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nischen Candn: aber wir können nicht wissen, aus welcher
Handschrift sie ihn genommen hat, vermuthlich aus einer
Balsamonschen; denn es sind mehrere von dieser Art dabei
gebraucht worden: und da die Herausgeber so sehr auf eine
vermoeinte Vollständigkeit sahen, so waren für sie die Balsamonsche
Handschriften die allervortrefflichsten. Bei der
Frage von der Aechtheit unsers Canons kann also diese Ansgabe
gar nichts entscheiden: sie ist zu unkritisch veranstaltet,
und sie hat sich vorzüglich nach Handschriften gerichter, die
höchstens aus dem zwölften, dreizehnten Jahrhundert sind.
Bisher von den Haudschriften, die wir gedruckt haben:
jetzt von einigen, die noch blos Handschriften sind, und bisher
bei Ausgaben noch nicht benutzt worden. Ihre Anzahl
istesehr geringe, weil: theils wenige Manufseriptenkatalogen
auf cine genaue Beschreibung der Handschriften sich einlas
sen, theils auch ein großer Thell der Handschriften bloß
Balsamonsche Handschriften sind.
g. 8.
Matthäus Gretser, ein sehr eifriger Ingolstaͤdtischer
Jesulte, suchte die Lehre seiner Kirche unter andrem auch in
Ansehung ihres angenommenen Canons zu bertheidigen.
Man nahm gegen denselben gewöhnlich auch einen Einwurf
aus unsrem Laodicenischen Canon: diesen zu beantworten
führt unter anderm Gretser *) eine sehr alte Haudschrift.
an, in der das ganze Verzeichniß nicht stehen soll. Er giebt
keine Beschreibung von der Haudschrift, oder sonst irgend «
einige Kennzeichen, woraus man auf ihr Alter schließen
koͤnnte. Es waͤre dieses um so mehr zu wuͤnschen gewesen,
*) Operum Tom. VIII. pag. 56.