Full text : Fürst Bismarcks Lebenswerk.

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aber  Bismarck  sehr  entschieden.  „Das  geht  auf  keinen  Fall,“
sagte  er,  „dann  würden  wir  ja  tun,  was  man  uns  so  lange
vorgeworfen  hat,  dann  würden  wir  ja  wirklich  die  Verfassung
brechen.  Nein,  wir  dürfen  uns  von  unserem  Siege  ebensowenig
  blenden  lassen,  wie  wir  uns  vor  all  den  Prophezeiungen
des  Abgeordnetenhauses  gefürchtet  haben.  Wir  haben  vier
Jahre  lang  für  den  Staatshaushalt  nicht  die  Zustimmung
des  Abgeordnetenhauses  gehabt.  Das  kann  nur  dadurch  in
Ordnung  kommen,  daß  wir  das  Abgeordnetenhaus  auffordern
jetzt  nachträglich  seine  Zustimmung  zu  geben.“  „Was,“  sagten
viele  treue  Anhänger  des  Königs,  „jetzt,  wo  wir  gesiegt  haben,
sollen  wir  die  Abgeordneten  geradezu  um  Verzeihung  bitten?
Denn  das  tun  wir  doch,  wenn  wir  sagen,  ohne  eure  Genehmigung
  waren  unsere  Ausgaben  ungesetzlich?"  „Nein,“
sagte  Bismarck,  „.um  Verzeihung  bitten  wir  damit  ganz  und
gar  nicht.  Wir  sagen  nichts  anderes,  als  was  wir  die  ganze
Konfliktzeit  hindurch  gesagt  haben;  denn  daß  die  Zustimmung
der  Abgeordneten  zu  jedem  Gesetz  nötig  ist,  haben  wir  nie
geleugnet.  Nicht  wir  ändern  dabei  unsere  Meinung.  Die  Abgeordneten
  haben  viermal  gesagt:  „Die  Heeresreform  ist  nicht
nötig.“  Nun  sollen  sie  diese  vier  Aussprüche  selber  ändern
und  für  alle  vier  Jahre  sagen:  „Wir  haben  uns  geirrt,  sie
war  doch  nötig.“  Einen  Sieg  der  Abgeordneten  kann  man
das  doch  nicht  nennen.“  

Der  König  entschied  denn  auch  nach  sorgfältiger  Uberlegung,
  daß  Bismarck  Recht  hätte.  Und  so  hat  denn  der
Mann,  den  man  immer  beschuldigt,  die  Verfassung  gebrochen
zu  haben,  mehr  als  jeder  andere  getan,  die  Verfassung  zu
schützen,  als  sie  wirklich  in  Gefahr  war.