Full text : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

lumme

STNirosea#lsete  Atgelg##

Donner-kas-  5.  Juli  1914

 

—2  haben  bei  der  Anmeldung  letzhG
  Schulzeugnis,  Geburts=  und  Impfschein  vorniegen.
  Söhne  auswärliger  Eltern  dürfen  ihre
obrung  usw.  nur  mit  Zustimmung  des  K.
Hellerates  wählen.  Das  Schulgesd  beträgl
ährlich  30  Mk.

Für  Schüler  der  K.  Realschule  besteht  seil
1891  ein  Pensionat.  Im  Schuljahre  1913,14
betrug  die  Höchstzahl  der  Pensionatszöglinge
94,  oie  der  Halbzöglinge  11.  Die  Pension  behägt
  550  Mk.  Ausführliche  Prospekie  werden
lostenlos  auf  Wunsch  von  dem  Institutsleiter,
K.  Professor  Hern  J.  Grünschneder,  sowie  von
dem  K.  Rellorat  der  Realschule  zugestellt.

M.  Hräparandenschule.

Die  K.  Präpatandenschule  Rosenheim  nibt

iuber  das  Schuljahr  1913/14  den  48.  Jahresricht
  neraus.  Nach  dem  Schülerverzeichnis
war  die  1.  Klasse  von  16,  die  2.  von  25  und
die  3.  von  24  Schülern  besucht.  Die  Gesamtfrequenz
  der  Anslalt  stellt  sich  somit  auf
5  Schüler.  Im  Schulsahr  1912/13  betrug
die  (besamsrequen,  27  Schüler  (33  in  der  1.,
dq  in  der  2.  und  35  Schüler  in  der  3.  Arnun-Im
  Schuljahre  1911/12  wurden  112  Schüler
Pezählt.  Von  den  65  Schülern  des  laufenden
Schuljahres  waren  21  aus  der  Stadt  (18)  uuo
dem  Be#irl  Rosenheim  (3),  20  aus  Stadt  und
Bezirk  München,  ferner  aus  den  Bezirksämlern
  Ebersberg  uno  Mühldorf  je  4.  Aibling
ino  Traunstein  je  3,  Erding,  Miesbach  und
Tolz  je  2  Schüler  und  zusammen  vier  SEchüler
hus  den  Bez;  eirlsämtern  Be  ilngries  Laufen,
Weilheim  und  Wertingen.  Dem  Stande  der
Ellern  nach  waren  28  Söhne  von  Gewerbekreikenden,
  22  von  Beamten  und  Bediensteten,
13  von  Vollsschullehrern,  1  von  einem  Arbeiler
  und  1  von  einem  Oelonom.  Unmittelbar
or  ihrem  Eintritt  in  die  Präparandenschule
uchten  60  Schüler  die  Volksschule,  3  das
ermnasium  und  2  die  Reasschule.  Von  65
Schulern  wiederholen  3  die  erste,  2  die  zweite
und  3  die  drilte  Klasse.

Die  Aufnahmeprüsung  sand  am  15.  September
  1913  slatl.  In  die  erste  Klasse  wurden
13  Schüler  aufgenommen.  Das  Schuljahr  wurde
  vorschtistsmäßig  am  16.  September  eröffnet.
  Die  gesundheitlichen  Verhältmisse  der  Schüler
  waren  im  abgelaufenen  Schuljahre  recht
günstig;  der  lörperlichen  Bewegung  und  dem
Spiel  wurde  täglich  eine  Zeit  zur  Verfügung
gestelit,  die  der  Schulvorstand  im  Hinblick  auf
das  Studium  der  Präparanden  den  Eltern  und
Schule  gegenüber  verantworten  zu  können
Hiaubte  Im  vorigen  Jahre  wurde  der  Schule
nläßlich  der  turnerischen  Wettkämpfe  Medaille
  und  Diplom  zuerkannt.  Schülerwonderungen
  in  die  nächste  Umgebung  wurden  von
den  Fachlehrern  für  Naturbeschreibung,  Erdkunde
  und  Geschichte  an  den  freien  Nachmittagen.
mit  den  einzelnen  Klassen  gemacht.  n  Oktober
  wurde  der  Brünstein  mil  den  Seblern  der
.  Klasse,  Mitte  Juni  der  Wendelstein  von  allen
Schülern  besucht  (Fahrt  zum  Wendelsteinhaus,
Abstieg  nach  Feilnbach).

Am  18.  Olkober  setzten  die  Schüler  unter
bsingen  eines  patriotischen  Liedes  in  der
litte  des  Schulhoses  eine  Linde  anläßlich  der
hundertiährigen  Erinnerungsseier  der  Völlerchlacht
  bei  Leipzig.  Am  2.  April  beging
ie  Schule  in  Anwesenheit  sämtlicher  Lehrer
und  vieler  auswärtiger  Gäste  eine  Feier  aulaßlich
  der  25jährigen  Lehrlätigkeit  des  K.  Seminarlehrers
  Nillas  an  der  hiesigen  Prävparan=9
  Aus  Staats=  und  Kreisfonds  wuren
  3000  Mk.  an  würdige  und  dürftige  Schüler
verleilt,  so  daß  Beträge  bis  zu  120  Mk.  ein-Seinen
  Schülern  behändigt  werden  konnlen.  Herr
Negierungerat  Frhr.  von  Pechmann  schentte
für  bedürftige  Schüler  Lineale,  Winkel,  zwei
Reißreuge,  Zirke!  und  andere  für  das  geometrische
  zeichnen  brauchbare  Wertzeuge.  Der
Jahres  bericht  drückt  den  Dank  für  diese  Schentungen
  uslw.  aus.  Der  Schüler  Geiger  der
Klasse  2  erhielt  bei  den  Sliwettläufen  auf  der
Asten  den  4.  Preis;  im  vorigen  Jahre  errang
den  2.  Preis  Präparand  Moschner.  Die  vorgeschriebene
  alläährliche  Besichtigung  wurde  am
.  und  9.  Juni  durch  den  Vorstand  der  K.
Lehrerbildungsangtalt  Freising,  Herrn  Seminardireltor
  Dr.  Stapfer,  vorgenommen.

Die  Mchpröfungen  werden  am  15.  Seplember
  von  morgens  8  Uhr  an  abgehalten.  Die
Ausnahmeprüfung  beginnt  Montag  den  14.Seplember
  von  morgens  8  Uhr  ab.  Die  sich  dieser
  Prüfung  unterziehenden  Knaben  haben
sich  an  diesem  Tage  morgens  7½  Uhr  im
Amtszimmer  des  Schulvorstandes  vorzustellen.
Die  Anmeldung  zur  Prüfung  hat  bis  längstens
15.  August  unter  Vorlage  von  folgenden  Zeugnissen
  zu  erfolgen:  1.  Schulentlassungszeugnis
vder  sämtliche  —  über  den  Besuch
  einer  Mittelschule,  2.  beglaubigte  Abschrift
der  Geburtsurkunde,  3.  Taufschein,  4.  '
ärztliches  uis-Z  5.  Wiederimpfschein,  6.  Heimatschein,
  7.  Vermögenszeugnis  (wenn  auf  Unterstützung
  gerechnet  wird).  Schließlich  macht
der  Jahresbericht  noch  darauf  aufmerksam,  da
die  Wahl  der  Wohnung  nur  im  Einvekständnis
mit  dem  Schulvorstand  geschehen  kann.

 

 

 

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Vom  Raiserbad.
Rosenheim,  7.  Juli.

Immer  noch  werden  Slimmen  über  die  Kaiserbadfrage
  laut.  Von  den  bisherigen  Veröffentlichungen
  sticht  eine  Zuschrift  nicht  unwesentlich
  ab,  die  und  heute  von  einer  Seile
zugeht,  welche  an  allen  gemeindlichen  Vorgängen
  lebhaftes  Interesse  nimmt.  Wir  geben  sie
in  folgendem  wieder:

Der  Schlachtruf  gegen  das  Kaiserbad  macht
doch  einen  recht  jämmertlichen  Eindruk.  Wir
Rosenheimer  setzen  uns  duich  eine  solche  Agitation
  gegen  einen  flädtischen  Besitz  herab  vor
aller  Nachbaischaft  und  vor  dem  ganzen  Lanre.
Mit  dem  NRufe  „Nieder  mit  dem  Kaiserbad“
treibt  man  teine  Kremdenverlehre  ,  sondern  eine
Fremoen--Beclreibungepolfitik.  Statt  unzjeren
Gästen  den  Ausenthall  in  Rosenheim  zu  verekeln,
  sollte  man  zeigen,  daß  sie  willkommen
sind.  Aus  Wenigen  wird  dann  Mebr  werden
und  schließlich  #ö  viele,  daß  vernünftige  Nosenheimer
  davon  befriedig!  sein  könnten.

Wo  in  aller  Well  gibt  es  ein  Unterrehmen,
sei  es  prival  ober  staatlich,  welches  erislieren
kann,  wenn  forkwährend,  gelinde  gesagt.  darüber
nur  Ungünstiges  nach  allen  Richtungen  hinausposaunt
  wird?  Zurzeit  steht  das  Bad  wieder
unter  sehr  tüchliger  und  gewissenhafter  ärztlicher
  Leitung,  welcher  ein  gutgeschultes  Badeversonal
  zur  Seite  sleht.  Der  Hotel  und  Restaurationsbetrieb
  ist  in  Händen  einer  seit  Jahren
  erprobten  umsichtigen  Dircllion.  deß  das
Bad  veraltet  sei,  ist  ebenfalls,  gelinde  gesagt.
eine  salsche  Meinung;  denn  die  Kabinen  sind
hell  uno  freundlich,  die  ganze  Einrichtung  unter
erheblichen  Kosten  vor  einigen  Jahren  hbergestellt,
  entspricht  durchaus  den  billigen  Anfor
derungen,  was  anderswo  nicht  immer  gesagt
werden  kann.  Wönsche  sind  schließlich  überall
  vorhanden.  Da  muß  man  doch  fragen:
Sino  denn  die  anderen  Bäder  alle  neu?  Soll
man  vielleicht  mit  Namen  aufwarten?  Es  mun
einmal  gesagt  werden:  Mit  sämtlichen  Durchschnitisbädern
  lann  sich  unser  Raiserbad  durchaus
  messen,  was  auch  die  NRosenheimer  Einwohnerschaft
  anertennen  sollte  und  verschiedene  Artikelschreiber
  wissen  müßten.  Ein  Weltbad  a  la
Wiesbaden  i#st  Rosenheim  allerdings  nicht,  da-Itir
  zahlt  man  hier  auch  leine  Weltpreise.

Die  Lage  des  Bades  an  einem  anerkannt
ruhigen.  lieblichen  Platze,  der  bübsche  derüänmige
  Parl  ist.  im  Anschluß  an  die  schönen
Alleen  rings  um  die  Stadt  gerade  dazu  geschaffen,
  den  Ausenthalt  angenehm  zu  machen.  Voin
Hofbedanwesen  bis  zum  Inn,  ist  alles  im  Eigen.
tum  der  Gemeinde  und  dem  Juwel  daron  will
man  mit  rauher  Hand  den  Gargus  niachen,
will  man  verschenken,  wie  man  sogar  boren
muß!  Es  gehört  schon  viel  dazu,  um  sich
zu  soschen  Aeußerungen  versteigen  zu  können.
Nicht  jedermann  ist  in  der  angenehmen  Lage,
große  und  teure  Bäder  aufsuchen  zu  können,
dagegen  gäbe  es  viele  Tausende,  welche  mit  nolchen
  Bädern,  wie  unser  Kaiserbad  eines  ist,
wohl  zurrieden  sind  und  sich  dabei  behaglich

fühlen.  Aber  man  muß  zu  diesen  Leuten  tommen,
  nicht  allein  mit  der  lalten  geschäftamäßigen

  Rellame,  sondern  muß  ihnen  kommen  mit
freien  offenen  Herzen,  welche  eins  darin  sinb.
dem  Fremden,  den  Gästen,  ein  bequemes,  augenehmes
  Dasein  zu  schaffen.

Heimatliebe,  echt  und  wahr  und  frei  von
allem  politischen  und  persönlichen  oder  gar  geschäftlichen
  Hader,  ist  das  Jauberwort,  wolches
  zuerst  festgewurzelt  sein  muß  in  der  Einwohnerschaft,
  dann  lann  man  auch  sicher  sein,
daß  es  heißen  wird,  hier  ist  gut  sein,  hier
wolicn  wir  bleiben,  hierher  ltommen  wir  gerne.
Wenn  dieses  den  Rosenheimern  einmal  zum  Bewunßtsein
  käme,  dann  würde  es  mit  unserem  Kaiserbad
  ganz  anders  bestellt  sein  und  die  Gegenagitation

  würde  kräftigst  abgeschüttelt  und  die
Stadt  stände  in  einem  anderen  Nufe.

Heimatliebe  soll  sich  auch  der  Fremdenveclehrsrerein
  auf  die  Fahne  schreiben,  dann  werden
  ganz  sicher  seine  rielen  Mühen  und  Acbeiten
  von  ganz  anderem  Ersoige  begleilet  sein.
als  mit  den  Bemühungen,  Propagandaz  zu  machen
  für  unsere  engere  und  weitere  Umgebung.
Gewiß  kann  dieselbe  in  die  Rellame  aufgenommen
  werden  und  gehört  auch  dazu,  aber  erst  in
zweiter  Linie.  Im  genannien  Verein  aber
scheint  das  Kaiserbad  fremd  zu  sein.  Gerade
auf  die  schönen  Punkte  der  Stadt  soll  dec
Fremdenverkehr  in  erster  Linie  gezogen  werden,
  aber  mit  Liebe  und  Begeisterung,  welche
den  Fremden  auch  anzieht  und  ihn  heimisch
macht.  Es  kann  auch  Hand  in  Hand  mit  der
Gemeinde  die  Sportplatzfrage  im  gnfligsten
Sinne  gelöst  werden,  denn  man  konn  sagen,
was  man  will,  auch  diese  Frage  spielt  eine  groe
Rolle,  einen  Fremdenverkehr  in  die  Statrt
zu  bringen.  Wolle  man  enolich  begreifen,  daß
man  an  den  durchsausenden  Autos,  an  den
vorkeirafenden  Schnell-  und  Eilzügen  soviel  wie
nichts  hat.

Der  Rosenkheimer  Wahlspruch  sollte  lauten

„Ich  bleibe  beständig“,  aber  nicht  in  Lader
sondern  in  wahrer,  aufrichtiger  Liebe  zur  Heimat.
  Also,  Ihr  Rosenheimer,  laht  euch  nicht
irreführen,  sondern  merkt  euch,  das  Kaiserbad
st  nicht  veraltet,  es  ist  ein  idyllisches,  schönes
Fleckchen  in  der  Stadt.  Würdigt  euer  Eigentumi
  Der  Feldherr,  welcher  mit  Zaudern  und
Bangen  seine  Truppen  ins  Feld  führt,  bieibe
Ueber  daheim,  dagegen  hat  wahre  Liebe  und

 

 

t——.——
Begeisterung  zur  Sache  noch  jedesmol  zum
Siege  geführt.  Mögen  diese  wohlgemeinten
Aus  sfuhtungen  überall  freundliche  Aufnahme  sinden,
  so  haß  als  Jubiläumegeschenk  gelen  soll
der  einmültige  Ruf  aus  aufkschtigen  Ferzen:
Ein  Hoch  unserem  altehrwürdigen  Kof#rbad
uno  ein  herzliches  Willkommen  all  seinen  Gäs
  I

6  s

In  der  gleichen  Angelegenbeit  ist  uns  heute
mistag  im  Hinblick  auf  die  Veröffentlicungen
in  der  letzten  Nummer  des  „Wendelstein“  eine
weitere  Zuschrift  zugegangen,  die  wir  i#dessen
für  morgen  zurücsstellen  mußten.

 

Kommaunales.

Sitzung  des  Kollegiums  der  Gemeinde-Vevollmächtigten
  in  Resenheim.

Mittwoch,  den  8.  Juli  1914,
vormittags  8½  Uhr.

Anwesend:  21  Mitalieder.
B.  Finsterwalder.

Die  Berufsfortbildungsschule  ladet  zu  Abschlusprüsung
  am  Sonntag,  den  12.  Juli,  von
10  12  Uhr,  ein.  Auch  die  Sanitstslonne
läßt  Einladung  zur  Haupt=  und  Schlußübung  am
nächsken  Sonntag  ergehen.

Vom  Feuerwehrerholungzheim.

Der  Verein  zur  Errichlung  eines  Feuewehr=Genesungs=
  und  Er  Holungsheimes  sucht  umeinen
Jahresbeitrag  nach.  Der  Magistrat  beoilligle
bis  auf  weileres  50  Mk.  Der  Finanzavsschuse
emrichit  Zustimmung.  Gleichzcitig  soll  mi  dem
Verein  wegen  des  Kaiserbades  in  Verbüdung
etreten  werpen.  Das  Kollegium  ist  dami  einverstanden.


Vom  Krankenhaus.

Vorsitzende::  G.=Auf

  Antrag  des  Kranlenhausar#es  #  der
Magistrat  oie  Anschaffung  eines  Pam#ücten
un  700  Ml.  für  das  Krankenbaus  beschlossen.
Der  Finan:  ausschuß  empfiehlt  IZustimmurz.  *
B.  Dr.  Lechleuthner  gibt  Aussch!t  uß  über  den
Pan'ostaten,  einen  eieklrischen  Apparat  u#rerschiedener
  Behandlung  der  Krantken  und  ennpsiehlt
  gleichsalls  dessen  Anschaffung.  Das  Kollegiam
  ist  oamitl  einverstanden.

Von  der  Berufsfortbildungsschule.

Mit  dem  Erlaß  einer  Schulordnung  f#r  die
Berufsfortbildungsschule  hat  sich  der  Magistrat
in  seiner  letzten  Sitzung  schon  beschäftigt  und
die  Ordnung  genehmigt.  Die  Ordnung  is  ziemlich
  umsangreich.  Eiliche  Begleilschreiben  z  liegen
ihr  bei:  Der  Vorsitzende  gibt  sie  belannl.  G.=  B.
Dr.  Lechleuthner  hält  die  Sorge  sür  velne  bnt:
Voltsschulbildung  als  begrußenswert.  Aut  fur
die  Mädchen  sollte  Aehnliches  geichaffen  Vnerden
(P#  otegrapben.  Nähmädcken).  Der  Voisende
leilt  mitl,  daß  weitcere  Schritte  in  Aussicht  zuom
men  find.  G.-B.  Dachs  empfiehlt  Zustinmung
zum  Magistratsbeschluß.  Was  die  Mädchen  betrefje,
  dürie  ihnen  das  nicht  vorenihalten  werden,
  was  den  Knaben  gewährt  werde.  Scließlich
  wurde  die  Schulordnung  genehmigk.

Vom  Glücdshafen.

Für  den  am  17.  und  18.  Mai  ausgeiellten
EGlückshafen  war  die  Rechnung  zu  prüsen.  Es
verbleibt  ein  Altivrest  ron  417.23  Ml.  Die
Rechnung  wurde  erinnerungelos  genehmiz.

Erweiterungd  es  Wasserwerkes.

In  seiner  Sigung  vom  15.  Mai  beschätiate
sich  der  Stadtmagistrot  mit  der  Frage  der  Erweiterung
  des  fädt.  Wasserwerles.  Vorgeiei#en
ist  ein  Eleltromotor  mit  70  l's  und  eine  Hoch
druckpumpe  für  40  Selundenliter  Wassek.  Sie
wäre  imstande,  den  gesamten  Bedarf  des  Nerkealiein
  zu  decken.  Ueher  alle  Einzelheiten  de:
Projeltes  haben  wir  im  Anschluß  an  die  Verbandlungen
  des  Stadimagistrates  bereits  ##  Nr.
114  des  „Rosenheimer  Anzeiger“  vom  16.  Mai
Cerichtet.  Das  Kollegium  der  G.-B.  beichsstigte
sich  damit  in  seiner  Sihzung  vom  2f.  Juni.
Damals  handelte  es  sich  in  der  Hauptsach  um
die  Frage,  von  wem  und  wie  der  elckriische
Strom  für  den  Elektromotor  bezogen  werden
  sollte.  Da  das  flädt.  Elektriztälswel  an
der  Gienze  seiner  Leistungsfähigkeit  l—
ist,  müßte  der  Zusatzstrom  von  der  Od#
hogen  werden  oder  das  Wasserwerk  direkt  em  vr.
Leitungsnetz  der  Ueberlandzentralc,  dasbeidandl
vorbeizieht,  angeschlossen  werden.  Der  Anchluß
an  das  städt.  Werk  kostet  18  900  Mark,  der  an
die  oberbayer.  Ueberlandzentrale  15  600  Mk.
In  der  letzten  Sitzung  stellte  G.-B.  Huber  den
Antrag,  die  Angelegenheit  zur  nochmaligen  Beratung
  der  Elektrinitäts=  und  Wasserwerlkommission
  #zuleiten.  Nach  längerer  Debatte,  üer
die  wir  in  Nr.  145  vom  26.  Zuni  berichteten,
ist  mit  12  gegen  10  Stimmen  boschlossen  worden,
die  Beschlußfassung  darüber,  welches  Proiell  zur
Ausführung  gebracht  werden  soll,  zu  verlagen.
Heule  hatte  sich  das  Kollegium  neuerding:  mit
der  Frage  zu  beschäftigen.

Der  Vorsitzende  gab  nochmals  die  gulachtlichen
  Aeußerungen  der  beiden  Betriebsleite  oes
Eleltrizitäts=  und  Wasserwerles  wie  auch  das
Kommissionsprotokoll  bekannt  und  empfahl  Zuftimmung
  zum  Magistrats-  und  Kommissionsbeschluß-
  Die  Sache  sei  eingehend  geprüft.  An  billigsten
  lomme  der  Elektromotor.  Wie  der  Direktor
  des  Wasserwerkes  in  letzter  Minute  wie- 



—————
der  dazu  komme,  die  Ausstellung  eines  Dieselmolores

  zu  empiehlen.  verstehe  er  nicht.  G.-B.
Gopfer!:  Haben  wir  nicht  Sachverständige  horen
  wollen?  Vors.:  Nein.  Es  hieß  nur,  daß

die  Herten  für  sich  weilere  Informationen  holen
wollicn.  Inwiesern  dies  geschehen,  wisse  er  nicht.
G.-B.  Wendl  erblickt  in  der  ganzen  Frage  ein
wiederholt  geäußerter  Wunsch  des  Kollegiums.
Der  eleltrische  Strom  komme  billiger  wie  die
Dampfkraft.

G.-B.  Huber:  Sein  Standpunkt  i#st  bekannt.
Das  allein  Richtige  ist  der  Anschluß  an  das
stäot.  Elektriztätswert.  hauptsächlich  aus  zweĩ
Gründen:  Eislens  ist  die  Sicherheit  eine  gröhere,
  zweitens  werden  für  die  Dauer  sicher  weniger
  Aus  aaben  verursacht  wie  beim  Anschluß
an  die  Obnz.  Im  übrigen  ist  aber  die  Sachemicht
jo  außerordenlich  geprüst.  Er  habe  den  Amtrag
Lestenht,  die  Tage  an  die  Kommission  z#rükzurerweisen.
  Daß  elwas  so  —  nicht  geschehe,
  sei  ihm  unbegreiflich.  Denn  es  handelt
sich  nicht  nur  um  die  jetzt  in  Betracht  kommenden
  18  000  Mk.,  sondern  auch  um  die  dauernden
  Ausgaben.  Deshalb  ist  größte  Sorgfatt
am  Platze:  schon  auch  weil  das  Wasserwerk
schlecht  abschneidet  und  unrentierlich  isl.  ist  paren
  besonders  erforderlich.  Der  Direktor  des
Wasserwerkes  äußert  sich  einmal  so,  eimmal  anders,
  wie  eben  der  Vorsitzende  gesagt  hat.  Zweifellos
  ist  etwas  erforderlich,  aber  in  der  Art
der  Auesührung  muß  das  Projekt  gewählt  werden,
  das  die  größte  Sicherheit  bierct.  Ma  n
Aufstellung,  die  hierʒu  gemacht  wurde,  ist  nicht
sti  ichhaltis  So  bieß  es,  die  Lolomobile  sei  aput.
  Daron  kann  keine  Rede  sein,  denn  der  Nerisionsverein
  hätte  das  Weiterc  sichern  ch  schon

errrantaht.  Reparaluren  wurden  abhelsen.  Die
Sacze  ist  auch  nicht  vordringlick,  *  tlöume
far  heuer  nicht  mehr  vollendet  merden.  Erst  im

ie  lönnte  man  mit  der  Ferliguiellung  rechnen.
  Deshalb  wiederbole  er  seinen  Antrag  betr.
Zurü  2verweisung  an  die  Elektris  itdiskommi  ji  ion
zu:  Prüsung  der  Frage,  obeen  nich  wogd
il,  dos  Wasserwmert  an  da-  fläd
We#i  anzuschließen.

Der  Vorfitende  vermeil  auf  die  Aufschlüsse
welche  Direltor  Dunlel  schon  in  der  letzten
bung  gegeden  babe.  In  der  Kommission  werde
man  auch  :u  leinen  ander  en  Resuliate  lommen,
denn  ĩie  flüne  sich  wieder  aus  das  Gulaen
des  Sachverüändigen.  Also  ericheine  die  Angelegenheit
  jetzt  schon  Lenü#gend  getlärt.  Den  Anichiußh
  an  das  slädt.  Elekirizilätewerk  halte  Direltot
  Dunlel  nicht  für  vorteilhaft.  Es  entlländen
  höhere  Kosten  und  besondere  Sicherheit
wäre  auch  nicht  gegeben.  Er  wüßte  nicht,  was
bei  einer  nochmaligen  Ueberprüfung  in  der  Kon-Vnifsion
  heraustommen  solite.  Auf  das  Cuachten
  des  städl.  Leiters  müste  man  sich  verassen
  lönnen,  wen  er  Techniler  sei.  Er  stelle
den  Antrag,  daß  dem  Kommisiions=  und  Ma-S#ran
  schluß  zugestimmt  werde.

G.  Schreitenseger  war  der  A#ragelt  er
für  8  Zuruckteelt  ung.  Er  habe  sich  in  der  Zwischenreil
  noch  weiler  injormiert.  Er  stehe  auf
dem  Stanrdpunkt,  daß  eine  Kraftreserve  nicht
notwendin  ill.  dagegen  ist  eine  Reservepumre
#rforoerlich.  Redner  gibt  einige  Mitleilungen
aus  dem  Redvisionsbuch  bekannt  über  die  Vildung
  von  Ros  usw.  Als  einen  Nachleil  beicknet
  er  es.  daß  das  Kondenswasser  von  der  vo
drucleituun  genommen  werde.  Das  erfordere
pro  Tag  200  Kubitmer.,  di:  für  das  Werk  gan:-lich
  verloren  seien.  Früher  habe  man  das  Kandenswasser
  aus  dem  Unlerwasserlanal  enmommen,
  die  Pumpe  habe  es  aber  nicht  geleim#ltet,
deehalb  seien  dann  die  Maschinisten  zur  Entnal
  me  aus  der  Lochdrusleit:  ing  übergegangen.
Was  die  Pumpe  be#reife,  so  fsollile  man  bei  der
Fabri!  anfragen,  was  eine  Zwillingspumpe  toit:
  die  gerade  soviel  leinne,  wi:  die  jegigen  zwei
Pumpen.  Was  den  Auschluß  an  das  Elellr=Werl
  beteifft,  so  hieh  es  schon  im  Jahre  1907.
daß  das  Werl  am  Ende  seiner  Leßtungefahigleit
  srehe.  Mehrere  Bekriele  wurden  in  der
Zutichenzeit  angesch'ofsen,  olne  daß  diese  Leiflungs
  fähigleit  überschritten  worden  wäre.  Desvalb
  solite  man  auch  jent  rul  ig  den  Anschlußz
vollzichen.

(G.-B.  Dr.  Lechleutllner:  Für  leute  hand'te
hcs  sich  darum.  entweder  die  18  500  Mk.  3u
genehmigen,  oder  die  Waserleitung  iu  gefhr
den,  wenn  wir  nichts  dafur  tun.  Es  heißt,  die
Pumpe  ist  vich:  genügend  und  i#ll  reparaturhedürftig.
  Woran  es  aber  sehlt,  das  hat  noch  niezmano
  gefagt  und  ist  auch  nirgends  zu  lesen.
Wir  benöligen  auch  eine  Reiervekraft.  Dazu
dat  der  Vorstand  des  Eleltrizitätswerks,  in  deisen
  Ressort  die  Frage  nicht  einschlägl,  das  Prokelt
  mit  der  Obuz  gemacht,  während  der  Direltor
  des  Waiserwerles  zum  Schlusse  zu  einem
Kanz  anderen  Vorschlag  kommt.  Die  Empfehlungen
  stehen  also  noch  auf  wadeligen  Füzen.
Er  könne  es  vor  seinen  Wählern  nicht  verantworten,
  in  diesem  Moment  bereite  seine  Zustimmung
  zu  geben;  er  könne  aber  auch  nicht
nein  sagen,  weil  er  das  Werk  nicht  gefährden
möchte.  Als  Ausweg  empfehle  er  daher,  noch
14  Tage  zu  warien,  die  Sache  sei  leineswegs
vordrcinglich.  Man  nehme  einen  Sachverständigen
  dazu.  Selbstverftändlich  soll  in  diesem
Vorschlag  kein  Mißtrauen  gegen  die  Direltofren
  Dunlel  und  Maischberger  enthalten  sein,
aber  deren  Meinungen  gingen  zum  Schluß  auscinander.
  Er  empfehle  ein  Gutachten  des  Gencraldi#ektors.
  Eberle  der  „Firma.  Steinbeie,  der
als  Fachmann  in  diesen  Fragen  gänzlich  erfah- 


  

Sletteizen  2.

—.
Zi-