Metadata : Spittler’s sämmtliche Werke. Vierter Band. (4)

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walt  auf  die  volle  eigene  Ausuͤbung  derselben  war  oft  ein
Wechsel,  der  so  unmerkbar  wie  Tag  und  Nacht  folgte.  Bald
aber  gab  auch  der  Koͤnig  sogleich  den  vollen  Besitz  der  gerichtlichen
  Gewalt  selbst,  und  bald  entstund  wieder  in  andern
Gegenden  diese  Gewalt  nur  wie  eine  Observanz,  die  sich  im
Dunkel  der  Zeiten  oder  der  Usurpation  erzeugt  hatte.

So  war  also,  schon  zu  Ende  des  dreizehnten  Jahrhunderts,
  die  Adels-Aristokratie  in  ihren  wichtigsten  Grundzügen
  gebildet.

16.  Sie  hatte  sich,  nachdem  einmal  die  ersten  Keime
derselben  recht  lebendig  geworden  waren,  ungehindert  fortgebildet,
  ob  schon  zu  gleicher  Zeit  auch  der  dritte  Stand  so
unerwartet  frühe  sich  entwickelte,  daß  schon  in  der  Mitte
des  dreizehnten  Jahrhunderts  Städte-Deputirte  zu  Reichstag  1250
erschienen.  Allein  fast  zu  gleicher  Zeit  zeigte  sich  auch  das
Phänomen,  daß  die  Bauern,  die  sonst  auf  dem  Reichstage
  vermischt  stunden,  unter  dem  Adel,  der  nicht  in  besonderen
  königlichen  Diensten  war,  —  jetzt  ihren  eigenen  1280
abgesonderten  Platz  auf  den  großen  Reichs-Conventen
  erhielten.  So  war  da  schon  ein  recht  sichtbarer
Standes-Unterschied,  wo  chedem  gewiß  alles  nur  ein  Stand
gewesen  war.

17.  Zwar  schien  in  der  ersten  großen  Handoeste,
die  der  König  ausstellen  mußte,  noch  weit  mehr  für  aller  1282
Wohl  gesorgt  zu  seyn,  als  für  die  besonderen  Vorzüge  des
Adels,  denn  fast  bei  allen  Völkern  geht  das  erste  Capituliren
  bloß  davon  aus,  daß  Rechte  schriftlich  firirt  werden,
  die  bis  dahin  ziemlich  klare  Observanz  gewesen  waren,
und  nur  seit  kurzem  her  durch  der  Zeiten  Laif  zu  lessen
schienen.  Aber  wenn  man  schon  die  Wahl=  Capitula--tion,
  die  Kön.  Christoph  II.  ausstellen  mußte,  mit  138