60 Bayern unter dem Luxemburger Heinrich V.
das sächsische oder Ottonische Regentenhaus erloschen war,
die Herrschaft über das deutsche Reich von Neuem an den Stamm
der Franken. Von jenem Konrad dem Rothen, der auf
dem Lechfelde im Kampfe gegen die Ungarn den Heldentod
gestorben war, lebten zwei Urenkel, die Bruderssöhne waren und
beide Konrad hießen. Der Eine derselben, Konrad der Aeltere,
der Gisela, die Wittwe des obengenannten Herzogs Ernst 1
von Schwaben, geehlicht hatte, erfreute sich großer Unterstützung
in Schwaben, Bayern und Sachsen, der andere, Konrad
der Jüngere, dessen Vater Herzog in Kärnthen gewesen,
hatte in den Rheinländern großen Anhang, doch neigte sich
die Mehrzahl der Stimmen dem ältern Konrad zu. Dieser
bewog seinen Vetter, ihn sofort anzuerkennen, wenn die Wähler
ihn ernennen würden, und versprach ihm das Gleiche. Die Mehrzahl
wählte nach Vorgang des Erzbischofes von Mainz den
ältern Konrad, der sogleich in Mainz gekrönt wurde (1024—
1039). Herzog Heinrich von Bayern überlebte diese Wahl
nicht ganz zwei Jahre: er starb im Sommer des Jahres 1026
ohne Erben. Sein und seiner Gemahlin Maria Leichnam
ruhen in den Grüften des Klosters Osterhofen, welches dem
herzoglichen Paare seine Wiedererstehung verdankt.
Prittes Bapitel.
Bayern unter Amtsherzögen aus dem fränkischsalischen,
zütphen'schen und nordheimischen
Hause (1026 — 1070) 7).
38. Da der deutsche König Konrad II als Begründer
einer neuen Dynastie vom Beginne seiner Regierung an darauf
*) Während dieser Zeit bekleideten die herzogliche Würde Bayerns:
Heinrich VI, ein Salier, 1027—1040.
Heinrich VII, der Luxemburger, 1040—1047.
Konrad von Zütphen 1049—1053.
Heinrich VIII, ein Salier, 1053—1056.
Konrad, ein Salier, 1056.
Agnes, des Kaisers Heinrich III Wittwe, 1056—1061.
Otto von Nordheim 1061—1070.