Full text : Deutsches Arzneibuch.

!700

Unguenta.  —  Salben.

Salben  sind  Arzneimittel  zum  äußeren  Gebrauche,  deren
Grundmasse  in  der  Regel  aus  Fett,  Ol,  Lanolin,  Vaselin,
Ceresin,  Glucerin,  Wachs,  Harz,  PMflastern  und  ähnlichen
Stoffen  oder  aus  deren  Mischungen  besteht.  Sie  sind  bei
Zimmertemperatur  von  butterähnlicher  Konsistenz  und  schmelzen
mit  Ausnahme  der  Glycerinsalbe,  beim  Erwärmen.

Wenn  bei  der  Bereitung  einer  Salbe  Schmelzen  erforderlich
  ist,  so  werden  zunächst  die  schwerer  schmelzbaren  Stoffe
verflüssigt  und  dann  die  leichter  schmelzbaren  hinzugesetzt,  wobei
jede  unnötige  Steigerung  der  Temperatur  zu  vermeiden  ist.
Die  geschmolzene  Mass  e  wird  bis  zum  Erkalten  gerührt.
Gleichzeitig  wird  die  Beimengung  anderer,  nicht  zu  schmelzender
Stoffe  vorgenommen.

Wenn  nichts  anderes  vorgeschrieben  ist,  werden  unlösliche
  oder  schwer  lösliche  Stoffe  als  feinstes  Pulver  mit
wenig  Salbengrundmasse,  die  nötigenfalls  etwas  erwärmt
wird,  angerieben.  Nachdem  eine  völlig  gleichmäßige  Verteilung
erzielt  ist,  wird  der  Rest  der  Salbengrundlage  binzugemischt.

In  Wasser  leicht  lösliche  Salze  sowie  Ertrakte  sind  in
wenig  Wasser  zu  lösen  oder  damit  anzureiben  und  mit  der
gesamten  Grundmasse  zu  mischen.

Salben  müssen  von  gleichmäßiger  Beschaffenheit  und
dürfen  nicht  ranzig  sein.

Für  die  Ausrüstung  der  Schiffsapotheken  sowie  in  den
Schutzgebieten  dürfen  in  den  Salben  das  Schweineschmalz,  das
Ol  oder  das  Vaselin  bis  zu  einem  Drittel  ibres  Gewichtes
durch  gelbes  Wachs,  weißes  Wachs  oder  Ceresin  ersetzt  werden.