Sriedenzichlüffe zu Nymmegen und St. Germain. 25
hinausführen fünnen; die Holländer, die großen Kaufleute an der
Spibe, jahen, daß fie die Zeche nicht zu bezahlen haben würden,
und fie machten fich fein Gewifjen daraus, die gemeinjame Sache
im Stiche zu laffen. Met ihnen verjtändigte fich Ludwig zunädhit,
am 10. August 1678, zu Nymmwegen, wo feit 1676 die Gejandten
der Mächte beifammen waren: jie verloren nichts. Alsdann im
September folgte Spanien, da3 während des Krieges eine Rolle
gejpielt hatte, Die fehr abjtad) von jeiner glänzenden Vergangenheit,
und das nur al8 Hilfsmacht mit geringer Truppenzahl fich
beteiligt Hatte; e8 mußte diesmal die Franche-Lomte und einen
Teil des von den Frangofen in den Spanischen Niederlanden Eroberten
an yrankreich abtreten. Für Deutjchland war das Wichtigite,
was den Schweden eingeräumt, belafjen oder genommen wurde.
Hier war Brandenburg die fiegreiche Macht und der Kurfürjt hatte
überhaupt im ganzen Kriege das weitaus Bejte getan; er und durch
ihn fein Staat, war eine Macht für fich geworden. Allein Zudwig
betrachtete e3 als Chrenfache, Daß jein Berbündeter Schweden nichts
verliere, daß der weitfälische Friede, auf den man von allen Seiten
fich berief, aufrecht erhalten werde. Der Kaifer und die Reichsftände
hatten feinen Sinn und fein VBerjtändnis dafür, daß bier im
Korden um die Befeitigung einer Fremdherrichaft, um die Ehre der
Kation gefämpft worden war: auch der Haß und das Mißtrauen
gegen die Proteftanten und die proteftantische Macht und der vielgeftaltige
Widerwille des Kleinen und Erbärmlichen gegen das Große
jpielte mit. Sm Yebruar 1679 bequemte fich der Kaifer den Bedingungen
und im März beftätigte das Reich: Abtretung von Freiburg
und Hüningen an Frankreich, Wiedereinfegung des Herzog$
Karl V von Lothringen unter Bedingungen, welche das Herzogtum
gänzlich von Frankreich abhängig machten, und endlich Niücgabe
des Eroberten, ohne Abzug, an Schweden. Vergebens wehrte jic)
der brandenburgifche Gefandte: fein Fürft konnte nicht allein den
ausfichtslofen Kampf gegen Frankreich und defjen Helfer aufnehmen.
Am 29. Mai zu St. Germain unterzeichnete fein Gejandter Meinder3
den Frieden, wie er ihm durch Ludwigs Hochmut und durch)