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Artillerieknechten für den Kriegsfall) aufgebracht werden. In Friedenszeiten
betrage dies drei Prozent der männlichen Bevölkerung,
was nicht zuviel sei. Am folgenden Tage fordert der König von Domhardt
einen Kantonplan en gros, der sich nach der Besitznahme
des Landes rektifizieren ließe. Am 26. Februar 1772 teilte er
ihm mit, es sei seine Absicht, mit den Geistlichen wie in Rußland
zu verfahren, den Starosten und Pfaffen ihr mäßiges Auskommen
in Geld zu geben, ihre Besitzungen aber — um zunächst zu
wissen, was dieselben wirklich einbringen — das erste Jahr administrieren,
dann aber auf preußischen Fuß verpachten zu lassen,
da diese Grundstücke sicherlich höher als bisher zu näützen sein
dürften. „Um mich wegen des Commerce von Danzig zu dedommagiren,
bin ich gewillt, die Weichsel und Netze durch einen Kanal
zu combiniren, die Nogat mehr räumen und schiffbar machen zu
lassen und so den Danziger Verkehr unvermerkt nach Elbing und
Bromberg zu ziehen.“ „Die Unterthanen“ — schreibt er am 2.
März 1772 an Domhardt — „werden für freie Leute deklarirt und
die Leibeigenschaft aufgehoben, auch dergestallt gesetzet, daß kein
Bauer die Woche hindurch mehr als drei Tage Hofedienst thut; und
dieserhalb müssen auch alle zu den Starosteien gehörigen Vorwerke,
wo keine Brauereien sind, zu Dörfern gemacht werden. Zur
Einrichtung der Accise in den Städten werde ich von hier aus
jemand hinschicken.“ Ermeland sollte, wie billig, zu Ostpreußen,
der Netzedistrikt und einige kleinere Stücke zur Neumark und zu
Pommern kommen, das übrige dagegen unter eine in Marienwerder
als in der Mitte des Landes neu einzusetzende Kammerdeputation
gestellt werden.
Als Domhardt dem Könige für seine menschenfreundlichen
Absichten dankt, erwidert dieser am 1. April 1772: „Ich glaube,
daß die Einwohner, besonders in Pomerellen, welche meist polnischer
Nation, die ihnen zugedachte Wohltat nicht nach ihrem wahren
Wert einsehen und erkennen werden. Das sicherste Mittel, um
diesen slavischen Leuten bessere Begriffe und Sitten beizubringen,
wird immer sein, solche mit der Zeit mit Deutschen zu meliren,
und wenn es nur anfänglich mit zwei oder drei in jedem Dorfe
geschehen kann.“ Uebrigens empfand es Friedrich recht unangenehm,
daß der Generalmajor von Belling in Polen sehr übel
gehaust und kein Brot, geschweige denn Saatkorn übrig gelassen hatte.