Full text: Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1848. (39)

— 344 — 
g. 4. 
Die Grundbesitzer sind in der Ausuͤbung der Jagd nur beschraͤnkt durch 
die allgemeinen und die besonderen jagdpolizeilichen Vorschriften, welche den 
Schutz der oͤffentlichen Sicherheit und die Schonung der Feldfruͤchte bezwecken. 
Das Recht der Jagdfolge ist aufgehoben. 
§. 5. 
In allen Festungswerken ist allein die Militairverwaltung befugt, die 
Jagd durch besonders dazu ermächtigte Personen ausüben zu lassen. - 
Außerhalb dieser Werke, desgleichen um die Pulvermagazine und aͤhn- 
liche Anstalten werden, auf Kosten der Milikairverwaltung, Umkreise oder 
Rayons von zusammenhängender Fläche gebildet und bezeichnet, innerhalb wel- 
cher die Jagd mit Feuergewehren nicht ausgeübt werden darf, bei Vermeidung 
einer Polizeistrafe von fünf bis zwanzig Täalern oder, im Unvermögensfalle, 
eines verhältnitmäßigen Gefängnisses. 
Die weiteste Enrfernung der Außenlinie von den ausspringenden Win- 
keln des Glacis der Pulvermagazine und ähnlicher Anstalten wird auf drei- 
hundert Schritte festgesetzt. Oie Abgrenzung erfolgt gemeinschaftlich von der 
Festungsbehörde, einem Deputirten des Stadtvorstandes und einem der Kreis- 
Verwaltung. 
g. 6. 
Das gegenwaärtige Gesetz tritt sofort in Kraft. In Ansehung der ab- 
eschafften Jagdgerechtigkeit sind die besiehenden Pachiwerträge aufgelöst. Der 
achtzins des laufenden Jahres ist zu berechnen nach Verhältniß der Zeit der 
diesjährigen Jagdnutzung. 
Alle schwebende Untersuchungen über Jagdcontraventionen sind aufge- 
hoben und die Kosien niedergeschlagen. Die bereits erkannten Strafen nebst 
Kosten werden hiemit erlassen bei allen Jagdcontraventionen, sowie wegen 
solcher Wilddiebsiähle, welche von Grundbesitzern auf eigenem Grund und 
Boden seit der letzten Jagderöffnung verübt sind. 
g. 8. 
Alle diesem Gesetz entgegenstehende allgemeine und besondere Bestim- 
mungen, namentlich die Kabinetsorder vom 21. Januar 1812. und die Ver- 
ordnung vom 17. April 1830., — desgleichen die jagdpolizeilichen Vorschriften 
über die Schon-, Setz= und Hegezei des Wildes werden hiemit aufgehoben, 
Urkundlich unter Unserer höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedruck- 
tem Königlichen Insiegel. 
Gegeben Sanssouci, den 31. Okkober 1848. 
(L. S.) Friedrich Wilhelm. 
von Pfuel. Eichmann. von Bonin. Kisker. Gr. Dönhoff. 
 
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.