Metadata : Archiv für öffentliches Recht.Neunter Band. (9)

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wodurch  Bestimmungen  zur  Regelung  der  äussern  Rechtsverhältnisse
  der  katholischen  Kirche  erlassen  werden:  „Streitigkeiten
  über  die  Verpflichtung  zu  Leistungen  für  Cultuszwecke
  werden,  wenn  eine  solche  Leistung  aus  dem  allgemeinen
  Grunde  der  Zugehörigkeit  zu  einer  kirchlichen  Gemeinde
in  Anspruch  genommen  wird,  von  den  Verwaltungsbehörden  im
ordentlichen  Instanzenzuge,  wenn  sie  hingegen  aus  einem
besonderen  Titel  gefordert  wird,  von  dem  Gerichte  entschieden.“
Hier  finden  wir  die  Abgabennatur  der  aus  Privatrechtstiteln
geschuldeten  Leistungen  für  Cultuszwecke  deutlich  genug  anerkannt.
  Wenn  nun  die  aus  Privatrechtstiteln  hervorgehenden  Verpflichtungen
  zu  Leistungen  für  öffentliche  Zwecke  nicht  privatrechtliche
  Obligationen,  sondern  öffentlich-rechtliche  Pflichten
sein  sollen,  woher  erklärt  sich  dann  die  Bezeichnung  derselben
als  aus  Privatrechtstiteln  hervorgehender  Pflichten  ?

Auf  diese  Frage  ist  folgende  Antwort  zu  geben:  Wir  finden
diesen  Ausdruck  zunächst  verwendet  in  Verwaltungsgesetzen  der
absolutistischen  Epoche,  welche  den  Uebergang  aus  der  vorangegangenen,
  von  einer  privatrechtlichen  Auffassung  des  öffentlichen
  Rechts  beherrschten  Verwaltungsepoche  zu  dieser  letzteren
vermitteln.  Eine  principielle  Regelung  der  Pflichten  zu  Leistungen
für  öffentliche  Anstalten  kennt  diese  vorangegangene  Epoche  zum
grössten  Theile  nicht.  Es  bietet  sich  uns  vielmehr  eine  bunte
Mannigfaltigkeit  von  Rechtsinstituten  dar,  welche  aus  den  verschiedensten
  geschichtlichen  Epochen  des  westlichen  Europa
stammen.  Verträge  zwischen  Nachbarschaften  aus  der  Zeit  der
Markgenossenschaft  ,  zwischen  der  Grundherrschaft  und  den
Unterthänigen  ,  constitutive  Verfügungen  eines  Feudalherrn,
welche  an  die  Rechtsverleihung  Leistungspflichten  knüpfen,  derartige
  Verfügungen  kirchlicher  Organe,  auf  kirchen-  oder  römischrechtlicher
  Grundlage  für  giltig  anerkannte  letzwillige  Verfügungen
  und  Stiftungen,  Observanzen,  welche  auf  den  einen
oder  andern  der  hier  angeführten  Entstehungsgründe  zurückzu-