Full text : Europäischer Geschichtskalender. Vierter Jahrgang. 1863. (4)

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Beilage  I.

über  die  Frage.  Das  Amendement  wird  mit  201  gegen  47  Stimmen
  verworfen.

27.  Jan.  (Dänemark).  Adreßdebatte  im  Landsthing.  Monrad  erklärt,

28

*  WV

28.

es  sei  schwer  zu  sagen,  auf  welche  Abmachungen  man  dänischerseits
eingehen,  weniger  schwer,  auf  welche  man  nicht  eingehen  werde:  auf
ein  vereinigtes  Schleswig-Holstein,  oder  ein  selbständiges  Schleswig
oder  eine  Theilung  Schleswigs  werde  die  Regierung  niemals  ein—

gehen.
(Frankreich).  Depesche  Drouyn  de  Lhuys  an  den  Gesandten
in  London  in  Antwort  auf  eine  Depesche  des  englischen  Cabinets

für  Maßregeln  zu  Aufrechthaltung  des  Londoner  Vertrags:

„Der  Kaiser  erkennt  die  Wichtigkeit  des  Londoner  Vertrags  an,  insofern
derselbe  bezweckt,  das  Gleichgewicht  und  den  Frieden  Europas  zu  bewahren.
Während  das  französische  Gouvernement  diesem  Zwecke  des  Vertrages  ihren
vollen  Beifall  zollt,  muß  sie  dennoch  anerkennen,  daß  die  Umstände  eine  Aenderung
  desselben  nöthig  machen  können.  Der  Keiser  ist  stets  geneigt  gewesen,
große  Rücksicht  auf  die  Gefühle  und  Bestrebungen  der  Nationalitäten  zu  nehmen.
  Man  kann  unmöglich  verkennen,  daß  die  nationalen  Gefühle  und  Bestrebungen
  Deutschlands  auf  eine  engere  Vereinigung  mit  den  Deutschen  Schleswig-Holsteins
  gerichtet  sind.  Dem  Kaiser  würde  jedes  Mittel  widerstreben,
wodurch  er  die  Verpflichtung  übernähme,  mit  den  Waffen  die  Wünsche  Deutschlands
  zu  bekämpfen.  Es  wäre  verhältnißmäßig  leicht  für  England,  einen  solchen
Krieg  zu  führen,  der  sich  auf  Operationen  zur  See  beschränken  würde,  auf
Blokade  und  Wegnahme  von  Schiffen.  Schleswig  und  England  liegen  fern
von  einander.  Aber  der  Boden  Deutschlands  und  Frankreichs  berühren  sich,
und  ein  Krieg  zwischen  Deutschland  und  Frankreich  wäre  der  unheilvollste
und  gewagteste,  den  das  Kaiserreich  unternehmen  könnte.  Neben  diesen
Erwägungen  kann  der  Kaiser  nicht  umhin,  sich  zu  erinnern,  daß  er  in  Europa
  zu  einem  Gegenstande  des  Mißtrauens  und  des  Verdachtes  in  Bezug
auf  seine  angeblichen  Vergrößerungsprojecte  nach  dem  Rhein  hin  gemacht
worden  ist.  Ein  Krieg,  an  den  Grenzen  des  Rheins  begonnen,  würde  diesen
grundlosen  und  ungerechtfertigten  Anschuldigungen  eine  noch  größere  Kraft
verleihen.  Aus  diesen  Gründen  kann  die  Regierung  des  Kaisers  keine  Verpflichtung
  in  Betreff  Dänemarks  übernehmen.  Wenn  später  des  Gleichgewicht
ernstlich  bedroht  würde,  so  dürfte  der  Kaiser  geneigt  sein,  neue  Maßregeln  im
Interesse  Frankreichs  und  Europa's  zu  ergreisen.  Für  den  Augenblick  aber
will  der  Kaiser  seiner  Regierung  die  volle  Freiheit  des  Handelns  bewahren.“

(Bundestag).  Kurhessen  trägt  auf  beschleunigte  Entscheidung
in  der  Erbfolgefrage  an.  Die  Bundescommissäre  fragen  empfehlend
bezüglich  einer  Einberufung  der  holsteinischen  Stände  an.

„  —  1.  Febr.  (Oesterreich).  Debatten  des  Abgeordnetenhauses

7y  .

über  den  Zehn-Millionen-Credit.  Abg.  Tinti  und  80  Mitglieder
der  ministeriellen  Partei  beantragen,  über  die  Resolution  Herbst
zur  Tagesordnung  überzugehen.  Reden  des  Grafen  Rechberg  und
des  Hrn.  v.  Schmerling.  Bei  der  Abstimmung  werden  die  Anträge
  des  Ausschusses  angenommen,  die  Resolution  Herbst  dagegen
wird  mit  103  gegen  59  Stimmen  verworfen.

„  „  (Schleswig).  Tagesbefehl  des  Prinzen  Friedrich  Karl  aus

Plön  in  Holstein:
„.  Soldaten!  in  wenigen  Tagen  wird  es  sich  zeigen,  ob  Krieg  oder