Jedenfalls gedachte man, ihm einen Beistand zu geben, der
später an seine Stelle treten sollte; für diesen Posten schlug der
damals am preußischen Hofe anwesende päpstliche Geschäftsträger
Graf Guiccioli einen gewissen Stampa vor. #) Doch Gerüchte
über die bevorstehende Abberufung des Residenten
mochten nach Rom gelangt sein (ein nicht vollzogener Entwurf
beschäftigt sich mit dieser Angelegenheit 2), jedenfalls bewarb
sich Wilheim Uhden, ein preußischer Untertan, der schon mehrere
Jahre in Rom weilte und Land und Leute kannte, mit dem
wohlberechtigten Hinweise, ıman tue besser daran, einen eigenen
Untertan mit der Wahrnehmung seiner Interessen zu betrauen,
um diese Stelle Da Ciofani auf Anfrage günstigen Bescheid
über Uhden sandte, wurde dieser, ım in die Geschäfte eingeführt
zu werden, damit beauftragt, den Residenten zu vertreten und
sich in die Angelegenheiten einzuarbeiten. ®%). Als dann Ciofani
am 21. I. 1798 die gemeinsame Arbeitszeit durch seinen Tod
abschloß, wurde Uhden auch formell alleiniger Resident. ®!)
Aber nur noch kurze Zeit konnte Uhden, mit dessen Tätigkeit
man in Berlin sehr zufrieden war und dessen Gehalt man
deswegen erhöhte, seinen Posten bekleiden; bereits 1802, also
vier Jahre später, bat er um seine Anstellung in der Heimat, da
das südliche Klima seiner Gesundheit schadete. Er wurde —
eine interessante Laufbahn —- nach seiner Rückkunft von Rom
Geheimer Kriegsrat und vortragender Rat im neuostpreußischen
Departement, später Staatsrat im Departement des Kultus, schließlich
Geheimer Oberregierungsrat im Ministerium der geistlichen
Angelegenheiten. 32)
3) Bevor Uhden aber Rom verließ, mußte für ihn ein Nachfolger
gesucht werden, und dieser wurde Wilhelm Freiherr von
28) Lehmann, VI, 403.
29) Lehmann, VII, 250 und A. I.
%) Granier XIII, 3.
%) Granier VIO, 16. vgl. auch 14, 55, 196, 234, 243, 281, 346, 367, 439
5%) Mejer, Zur Geschichte, Bd. I, S, 428 A. 1 und Granier VIUI, S. 568 A. 2
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