Volltext : Handbuch der bayerischen Distrikts-Verwaltungs-Behörden.

766  Landescultur.

Endtermin  für  Ueberweisung  der  Grundrenten  an  den  Staat  auf
30.  September  1861  festgestellt.

(Fin.  Ges.  für  die  VII.  Finanzperiode  Tit.  II.  &  5  Ziff.  b.)

Der  Vollzug  des  Firirungsgesetzes  ist  im  Allgemeinen  den  Distriktsverwaltungsbehörden
  zugewiesen.  —  Zum  Richteramt  eignen  sich:

a)  Recurse  gegen  die  Entscheidung  der  Schätzer,  wenn  durch  Schätzung
das  Zehentfirum  festgestellt  wird.  —  Rercursfrist  14  Tage,  Berufungsinstanz
  Appell.-Gericht.

(O.A.E.  vom  16.  Dez.  1851,  Döll.  XXII.  S.  327.)
(O.A.E.  vom  9.  Mai  1851,  R.  Bl.  S.  698.)
Auch  Recurse  gegen  Handlohnsschätzungen  gehen  an  das  A.G.E.

vom  16.  Dez.  1851,  RN.  Bl.  1852  S.  79.)

b)  Wenn  bei  dem  Geschäfte  der  Ablösung  streitige  Rechtsverhältnisse
vorkommen,  sind  sie  zur  Austragung  an  den  Cidvilrichter  zu  verweisen.
  (M.  E.  vom  19.  Dez.  1848,  ibid.  S.  351.)

e)  Wenn  das  Recht  oder  der  Umfang  der  zu  firirenden  Reichnisse  bestritten
  ist,  bleibt  der  Rechtsweg  vorbehalten.

Fragen  über  die  Natur  eines  Reichnisses,  über  Ermittelung  der
Eigenschaft  eines  Gefälles,  über  Zulässigkeit  der  Ablösung  mit  Rücksicht
auf  die  Natur  des  Gefälls  entscheidet  die  Verwaltung  ?).

(O.A.E.  vom  26.  April  1853,  R.Bl.  S.  618,  vom  26.  Oct.  1855
S.  1157,  vom  12.  Jan.  1857  S.  148,  14.  Dez.  1857,  R.  Bl.  1858
S.  7,  10.  Jan.  1859  S.  98,  133.)

Ueber  die  Zulässigkeit  der  Umwandlung  der  Zehentfire  in  Bodenzins
  entscheidet  die  Verwaltung.

(O.A.E.  vom  März  1856,  R.  Bl.  S.  177,  12.  Jan.  1857  S.  137.)

Ueber  die  bestrittene  Rechtsgiltigkeit  der  außeramtlich  abgeschlossenen
Firationsverträge  entscheiden  die  Gerichte;  diese  gerichtliche  Entscheidung
ist  präjudiciell  für  die  administrative  Verlautbarung  des  Firationsvertrags.

(O.A.E.  vom  26.  April  1853,  R.  Bl.  S.  631.)

O.  A.  E.  vom  11.  Nov.  1862,  R.Bl.  S.  2550.  Heidingsfelder
  s.  Pfarrei  Burgoberbach.

Zur  Beurkundung  von  Grundlastenablösungs-Verträgen  ist  die
Errichtung  einer  Notariatsurkunde  nicht  nothwendig.

(M.E.  vom  12.  Juni  1867.  Bl.  f.  a.  Pr.  XIII.  333.)

Die  amtliche  Verlautbarung  der  Firationsverträge  ist  Verwaltungssache.
  Wenn  es  sich  um  Berichtigung  von  Anständen  über  Acte  handelt,
welche  die  Verwaltung  innerhalb  ihrer  Zuständigkeit  vorgenommen  hat,
so  ist  hiezu  gleichfalls  nur  die  Verwaltung  competent.

Im  gegebenen  Falle  handelt  es  sich  um  Annullirung  einer  irrthümlichen
  Protokollirung,  indem  das  Landgericht  als  Verwaltungsamt
die  Summen,  welche  als  Bodenzins  festgestellt  waren,  als  Zehentfirum
  protofkollirt  hat.

 

*)  Bl.  f.  a.  Pr.  VII.  81.