Full text : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1857. (48)

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nicht  Kartoffeln  und  Grünfutter  und  ebensowenig  Erbsen  und  Lupinen,
so  lange  durch  deren  Anbau  der  neunte  Theil  der  gesammten  in  Dung
befindlichen  Ackerfläche  des  betreffenden  Gutes  nicht  überschritten  wird;
Erbsen  dürfen  auf  derselben  Stelle  erst  nach  einem  siebenjährigen  Zwischenraume
  wiederkehren.  "

3)  Wenn  aus  einer  Düngung  drei  oder  fünf  Dünger  konsumirende  Früchte
genommen  werden,  so  werden  im  ersten  Fall  die  beiden  ersteren  Früchte
nach  den  Positionen  der  dreijährigen,  und  die  dritte  Frucht  nach  der  letzten
Position  der  sechsjährigen  Düngung,  und  im  letztern  Fall  die  vier  ersten
Früchte  nach  den  Posttionen  der  sechsjährigen  und  die  fünfte  Frucht
nach  der  letzten  Position  des  neunjahrigen  Dängungsstandes  veranschlagt.

4)  Wenn  in  den  ald  3.  erwähnten  Fällen  bei  der  Dungvertheilung  für  die
dritte  Frucht  noch  Dünger  übrig  bleibt,  so  ist  für  diese  dritte  Frucht,
um  sie  nach  der  betreffenden  Posstion  des  dreijährigen  Düngungsstandes
veranschlagen  zu  können,  nicht  noch  die  vollständige  wiederholte  Abdüngung
  für  diese  dritte  Frucht  erforderlich;  es  genügt  vielmehr,  wenn  dann
die  Hälfte  der  betreffenden  Fläche  abgedünge,  oder  die  halbe  Düngung
gegeben  wird.

5)  Die  Feldereintheilungen  und  Fruchtfolgen  kommen  unverändert,  sowie
sie  vorgefunden  werden,  zur  Anwendung,  d.  h.  Winterung,  Sommerung,
Erbsen,  Kartoffeln,  Rübsen  re.,  jedoch  mit  der  Maaßgabe,  daß

a)  in  der  Winterung  Weizen  und  in  der  Sommerung  Gerste  nur
dort  veranschlagt  werden  dürfen,  wo  sie  nach  der  Acker-Klassiskationstabelle
  vermöge  der  Qualisikation  des  Bodens  und  nach
dem  ermittelten  Düngungsstande  zulässig  sind;  sonst  wird  statt
vorgefundenem  Weizen  nur  Roggen  und  slatt  vorgefundener  Gerste
nur  Hafer  veranschlagt.  Dagegen  erfolgt  die  Veranschlagung  von
Weizen  oder  Gerste  auf  den  zulässigen  Stellen  auch  dann,  wenn
in  der  Wirklichkeit  Roggen  oder  Hafer  vorgefunden  worden.

b)  In  der  I.  Ackerklasse  wird  überall  große  Gerste  veranschlagt  und
in  der  II.  Ackerklasse  da,  wo  nach  der  Meinung  der  Boniteure
und  der  Taxkommissarien  diese  Getreideart  mit  Vortheil  gebaut
werden  kann  und  der  Befund  diese  Ansicht  rechkfertigt.  Jedoch
kann  dies  in  der  II.  Ackerklasse  nur  bei  drei=  und  sechsjähriger
Düngung  und  wo  die  Gerste  als  zweite  Frucht  nach  der  Düngung
  folgt,  geschehen.

c)  Wenn  in  einer  Düngung  zwei  Winterungen  vorkommen  und  keine
Sommerung,  so  werden  beide  nach  der  betreffenden  Position  der
Winterung  in  der  Klassifikationstabelle  veranschlagt.  Ebenso  geschieht
  dies,  wenn  zwei  Sommerungen  und  keine  Wintexung  aus
einer  Düngung  genommen  werden.  Wenn  aber  Weizen  oder
Roggen  unmittelbar  aufeinander  folgen,  desgleichen  Gerste  oder
Hafer,  alsdann  erleidet  die  zweite  Frucht  einen  Rückschlag  von
einem  halben  Korn,  welcher  Rückschlag  auch  für  die  dritte  Frucht
eintritt,  wenn  drei  Halmfrüchte  unmitlelbar  aufeinander  folgen.

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