thumbs : der Weltkrieg 1914. Band 2. (1)

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Das  Blatt  fährt  fort:  „Im  Osten  fanden  große  entscheidende  Schlachten
statt,  Die  Niederlage  Samsonows  in  Ostpreußen  war  eine  größere  Affäre
als  selbst  die  Schlacht  bei  Mulden.  Die  Russen  verloren  bei  Mukden  etwas
über  100  000  Mann,  verloren  aber  bei  Tannenberg  dieselbe  Zahl  allein
an  Gefangenen.  Zwei  andere  ernsthafte  Niederlagen  folgten  bei  Insterburg
  und  bei  Lyck.  Die  an  Zahl  stärkste  Armee  kann  Niederlagen  von
solcher  Größe  nicht  ertragen,  ohne  erschüttert  zu  werden.  Ein  Wunder  ist
nicht,  daß  die  Russen  Gelände  verloren,  sondern,  daß  sie  imstande  waren,
hes  so  schnell  zurückzugewinnen,  aber  der  Preis  für  die  Verstärkung  des
russischen  Flügels  in  Ostpreußen  war  der  Verlust  der  Früchte  der  Siege
über  Oesterreich  in  Galizien.  Die  Russen  verloren  in  den  letzten  zehn  Tagen
fast  allen  Boden,  den  sie  durch  zerschmetterte  Siege  über  den  österreichischen
linken  Flügel  gewonnen  hatten.  Das  Blatt  hält  die  russischen  Aussichten
auf  Sieg  an  der  Weichsel  für  gut,  sagt  aber,  es  müsse  die  Tatsache  anerkennen,
  daß  die  Russen  zurückgehen  und  daß  gegenwärtig  eine  Invasion  in
Schlesien  nicht  in  Frage  komme.  Das  Blatt  fragt,  woher  die  Deutschen
all  ihre  Männer  nehmen.  Die  Verbündeten  scheinen  die  Stärke  der  deutschen
Reserven  unterschätzt  zu  haben,  dagegen  sei  die  Reserve  der  russischen  Bevölkerung
  so  unausgebildet,  wie  die  englische.  Da  die  Lebensdauer  in  Rußland
  kürzer  ist,  als  in  Deutschland  und  England,  weisen  die  Reserven  der
ausgebildeten  Männer  einen  stärkeren  Abgang  auf.  Die  gewaltigen  Massen
der  russischen  Bevölkerung  werden  früher  oder  später  ins  Gewicht  fallen,
aber  vielleicht  erst  später.  Einstweilen  befinden  sich  die  Verbündeten  trotz
iherr  Ueberlegenheit  an  Volkszahl  über  Deutschland  und  Oesterreich  tatsächlich
  in  numerischer  Minderheit  auf  den  entscheidenden  Punkten  des
Feldes,  und  zwar  in  diesen  ersten  Monaten  des  Krieges,  auf  die  sich  Deutschlands
  größte  Hoffnungen  gründen.  Später  wird  das  anders  sein,  aber
augenblicklich  sind  alle  Anstrengungen  für  uns  erforderlich.“


                              Die  Russen  in  Persien.

Konstantinopel,  18.  Oktober.  Nach  hier  eingetroffenen  zuverlässigen
  persischen  Nachrichten  haben  die  Russen,  die  ihren  Einfluß  in  Asserbeidschan
  schwinden  sahen,  einen  neuen  Polizeidirektor  in  Täbris  ernannt.
Sie  lassen  russische  Polizisten  aus  dem  Kaukasus  kommen  und  bilden  eine
Geheimpolizei,  die  das  Tun  und  Treiben  der  persischen  Liberalen  überwacht,
  Briefe  und  Postsendungen  öffnet  und  alle  Kaufleute  und  Reisenden
  Verhören  unterzieht.  Es  geht  das  Gerücht,  daß  die  Russen  neue  Truppen
nach  Asserbeidschan  kommen  lassen  wollen.


                      Ein  deutscher  Kreuzer  im  Roten  Meer.

Konstantinopel,  19.  Oktober.  Die  hiesigen  Blätter  berichten,
daß  ein  deutscher  Kreuzer  die  im  Bau  befindliche  Eisenbahnlinie  von
Dschibuti  nach  Adis  Abeba,  die  von  den  Franzosen  gebaut  wird,  bombar-=diert
  habe.  Die  Strecke  sei  zerstört  worden,  wobei  auch  die  Niederlassungen
der  französischen  Kolonie  Schaden  gelitten  hätten.

Eine  amtliche  Bestätigung  dieser  Meldung  liegt  bis  zur  Stunde  nicht
vor,  doch  darf  man  wohl  mit  Bestimmtheit  annehmen,  daß  die  Nachricht
richtig  ist  und  einen  neuen  Beweis  von  dem  Heldenmut  und  der  Angriffslust
  unserer  Auslandskreuzer  erbringt.  Dschibuti  ist  französischer  Besitz  und
Ausgangspunkt  der  nach  der  abessinischen  Hauptstadt  führenden  Eisenbahn.

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