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Spange, gefunden bei dem gleichnamigen Dorfe in
Rheinhessen. Die Runeninschrift ist auf der Rückseite
der Spange (s. Abbildung auf Tafel II) angebracht,
sehr flach eingeritzt und besonders in ihrem
untern Teile stark abgegriffen, da hier die Nadel
eingehakt wurde. Nach Prof. Hennings Lesung lautet
sie folgendermassen:
BRSZUPRRMT RNAP
boso ; wraet runa
Deo DERHIIR CE XRBID
tik dalina: Koddfa}
In heutiges Deutsch übersetzt: ‚Boso ritzte die
Runen; dich (d. h. die Spange?) schenkte (?) er
der Dalina“ (wohl die Empfängerin).! Die Wörter
sind z. T. durch Interpunktionszeichen (:) getrennt.
Die Sprachform ist jedenfalls sehr altertümlich, aber
vielleicht nicht hochdeutsch, was auf eine Wanderung
der Spange mitsamt der schon angebrachten Inschrift
schliessen liesse. Die Zeit der Abfassung mag wohl
um 600 n. Chr. liegen; für diese Zeit sprechen auch
die Form der Spange sowie andere Funde an derselben
Stelle.
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Die altgerm. Dialekte. — Die gotische Sprache.
Die altgermanischen Dialekte zerfielen in eine
-ost- und eine westgermanische Gruppe. Zur ersteren
1 Durch ein Versehen des Zeichners ist der Querstrich der
n-Rune 4 beidemal zu tief gesetzt.