Full text : Der Weltbrand. Deutschlands Tragödie 1914-1918. Zweiter Band. (2)

großgezogen,  dagegen  die  Beamtenlausbahn  das  in  #u

nicht  vermocht  datte.  Fubrende  Märmer  des  öffentlichen  Ledens  EWEt  a  ere  d

Jlegen  ibren  Berusen  nach.  Dielleicht  waren  im  Reichotage  J  —  —.
i  herrschende

ee  sen  G—#  es  ausgeschlossen,  daß  J.  ten.  Wir  waren  arm  an  Männern.
Köpfe  darte  unser  poli#lsches  Syftem  nicht  dervorgedracht.  Es  bat
*  268  ine  Unsruchtbarkeit  sein  Urteil  gesprochen“  (Ludendorff).

Zum  Reichskanzler  wurde  Dr.  Georg  Michaelis  ernannt  —  ein  auegezeichneter
  und  vielbewährter  Verwaltungsdeamter  —  auf  dem  Gediete  der
großen  Politik  ein  völliger  Neuling.  Ein  Mann  von  böchster  Lauterkeit  des  Charalters,
  von  untadeliger  Gesinnung  —  aber  genügten  solche  Tugenden  für  die  Forderung
  der  furchtdar  drduenden  Stunde?!

Am  ls9.  Jull  erging  die  Friedeneresolution  des  Reichstagee.
Am  selden  Tag,  an  dem  die  deutsche  Stoßgruppe  in  stolzem  Siegeslouf  die
russlschen  Linien  dei  Tarnopol  durchdrach

Ibre  Wirkung  hat  die  Hoffnungen  ihrer  Urheder  aufs  bitterste  enttäuscht.
Es  kam,  wie  es  kommen  mußte.  „Der  Feind  faßte  sie  als  ein  Schwächebekenntnis
auf.  Bulgarien  und  die  Türkei  begannen  an  unserm  Sliege  zu  zweifeln“  (Ludendorff).
  Nach  innen  aber  steigerte  sie  die  erschlassende  Sebhnsucht  nach  einem
Frieden  um  seden  Preie.

Und  Hindenburg  und  Ludendorff?  Sie  begingen  einen  Schritt,  dessen
Inkonsequenz  den  Betrachter  vor  ein  völlig  unlssdores  NRätsel  stellt.  Um  die
Veröffentlichung  der  Resolution  zu  verbindern,  hatten  sie  den  Kanzlersturz
berbeigeführt.  Und  nun,  da  Bethmann  gefallen  war?!  Aun  erteilten  sie  dem
neuen  Reichskanzler  die  Ermächtigung,  „unsere  Zustimmung  zu  seiner  Stellungnahme
  zu  ihr  öffentlich  auszusprechen,  weil  wir  einen  Konflikt  mit  der  Mehrbeit
  des  Reichstages  im  Interesse  unserer  Kriegführung  vermieden  sehen  wollten.
Wir  nahmen  damit  die  Friedensresolution  auch  auf  unfere  Schultern,  wir
bielten  dies  für  weniger  schädlich  als  Wirren  im  Innern.“  So  versucht  Ludendorff
  diesen  undegrelflichen  Schritt  zurechtfertigen.  Hindendurg  schweigt  sich  aus.

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