Full text : Zentralblatt für das Deutsche Reich. Zweiundvierzigster Jahrgang. 1914. (42)

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b.  Die  Hebestelle  hat  die  Anmeldung  zu  prüfen  und  erforderlichenfalIs  berichtigen  zu  lassen,  hierauf  in  beiden,  mit
A  und  B  zu  bezeichnenden  Ausfertigungen  zu  vollziehen  und  in  das  Abfindungsbuch  einzutragen.  Die  Ausfertigung  A
erhält  der  Brennereibesitzer  zur  Aufbewahrung  beim  Brennereibelegheft  zurück,  die  Ausfertigung  B  wird  dem
Aufsichtsbeamten  zugestellt.

6.  Gattung  und  Menge  der  angemeldeten  Materialvorräle  werden  amtlich  festgestellt;  hierbei  ist  die  in  jedem  Gefäß
enthaltene  Stoffmenge  durch  Vermessung  oder  in  anderer  Weise  zuverlässig  zu  ermitteln,  auch  sind  die  Gefäße,  soweit
sie  nicht  Unterscheidungszeichen  tragen,  mit  solchen  zu  versehen.  Die  Vorräte  sind  auch  daraufhin  zu  prüfen,  ob  sie
einen  Zusatz  von  Stoffen  nicht  angemeldeter  Art,  insbesondere  von  Zucker  oder  dgl.,  erhalten  haben.

7.  Bei  Weintrebern,  Kernobst  und  Trebern  von  Kernobst  ist  ein  Zehntel  der  amtlich  festgestellten  Materialmeng.
abzuziehen,  wenn  sie  eingestampft  find  und  die  obere  unbrauchbare  Schicht  noch  nicht  entfernt  ist.  Sind  Weintreber
in  Fässern  mit  Türchen  (sogenannten  Fuhrfässern)  oder  in  sonstigen  Gesäßen,  deren  Beschaffenheit  ein  festes  Einstampfen
  der  Treber  nicht  gestattet,  enthalten,  so  ist  je  nach  der  mehr  oder  minder  lockeren  Befüllung  der  Fässer
deren  Inhalt  nach  Schätzung  nur  mit  einem  bis  zu  zwei  Dritteilen  anzusetzen:  der  Abzug  von  einem  Zehntel  für
die  obere  unbrauchbare  Schicht  findet  in  diesem  Falle  nicht  statt.

8.  Das  Ergebnis  der  Prüfung  ist  in  beide  Ausfertigungen  der  Materialanmeldung  einzutragen.  Die  Ausfertigmg  A
ist  dem  Brennereibesitzer,  die  Ausfertigung  B  der  Hebestelle  zurückzugeben.

9.  Wird  Material  zum  Abtrieb  angemeldet,  so  hat  es  die  Hebestelle  in  der  Ausfertigung  B  der  Materialanmeldung
unter  Hinweis  auf  die  Abfindungsanmeldung  abzuschreiben.  Dieselbe  Abschreibung  ist  in  der  Ausfertigung  A  durch
den  Aufsichtsbeamten  bei  seiner  nächsten  Anwesenheit  in  der  Brennerei  vorzunehmen.

10.  Soll  Material  zu  anderen  Zwecken  als  zum  Brennereibetriebe  verwendet  oder  soll  es  vernichtet  werden,  so  ist  dies
der  Hebestelle  so  zeitig  schriftlich  anzuzeigen,  daß  eine  amtliche  Überwachung  herbeigeführt  werden  kann.  Der
Aufsichtsbeamte  hat  die  anderweite  Verwendung  oder  die  Vernichtung,  soweit  tunlich,  zu  überwachen,  die  Stoffmenge
in  der  Materialanmeldung  A  abzuschreiben  und  auf  der  Verwendungsanzeige  einen  Vermerk  z  machen.

Trifft  zur  angezeigten  Stunde  kein  Beamter  in  der  Brennerei  ein,  so  ist  der  Brennereibesitzer  berechtigt,  die
angemeldete  Verwendung  oder  Vernichtung  des  Materials  vorzunehmen.  Der  Brennereibesitzer  hat  alsdann  selbst
die  Stoffmenge  in  der  Materialanmeldung  abzuschreiben  und  der  Hebestelle  die  Abschreibung  mitzuteilen.

11.  Werden  die  Materialvorräte  bis  zum  Schlusse  des  Betriebsjahrs  nicht  sämtlich  abgeschrieben,  so  ist  durch  einen
Aussichtsbeamten  festzustellen,  ob  der  nicht  abgeschriebene  Teil  noch  vorhanden  ist.  Zutreffendenfalls  ist  über  den
Bestand  eine  neue  Materialanmeldung  für  das  neue  Betriebsjahr  doppelt  einzureichen  und  in  der  erledigten
Anmeldung  vom  Beamten  ein  entsprechender  Vermerk  zu  machen.  Weicht  der  Istbestand  vom  Sollbestand  um  mehr
als  ein  Zehntel  des  Sollbestandes  ab,  so  ist  eine  Verhandlung  aufzunehmen.

12.  Nach  Abschreibung  der  gesamten  Materialvorräte  oder  nach  der  Schlußprüfung,  am  Ende  des  Betriebsjahrs  ist  die
Ausfertigung  A  der  Anmeldung  vom  Brennereibesitzer  binnen  fünf  Tagen  an  die  Hebestelle  zurückzuliefern.