nach Berlin gerichtet, von denen eines ?) besonders interessant
ist, in dem Bastiani über Coltrolinis Furcht vor der Inquisition
spricht.‘ Während Coltrolinis Berichte fast ausschließlich die
Schaffgotsche Angelegenheit behandeln, ®) sind die Bastianis
wegen ihres politischen Inhalts als die wichtigeren anzusprechen.
Die direkte Verbindung zwischen Berlin und Rom hatte
immerhin die Frucht guten Einvernehmens zwischen den beiden
Höfen gezeitigt, wie aus einem Geschenk Friedrichs an den
Papst und dem Austausch höflicher Komplimente durch den
Bischof von Breslau zu ersehen ist 1).
Mit den Monaten März-April 1758 hören die Schreiben
beider Agenten auf: der siebenjährige Krieg muß wohl als Ursache
betrachtet werden, daß bis 1763 keinerlei Urkunden über
die päpstliche Agentur zu finden sind. Wahrscheinlich hat sie
während der Kriegsjahre geruht.
In dem Berichte des auswäıtigen Departements an Friedrich II,
im Juni 1763, also bald nach dem Hubertusburger Frieden
(15. 2. 1763), finden wir die Bemerkung, Coltrolini sei im verflossenen
Jahre gestorben und für den frei gewordenen Posten
seien viele Bewerber vorhanden. Besetzt müsse dieser werden
wegen der kirchiichen Angelegenheiten Schlesiens.
Unter den fünf genannten Anwärtern steht an erster Stelle
der durch das Bayreuther Ministerium empfohlene Abbe Mathieu
Ciofani, der dann auch vom Departement gewählt wurde, als
Friedrich diesem die Entscheidung anheimgab. Ein Versuch
des polnischen Agenten Ghigiotti, den Posten zu erhalten, scheiterte
an dem Bedenken des Königs, der eine polnische Vertretung
mit der eigenen für unvereinbar hielt. *2)
19) Lehmann, III. 95.
%) vgl. die ausführlichen und sehr interessanten Ausführungen bei Stutz
2.80.
2!) Lehmann, III, 13 , 355, 368, 826.
22) Lehmann, IV, 125, 641.
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