Full text : Die geheime Vorgeschichte des Weltkrieges.

Oer  Entscheidung  entgegen.  87

Daß  der  Dreibund  keinen  Anlaß  gehabt  hätte,
ob  dieser  Gestaltung  der  Dinge  zu  triumphiern,  lehrte
Theodor  Schiemanns  vielerörterte  Enthüllung  vom
14.  August;  er  teilte  damals  in  der  „Kreuzzeitung“
folgendes  mit:

„Nachdem  König  Georg  V.  am  21.  Ipril  d.  3.
in  Paris  eingetroffen  war,  haben  Verhandlungen
zwischen  Sir  Edward  Grey  und  dem  russischen  Botschafter
  in  Paris,  38wolski,  stattgefunden.  Die
Russen  schlugen  vor,  die  Entente  in  eine  Allianz  zu
verwandeln.  Das  lehnte  Sir  Edward  Grey  zwar  ab;
aber  die  Fundamente  zu  einer  russisch-englischen
  Marine-Konvention  wurden  gelegt.
Grep  gab  seine  Zustimmung  dazu,  daß  die  Beratungen
zur  Feststellung  dieser  Vereinbarung  von  den  beiderseitigen
  Marinestäben  ausgearbeitet  werden  sollten.
Der  russische  Marine-Generalstab  stellte  darauf  folgende
  Anträge:  Als  Kompensation  dafür,  daß
für  den  Fall  eines  Krieges  zwischen  dem  Dreibund
und  den  Ententemächten  ein  Teil  der  deutschen
Flotte  auf  Rußland  abgeschoben  werde,  soll
England  vor  Ausbruch  des  Krieges  eine  ausreichende
  Anzahl  Handelseschiffe  in  die  Ostseehäfen
schicken  und  diese  englischen  Fahrzeuge  dazu  benutzt
werden,  um  russische  Truppen  in  Pommern  zu
landen.  Oie  Verhandlungen  darüber  wurden  in
London  dem  zweiten  Sekretär  und  Marinebevollmächtigten
  Wolkow  übertragen  und  der  Botschafter
  von  Benckendorff  über  den  ganzen  Plan
unterrichtet.  Der  Abschluß  der  Konvention  sollte
erfolgen,  wenn  der  englische  Abmiral  Prinz  Ludwig
v.  Battenberg  im  August  in  St.  Petersburg  eintreffe.

„Leider  habe  ich“,  so  bemerkt  Professor  Schiemann
dazu,  „weitere  Auskunft  von  meinem  Gewähresmann