Contents : Geschichte der deutschen Höfe seit der Reformation. Band 36. Sechste Abtheilung: Die kleinen deutschen Höfe. Zweiter Theil. (36_6_2)

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Mannen,  aller  mit  Gütern,  die  Ritterpferde  stellten
Eingesessenen,  an  der  Sagsdorfer  Brücke  über  die  War-,
now  bei  Siernberg,  entstand  in  Mecklenburg  der  Landtag.
  In  den  Siernberger  Landesreversalen  vom  4.  Juli
1572  heißt  es:  „Wir  wollen  hinfüro  Unsere  Landund
  Musterungstage  auf  dem  Jüdenberge  vor
Unserer  Stadt  Sternberg  halten.“  Früher  kamen  nur
immer  die  „majores“  und  die  „scniores  terrac“  vor,
mit  denen  der  Landesherr  die  Geschäfte  abmachte.  1)

Der  Abstand  zwischen  Adel  und  Freien  war  noch
bis  in  den  dreißigjährigen  Krieg  Überall  nicht  so  groß,
wie  späterhin.  Ein  Theil  des  mecklenburgischen  Adels
ist  gewiß  Bauernadel,  der  auf  seiner  Hufe  saß  und  später
  sich  von  seiner  Hufe  schrieb,  sich  selbst  adelte;
es  giebt  keinen  so  alten  und  befestigten  Grundbesitz,
wie  die  Bauerngüter  in  solchen  Gegenden,  wo  sie  sich
frei  erhalten  haben,  z.  B.  in  dem  freien  Westphalen.
Die  mecklenburgischen  Bauern  waren  freie  Leute,  wie  es
die  hannoverischen,  die  oldenburgischen,  die
holsteinischen  Vauern  noch  heut  zu  Tage  sind,  sie
standen  als  Freie  den  Edelleuten  gleich:  nach  dem
Stralsunder  Chronist  Kanzow  beiratheten  sogar  noch
in  der  ersten  Hälfte  des  sechszehnten  Jahrhunderts  auf
Rügen  die  Töchter  der  Edelleute  selche  freie  Bauern.
Schon  der  alte  Franck  ist  der  Meinung,  daß  Freige-1)

  Die  seniores  terrae"  werden  z.  B.  in  zwei  Urkunden
bei  Lisch  mecklenburgische  Urk.  III.  81  und  84  vem  Jahre
1236  erwähnt:  „hohilis  dominns  Borewin  os  de  Rozstock
zelo  jusliline  ductus  ci  à  senioribus  lerrac  Suge  inslruclus.“