Frithjol“ auf Stapel gesetzt. Die sämtlichen
don von 1566-06 gehauen Bandelsdanpier und Segelschille wurden von ihm
enivorlen. Seil 1800 Direktor des Germanischen Lloyd in Berlin.
Mikulicz, Johannes, Ehirurg. geboren am 16. Mal 1850 zu Ezernowilz, studierte
1869 —1875 in Wien, war dann Assistent Billroibs, habilitierte sich 1930 als Priva-
dozeni in lien, wurde 1882 Professor in Krakau, 1887 in Königsberg und 1990 in
Breslau. Er half die wesentlichen Bedingungen lesilegen, unter denen die Antisephk
zu Eben ist, und trat fir die Einführung des Jodolorms in der Ehiruraie ein. Die
plastischen Kaochenoperalionsmethoden bereicherie er durh eine osieoplaslische
Reseklion am Fusse, die orthopädische Ehirurgie durch Iheoreiisch und praklisch
belangreiche Neuerungen. Von Ihm auch die grundlegenden Arbeiten über Beleuchlung
der Speiseröhre und des Magens. Sein Kauptarbeltsgebiet ist die Ebirurgie der inneren
Organe, insbesondere des Magen-Darmkanale, Um das Einverständnis zwischen
£hirurgen und inneren Medizinern aul diesen Gebielen zu fördem, begriindele er mil
Naunyn (Strassburg) zusammen die Zeitschnilt: „Mitteilungen aus den Gtenzgebielen
der Medizin und Ehlmurgie”. Im Verein mil v. Bergmann und v. Bruns giebt er ein
„Bändbuch der praktischen Chirurgie" heraus. Auch ein „Lehrbuch der Mundkrank-
heilen” hat Mikulicz verkasst.
milde, Fesdor- von, Opernsänger iBariton), geboren am 13. April 1821 zu Peironell
in Ylederösierreich, studierte Rechfswissenschaft, war Schüler von Aauser und Garcia,
iral zuerst 1836 in Potsdam auf und war 1843—34 am Hofihealer zu Weimar Ihälig.
Milde, Rosa von, Sängern, geboren am 25. Juni 1827 in Weimar. Im Gesang
Schülerin von Gontze, trat 1845 als „Dachiwandlerin“ auf. Liszts Wirken in Welmar
(namentlich für - die Anerkennung Rich. Wagners) erschloss ihr ganz neue Gebiete
ihrer klinstlerischen: Chätigkeit. $le zog sich 1867 von der Bühne zuriick, von da an
sich nur dem Gesangsunterrichl widmend.
Miller, Ferdinand von, Bildhauer und Erzgiesser, geboren am 8. Juni 1942 In. INilnchen,
Schüler seines gleichnamigen Waters und Mähnmels in Dresden, tebi in Münden, wo
in der königl. Erzgiesserei. seine sämtlichen Werke gegossen sind, von denen genannt
Biographien 34
werden missen: Staluen von Zolumbus, Shakespeare und A, v. Bumboldt Tür den
Park in $t. Conis in Missouri, der Maximiliansbrunnen in Bamberg, das Standbild
Alberis des Grossen in Lauingen, das Armeedenkmal in Milnchen (1892), die Heiler.
sialue Kaiser Wilhelms 1. in IMeiz (1802), die Statue des Prinzregenien Lultpold in
Jägeriracht zu Berchtesgaden (1293), Monumentalbrunnen in Würzburg (1804).
miller, Oskar von, Ingenieur, 1855 zu Münden geboren, war Staatsingenieur für
Eisenbahn- und Wasserbauten, veransiahlete 1881 die erste deutsche elektrische Hus-
stellung in München. 1983 bereiste er im Auflrag der baysschen Regierung zum
Stadium der Uerwertung der heimischen Wasserkräfte Europa und Amerika; hierauf
trat er im die Direktion der Allgemeinen Elekteizltäisgesellschall ein und errichieie
im Merein mit seinem Kollegen Direktor Rathenau mer andern grösseren Anlagen
die Berliner Elektrizilätswerke, die ersten und grössten elektrischen Zentralen Deulsch-
lands. Er übernahm die technische Leitung der Internationalen Elektrizitätsansstellung
zu Frankluri a. M. 1801, bei weicher auf seine Anregung der epochemachende
Versuch, die elekirische Krall von Lauffen bis Frankfurt auf 175 Kilometer Entfernung
zu überltagen, mit vorzüglichem Erfolge stattfand. Unter seiner Leitung wurden in
den Ieizten Jahren zahlreiche elektrische Zeniralstationen in Deutschland und im
Auslande errichtet, und seinen Bestrebungen gelang es, insbesondere viele grosse
bisher unbenülzte Wasserkräfte durch elekirische Leberiragung lir gewerblidye und
industrielle Zwecke nutzbar zu machen.
Arillöcker, Harl, Komponist, geboren am 29. April 1842 zu Wien, Kapellmeister 1964
am Chaliathealer in Graz, danm am Deutschen Cheater in Budapest, 18069-$3 anı
Chester an der Wien, Icbl daselbst. Beliebie Opereilen, wie „Das verwunschene
Schloss“ (1875), „Apafune, der Wassermann" (1530), „Der Bettelstwdent” (135,
„Basparone”“ (1834), „Der Teldprediger“ (1834), „Die sieben Schwaben“ (1837), „Der
arme Jonathan" (1590); er schuf die Musik zu mehr als 76 Possen.
Minor, Takob, Lilteratuchisioriker, geboren am 15. April 1855 In Wien, habilitierte
sich daselbst 1880 für deutsche Sprache und LDitleratur, wurde 1882 Prof, an der Akadenie
in Mailand, 1954 ausserord. Prof, in Prag, 1885 in Wien, 1888 ord. Prei, daselbst.
Scheillen: „Ehristian Telig Messe und seine Beziehungen zur deulschen Literatur des
18. Jahrhunderts“ (1380), „Johann Georg Hamann in seiner Bedeutung filr die Sturm-
und Dranaperiode” (1881), „Die Schicksalstragsdie in ihren Bauptweriretern“ (1833),
„schäller. Sein Erben und seine Werke‘ (1590), „Aus dem Schilleraschie" (1590),
„Beuhochdeuischt Meirik” (1805), „F. von Saar“ (18508).
Miguel, Johann von, preussischer Staatsmann, geboren am 19, Tebruar 1828 zu Neuen-
haus in Hannover, studierle 1846-50 in Beidelberg und Böllingen Rechiswissenschall
und war dann Anwall in Göttingen. Au der Bearlndung des Nalionalvereins und
des deutschen Abgeordnetenlages halte er hervorragenden Anteil. 1864 wurde er in
die hannoversche Zweite Kammer gewählt. 186570 Bärgermeisier von Üsmabrick,
187073 Direkior der Berliner Diskontogesellschatl, 187376 Vorsilzender des Uer-
wallungstates derselben, 1576-50 Oberbilrgermeister von Osnabrück, 188990 Ober-
bilrgermeister von Franklurt a. M. Im preussischen Abgeordnelenhause (186682)
und dem Reichslage 1867 —77, 1867— 90) war er einer der Führer der nalionalliberaten
Parlei; dem preussischen Herrenhause gehörte er seit 1882 an, in den Staatsrat wurde
er 1554 berufen. Seil 1890 ist er preussischer Finanzruinisder, erhiell wegen der
grossen Verdienste um sein Ressort 1597 den Schwarzen Adlerorden und dadurch das
Adelsprädikat und wurde 1897 zum Vizepräsidenten des Staalsministeriums ernannt.
Mirbach, Julius Gral von, konserpaliver Parlamenlarier, geboren am 27, Juni 1839
zw Sorgeällen in Osipreussen, studierte I95°—62 im Königsberg, Bonn und Berlin
Rechiswissenschall, war dann vier Jahre Öftizier, sen 1874 Mitglied des preussischen
Kerrenhauses, 187881 und 1856-95 Miliglied des deutschen Reichstages, 1885 in
den Gralensiand erhoben. Er ist sel 1579 erster Vorsitzender der Lereinigung der
Steuer und Klirischaltsreformer, wim Fiihrer der bimelallislischen Bewegung, gehört
dem Töorsiande der dewischköonserwatisen Panei an.
Mittnacht, Fermaun Frhr. von, wilnlembergischer Staatsmann, geboren am I7- März
1325 in S$tullgari, studierte in Tübingen und Teidelberg Kechlswissenschaft, trat 1849
in dem Justizdienst und rückte in diesem bis zum Oberiribunalsrat und Mitglied des
Oberhandelsgerichls auıt, seht 1861 honserwatives Mitglied der württemberaischen Kammer
der Abgeordneten. 1867 rat er als Justizminister ın das Kabinell Yarnbiller {neue
Gerichtsorganisation und Prozessreform) und fordere 1970 den Eintilt Wirklembergs
in das Deutsche Reich, 1873 übernahın er auch das Ministermm des Auswärtigen
und des königlichen Hauses und wurde 1876 Ministerpräsident, gab 1878 das Porle-
lenile der Justiz ab; wurde 1837 in den erblichen Freihermsiand erhoben. Frhr.
v. Miltnacht ist Bevollmächtigter für den Bundesrat,
mehr, Ehristlan Otte, Ingenieur, geboren am $. Oktober 1835 zu Messelburen In
Bolstein, besuchte 1851—56 die Polytechnische Schule in Bannover, war daraul im
Dienst der $taatsbabnverwallengen Hannovers und Oldenburgs ihälig, wurde 1867
Professor am Polgtechnikum in Stuttgart und bekleidet seit 1873 eine Professur an der
Cechnischen Böchschule in Dresden. Er veröffentlichte in Fachzelischrilten wertvolle
Beiträge zur technischen Mechanik.
möller, Theodor Adolf, Arossindustrieller und nationalliberaler Parlamenlarier, ge-
boren am 1b. Hugıst 1540 zu Kupferhammer bei Brackhwede, erhielt seine kauf
männische Ausbildung zu hamburg, Liverpool und London, widmete sich daneben
besonders technnoloaischen und naturwissenschaftlichen Studien und gründete 1863 ein
eigenes Geschäft, Er ist Milalied des deutschen Reichstags Seit 1890, des preussischen
Adgesränetenhauses seit 1893, war Mitglied des Zollbeirats und Dorsitzender desselben
kilr die Abteilungen für Industrie und Handel, jeizt Mitglied des wirtschaltlichen
Ausschusses, ferner Mitglied der Bezirhseisenbahnräte Köln-Bannover und hal den
tiiel Kommerzienraf.
Monmsen, Theodor, Geschichtschreiber und Altertumslorscher, geboren am 30. Novem-
ber 1817 zu Garding im Schleswig, sindierte 1839—43 Rechtswissenschaft und Geschichte,
bereisie 1844—47 Italien und Frankreich zu wissenschaftlichen Zwecken, war 184850
der Universität Zilrkch. 1854 folgte er dem Auf nach Breslau, seit 1858 ist er ord.
Prof. in Berlin, seit 1874 auch ständiger Sekretär der Akademie der Missenschalten
daselbsi, weiches Ant er 1895 niederlegte, in welchem Jahre er Mitglied der Pariser
Akademie und Ehrenbürger von Rom wurde. 1873—82 war er Mitglied des preussi«
schen Abgeordneienhauses, wo er zuerst zur nalisnalliberalen Fraklion, dann zur