Metadata : Sozialdemokratie, Christentum, Materialismus und der Krieg.

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satzung  bleiben.  Die  stehenden  Truppen  in  Allem  zusammen  be—
trugen  11,257  Mann.

Die  auf  dem  Landtage  vom  Jahr  1612  von  den  Landständen,
die  sich  zwar  lange  dagegen  gestemmt  hatten,  da  sie  in  derselben
eine  neue  Gefahr  für  die  Nothwendigkeit  der  Ritterschaft  zu  erblicken
  glaubten,  endlich  beschlossene,  und  1613  in  Ausführung
gebrachte  Aufrichtung  des  Defensionswerks  oder  der  ersten  stehenden
  sächsischen  Armee  ist,  so  wie  dessen  Einrichtung,  wohl  schon
bekaunt;  nach  dieser  neuen  Einrichtung  bestand  nämlich  das  ganze
ußvolk  aus  9644  Mann,  die  in  zwei  Feldregimenter,  jedes  zu

Fähndeln  und  3  Fähndeln  Dresdner  Besatzung  abgetheilt  waren  2).
Unbekannter  oder  wenigstens  nicht  so  klar,  ist  der  Zustand  und
die  Einrichtung  der  zu  diesem  Fußvolke  gehörenden  Reiterei.  Sie
war  1593  Pferde  stark  und  ebenfalls  in  2  Regimenter  getheilet;
blieb  aber  nicht,  wie  das  Fußvolk,  beständig  beisammen,  sondern
versammelte  sich  nur,  wenn  ein  Krieg  sie  erforderte.  Das  Fußvolk
  waren  wirkliche  Söldner,  oder  um  Lohn  dienende  Kriegsleute,
die  Reiterei  aber  alle  im  Lande  angesessene  Edelleute,  welche  diesen
  Dienst  vermöge  der  seit  den  ältesten  Zeiten  übernommenen
Lehnspflicht  dem  Landesherrn  zu  leisten  verpflichtet  und  zu  Rosse
zu  dienen  gehalten  waren.  Wie  und  durch  was  für  Personen
dieses  geschehen  sei,  wird  das  beigefügte  Verzeichniß  oder  die
Musterrrolle  des  ersten  Regiments  zeigen.  Im  Jahre  1614  befahl
nämlich  der  Kurfürst,  da  das  Fußvolk  durch  die  1613  berichtigte
Defensionerordnung  in  Ordnung  gebracht  worden,  auch  das  nämliche
  bei  der  Reiterei  zu  thun,  und  selbige  von  Neuem  ganz  vorzüglich
  zu  mustern.  Diesem  Befehl  zufolge  ward  das  erste  Regiment,
  das  aus  903  Pferden  bestehen  sollte,  am  8.  Juni  gedachten
  Jahres  zu  Meißen  nicht  allein  gemnstert,  sondern  auch  mit
einem  neuen  Bewaffnungs=  und  Dienstreglement  versehen.  Dem
Kurfürsten  war  es  nämlich  jetzt  nicht  sowohl  darum  zu  thun,  daß
er  den  wirklichen  Bestand  der  dienstleistenden  Mannschaft  wisse,
als  vielmehr  um  die  unter  ihnen  einzuführende  Ordnung,  an  der
es  bisher  noch  ganz  und  gar  gemangelt  hatte.  Denn  bei  früheren
Musterungen,  oder  vielmehr  nur  Zählungen  der  Pferde,  erschien
blos  ein  kleiner  Theil  der  Mannschaften  oder  Ritter  persönlich,
und  der  größere  Theil  kam  entweder  gar  nicht,  oder  schickte  einen
andern  ärmern  unangesessenen  und  also  dem  Kurfürsten  mit  Lehnspflicht
  nicht  zugethanen  Edelmann  an  seiner  Statt  zur  Revue;  so
wie  auch  viele,  welche  3  und  4  Pferde  zu  stellen  hatten,  zwar
die  Pferde,  aber  keine  tüchtigen  und  wehrhaften  Männer,  deren
Unterhalt  sie  freilich  mehr  belästigte,  sondern  nur  einen  Pferde-Jungen
  oder  jungen  Reiterknecht  schickten,  wodurch  die  ganze

)  Doch  dürften  die  folgenden  Notizen  dennoch  nicht  ganz  unwillkommen
  sein.  —