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waren alle umliegenden Staaten schwach und getrennt. Polen
war noch kein großes Koͤnigreich, denn erst 1320 hat sich
Groß= und Klein-Polen mit einander vercinigt. Erst da entstand
etwas, das man ein Reich nennen konnte; und erst
1386 ist Litthauen mit Polen vereinigt worden. Erst da erbielt
die polnische Macht solche Consistenz, daß sie aufmerksam
auf ihre Nachbarschaft werden konnte. Ebenso wares
mir Brandenburg. Gerade in der Mitte des vierzehnten
Jabrhunderts bis in's fünfzehnte hinein, bis das Haus Jollern
zum Besitze der Macht kam, schwach, dürftig, zersplittert,
fast bis zum Nichts unter der Regierung des Bayerschen
Hauses hinabgesunken; ebensowenig durch russische
Macht gehindert, denn auch diese wurde erst in der Mitte
des 45ten Jahrhunderts gegründet durch Ivan Basilowiz I.
Die Deutschherrn standen also siegreich da, weil sich kein
mächtiger Nachbar in allen ihren Grenzen fand. Das dritte
Hülfsmittel, das ihre Macht eine Zeitlang stützte, war:
es sand sich, wie sie nach Preußen kamen, gar keine Stadt
da. Denn Communitates verdienten den Namen der Städte
nicht. Sobald sich in einem kleinen Lande Städte
beben, muß der Adel sinken. Wenigstens wird viel
Politik von seiner Seite erfordert, wenn er sich
souteniren will. Daß Königsberg, Danzig groß wurde,
sahen die deutschen Ritter gelassen mit an, bis sie merkten,
daß sich eine Gegenmacht gebildet habe. Dieser suchten sie
sich zu erwehren, aber die Städte schlossen einen Bund unter
einander (1440.) Nachdem einmal ihr Großmeisier, Paul
von Rußdorf, denselben anerkannt hatte, so begaben sie
sich in polnischen Schutz, und das war der erste Strick,
den der König von Polen den Rittern um den Hals warf.
Es entstand ein Krieg daraus, der fast 26 Jahre dauerte.