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Da E. L. hinwieder sich eines oder des andern unserer Diener ge—
brauchen können, soll Ihr derselben nicht versagt werden. — Datum
Langensalza 25. April 1615. Johann George.
Auf dieses Schreiben des Kurfürsten erließ bereits zwei Tage
nach der Ausstellung desselben von Kassel aus der Landgraf die
Antwort. Schütz, der sich zu Kassel befand, scheint sich Ende
August auf die Reise nach Dresden begeben zu haben und der
Landgraf gab ihm noch ein besonderes Antwortschreiben an den
Kurfuͤrsten gleich selbst mit.
Landgraf Moritz ertheilte Schützen in diesem Handschreiben
vom 27. April einen zweijährigen Urlaub, lebt aber, wie er sich
in einem Schreiben vom 28. August äußert, der guten Zuversicht,
daß er sich nach Ablauf des Urlaubs wieder nach Kassel verfügen
werde.
Unser freundlicher Dienst und was wir mehr Liebes und Gutes
vermögen, allezeit zuvor. Hochgeborner Fürst freundlicher lieber Vetter,
Sohn und Gevatter. Was E. L. an uns wegen unsers Organisten
und Lieben getreuen Heinrich Schützens untern dato Langensaltza den
25. dieses abermals freundlich gesunnen und begehret, das haben wir
ab derselben Schreiben mit mehreren wohl verstanden. Ob wir nun
wohl gedachten Schützens bei unserer Music solche geraume Zeit
über schwerlich missen, seine Stelle auch anderwärts nicht füglich itzo
ersetzen können, jedoch aber damit wir E. L. unser freundlich-vetterliche
gute aflection in der That beweisen, Als wollen wir Deroselben
zu freundwilligen Gefallen mehrgedachten unsern Organisten Schützen
dahin gnädig erlauben, daß er sich ein baar Jahr an E. L. Hof wesentlich
aufhalten und unterthänigst aufwarten möge.
Der guten Zuversicht, es werden E. L. ihn auch nicht länger
aufzuhalten, sondern nach Ablauf solcher zweien Jahre sich wiederum
bei uns einstellen, gnädigst zu beurlanben, freundlich gemeint sein.
Inmaßen wir dann dergestalt und nicht anders darein eingewilligt
haben wollen. Und verbleiben E. L. 2c. Datum Cassel 27. April 1615.
Ein Dankschreiben des Kurfürsten erfolgte bereits am 2. Mai
von Zörbig aus:
Unsern freundlichen Dienst 2c. — Wie wir aus E. L. Antwortschreiben
ganz genau vernommen, daß dieselbe freundvetterlich zufrieden,
damit sich E. L. Organist Heinrich Schütz zwei Jahre lang wesentlich
an unserm Hof aufhalten und bei uns unterthänigst aufwarten möge,
auch aus dieser gutwilligen Erzeigung E. L. und ohne das bekannt
treuherzige vetter und väterliche affection spüren wir und vermerken,
Also thun wir uns derowegen gegen E. L. freundlich bedanken. Mit
dem nochmaligen Erbieten, da wir vorfallender occasion E. L. in
—
wir um E. L. in dergleichen und Andere hinwieder freundlich zu beschulden.
Daran * sonsten angenehme behägliche Dienste zu leisten jederzeit bereit
und geflissen.“ —