Full text : Gesetzes- und Verordnungs-Blatt für das Großherzogtum Baden. Jahrgang 1917. (49)

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der  Postanstalt  unter  Vorzeigung  des  Fahrscheins  eingeliefert  werden.  Sonst  ist  auf  Mitbeförderung
  nur  zu  rechnen,  wenn  der  Abgang  der  Post  durch  die  Annahme  und  Verladung
nicht  verzögert  wird.  Beim  Übergang  von  einer  Post  oder  Eisenbahn  auf  eine  unmittelbar
anschließende  Post  wird  das  Gepäck  umgeschrieben,  solange  der  Reisende  ohne  Versäumnis  der
Post  noch  zur  Weiterfahrt  zugelassen  werden  kann.

V  Der  Reisende  erhält  über  das  eingelieferte  Reisegepäck  einen  Gepäckschein,  gegen  dessen
Rückgabe  es  ihm  ausgeliefert  wird.

überfrachtporto  und  Versicherungsbühr.

§  59.  I  Jedem  Reisenden  steht  auf  das  der  Post  übergebene  Reisegepäck  ein  Freigewicht
von  15  kg  zu.

II  Für  jedes  volle  oder  angebrochene  Kilogramm  darüber  ist  an  Überfrachtporto  zu
entrichten:
1.  bei  Strecken  bis  75  km  5  P,  mindestens  25  J,
2.  bei  weiteren  Strecken  10  J,  mindestens  50  H.
III  An  Versicherungsgebühr  für  Reisegepäck  mit  Wertangabe  werden  für  jedes  Stück
ohne  Unterschied  der  Entfernung  und  unabhängig  vom  Gewicht  5  K  für  je  300  M  oder  einen
Teil  von  300  4%,  mindestens  aber  10  JF  erhoben.

IV  Haben  mehrere  Reisende  ihre  Plätze  auf  einen  Fahrschein  genommen,  so  ist  das
Freigewicht  für  die  darauf  vermerkte  Anzahl  von  Personen  nur  dann  von  dem  Gesamtgewicht
abzuziehen,  wenn  sie  zu  einer  Familie  oder  zu  einem  Hausstande  gehören.

V  UÜberfrachtporto  und  Versicherungsgebühr  werden  nach  denselben  Grundsätzen  erstattet
wie  Personengeld  (§  54).
Verfügung  der  Reisenden  über  das  Reisegepäck  unterwegs.

§  60.  1  Den  Reisenden  kann  die  Verfügung  über  das  der  Post  übergebene  Reisegepäck
nur  während  des  Anfenthalts  an  Orten,  wo  sich  eine  Postanstalt  befindet,  und  gegen  Rückgabe
oder  Hinterlegung  des  Gepäckscheins  gestattet  werden.

II  Reisende  nach  Zwischenorten  müssen  ihr  Reisegepäck  bei  der  voransliegenden  Postanstalt
in  Empfang  nehmen.

Verhalten  der  Reisenden  auf  den  Posten.

§  61.  I  Die  Reisenden  stehen  unter  dem  Schutze  der  Postbehörden.

II  Rauchen  ist  im  Postwagen  nur  unter  Zustimmung  der  Mitreisenden  erlaubt.

III  Pflicht  der  Reisenden  ist  es,  die  Anordnungen  zur  Aufrechterhaltung  der  Ordnung
und  der  Sicherheit  in  den  Posten  und  Wartezimmern  zu  befolgen.  Reisende,  die  dagegen
verstoßen,  kann  —  vorbehaltlich  der  Bestrafung  nach  den  Reichs=  und  Landesgesetzen  —  die  Postanstalt,
  unterwegs  der  Postschaffner  oder  Postillion,  von  der  Mit=  oder  Weiterreise  ausschließen
und  aus  dem  Wagen  entfernen.  Erfolgt  der  Ausschluß  unterwegs,  so  ist  das  Gepäck  bei  der