Full text : König Albert von Sachsen von Johann Georg, Herzog zu Sachsen.

Tod  Erzherzog  Albrechts.  Jubiläumsfeiern  1895.  311

 

auf  dessen  Flagschiff  Savoya  einen  Besuch.  Am  6.  Juli
fand  die  Einweihung  der  Königin  Carola-Brücke  in  Dresden
statt.

In  diesem  Jahre  wurde  allenthalben  das  25  jährige  Jubiläum
  der  großen  Taten  von  1870/71  gefeiert.  Bei  uns  in
Sachsen  war  dazu  der  18.  August  allgemein  bestimmt  worden.
Am  30.  August,  dem  Jahrestag  von  Beaumonts,  stellte  der
König  General  von  Carlowitz  à  la  suite  des  Gardereiterregiments.
  Dieser  schreibt  darüber:  „Ich  glaubte  das  Füllhorn
  der  königlichen  Gnade  erschöpft  und  war  nicht  wenig
erfreut  und  überrascht  über  den  neuen  Beweis  Allerhöchsten
Wohlwollens.“  Zur  Parade  des  Gardekorps,  die  am
2.  September  stattfand,  reiste  der  König  nach  Berlin.  Bei
der  Paradetafel  hielt  er  eine  Rede,  in  der  er  zum  Schlusse
sagt,  er  bäte,  wie  vor  25  Jahren,  wieder  das  Kommando  des
Gardekorps  zu  übernehmen  und  in  seinem  Namen  das  Hoch
auszubringen.  Dann  nahm  er  noch  an  den  Kaisermanövern
bei  Stettin  teil.  Dazu  erschien  auch  sein  alter  kaiserlicher
Freund  und  Vetter.  Auch  bei  unseren  Manövern  erschien
der  König.  Die  Manöbertafel  fand  wegen  des  Umbaus
nicht  in  den  Sälen  des  Schlosses,  sondern  in  der  glänzend
geschmückten  Wagenhalle  statt.  Anfang  Oktober  nahm  der
König  eine  Parade  des  Gardereiterregimentes  und  seiner
Kriegsteilnehmer  im  Kasernenhof  ab  und  erschien  auch  zum
Essen  im  Kasino.  In  seiner  Nede  erinnerte  er  daran,  daß
der  größte  Feldherr  des  Jahrhunderts  (Aa#poleon  I.)  1807
dem  NRegiment  das  höchste  Lob  mit  den  Worten:  „Cuirassiers,
je  suis  Content  de  vous“  für  die  glänzende  Attacke  bei  Heilsberg
  ausgesprochen  hatte.

Um  dieselbe  Zeit  entschloß  sich  Minister  von  Mostitz-Wallwitz,
  auch  seinen  Abschied  als  Hausminister  zu  nehmen.
Der  König  genehmigte  dies  in  folgendem  Schreiben  vom
7.  Oktober:  „Ihrer  erneuten  Bitte  um  Enthebung  von  Ihrer
dienstlichen  Funktion  habe  ich  nicht  weiter  entgegen  sein
wollen,  da  ich  das  Gewicht  der  Gründe,  durch  die  Ihr